Die führenden Investmentbanken JPMorgan und Deutsche Bank (Deutsche Bank Aktie) blicken mit bemerkenswertem Optimismus auf den US-Aktienmarkt. Beide Häuser rechnen damit, dass der S&P 500 bis Ende 2026 neue Höchststände erreichen könnte – möglicherweise sogar die symbolträchtige Marke von 8.000 Punkten.
Trotz einer bereits starken Performance im laufenden Jahr 2025 – der Index legte bislang rund 15 Prozent zu – sehen die Strategen noch deutliches Aufwärtspotenzial. Besonders die Dynamik im Bereich Künstliche Intelligenz (KI), anhaltende Gewinnsteigerungen und eine lockerere Geldpolitik der US-Notenbank Fed sollen die nächste Wachstumsphase stützen.
JPMorgan: S&P 500 bei 7.500
Dubravko Lakos-Bujas, Chefstratege für US-Aktien bei JPMorgan, setzt das Kursziel für den S&P 500 zum Jahresende 2026 auf 7.500 Punkte – ein Plus von rund 11 Prozent.
"Trotz Sorgen über eine mögliche KI-Blase sehen wir die aktuell hohen Bewertungen als gerechtfertigt an", schrieb Lakos-Bujas in einer neuen Analyse. "Sie spiegeln ein überdurchschnittliches Gewinnwachstum, einen Boom bei Investitionen in Rechenzentren, steigende Aktionärsrenditen und eine zunehmend unterstützende Fiskalpolitik wider."
Sollten die Zinssenkungen der Federal Reserve stärker ausfallen als derzeit erwartet, könne der S&P 500 laut JPMorgan "sogar die Marke von 8.000 Punkten überschreiten".
Der Markt preist derzeit mit einer Wahrscheinlichkeit von über 80 Prozent eine weitere Zinssenkung im Dezember ein, nachdem zuletzt schwächere Wirtschaftsdaten aus den USA veröffentlicht wurden.
Fokus auf KI-Profiteure: Amazon (Amazon Aktie), Nvidia (Nvidia Aktie) und Alphabet
JPMorgan setzt auf einen Korb von Unternehmen, die besonders stark vom Ausbau künstlicher Intelligenz profitieren könnten. Dazu zählen Amazon, Nvidia und Alphabet (Alphabet C Aktie).
Amazon hinkt mit einem Kursplus von rund 4,7 Prozent in diesem Jahr dem Gesamtmarkt hinterher, gilt aber als Nachzügler mit Aufholpotenzial. Nvidia bleibt mit einem Plus von über 32 Prozent einer der größten Gewinner des Jahres, trotz eines Rücksetzers im November. Alphabet konnte seinen Aktienkurs 2025 um mehr als 70 Prozent steigern.
Deutsche Bank: "Earnings-Boom geht über Tech hinaus"
Auch die Deutsche Bank zeigt sich bullish – und geht in ihrer Prognose sogar noch einen Schritt weiter. Das Institut erwartet, dass der S&P 500 bis Ende 2026 die 8.000-Punkte-Marke erreicht.
Laut den Strategen um Jim Reid dürfte sich das Gewinnwachstum künftig breiter aufstellen und nicht mehr nur von den großen Tech-Konzernen getragen werden. Besonders Finanzwerte und zyklische Sektoren könnten profitieren, wenn die KI-Investitionen zunehmend auf die Realwirtschaft übergreifen.
"2026 wird alles andere als langweilig", schreibt Reid. "Die rasanten Fortschritte im Bereich der Künstlichen Intelligenz werden die Produktivität nachhaltig steigern – doch wer zu den langfristigen Gewinnern zählen wird, bleibt noch unklar."
Makroökonomische Rückenwinde: Wachstum, Steuersenkungen, Handelsfrieden
Deutsche Bank-Ökonomen heben zudem ihre US-Wachstumsprognose für 2026 auf 2,4 Prozent an – nach einem volatilen Jahr 2025. Der Aufschwung soll vor allem in der ersten Jahreshälfte von mehreren Faktoren getragen werden: Lockerere Finanzbedingungen infolge weiterer Fed-Zinssenkungen, Fiskalische Impulse durch höhere Steuerrückzahlungen und neue Förderprogramme, Abnehmende Handelsunsicherheiten nach der Auflösung tarifpolitischer Konflikte
Für 2027 rechnet die Bank mit einer stabilen Wachstumsrate von etwa 2,1 Prozent, warnt jedoch vor möglichen Risiken wie einer nachlassenden Beschäftigungsdynamik und schwächerer Investitionstätigkeit außerhalb des KI-Sektors.
Autor: Ariva-Redaktion/pg
