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ROUNDUP: Triebwerksbauer MTU fürchtet Iran-Krieg kaum - Aktie gewinnt

MÜNCHEN (dpa-AFX) - Der Triebwerksbauer MTU fürchtet trotz explodierender Kerosinpreise keine stärkeren Auswirkungen des Iran-Kriegs auf sein Geschäft. Wenn die Treibstoffkosten weiterhin hoch blieben, dürften Airlines weniger effiziente, also ältere Flugzeuge am Boden lassen, erklärte Vorstandschef Johannes Bussmann bei der Vorlage der Quartalszahlen am Donnerstag in München. MTU sei bei sparsameren Antrieben wie dem Getriebefan für die Airbus-Mittelstreckenjets gut im Geschäft. Finanzchefin Katja Garcia Vila erwartet daher "keine größeren Verwerfungen" für MTU.

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An der Börse kamen die Neuigkeiten und die Quartalszahlen gut an. Die MTU-Aktie gewann bis zum späten Vormittag 2,2 Prozent auf 289,60 Euro und gehörte damit zu den größeren Gewinnern im Dax . Allerdings hat sie seit dem Jahreswechsel fast ein Fünftel ihres Werts eingebüßt.

Analysten zeigten sich von den Quartalszahlen beeindruckt. Vor allem der Anstieg des freien Barmittelzuflusses auf 177 Millionen Euro überraschte positiv. Branchenexpertin Meline Kerner von der britischen Bank Barclays erinnerte jedoch daran, dass andere Triebwerkshersteller ihre Erwartungen für 2026 zuletzt angehoben hätten. Daher sei die Entwicklung im Ersatzteilgeschäft von MTU als eher schwach zu werten.

Im ersten Quartal steigerte MTU den Umsatz im Jahresvergleich um sechs Prozent auf 2,2 Milliarden Euro. Im Geschäft mit Antrieben für Zivilflugzeuge ging der Erlös hingegen um fünf Prozent zurück. Dies sei "allein auf US-Dollar-Wechselkurseffekte zurückzuführen", sagte Garcia Vila. "Auf Dollar-Basis ist der Umsatz des zivilen Triebwerksgeschäfts um fünf Prozent gewachsen." Flugzeuge werden weltweit in Dollar (Dollarkurs) gehandelt.

In der Triebwerkswartung zog der Erlös in Dollar sogar um 20 Prozent an - in Euro belief sich der Zuwachs hingegen nur auf acht Prozent. Die Nachfrage nach Triebwerkswartung übersteige nach wie vor die Kapazitäten, sagte Bussmann.

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Der um Sonderposten bereinigte operative Gewinn (ber Ebit) des Konzerns wuchs unterdessen wie der Gesamtumsatz um sechs Prozent auf 320 Millionen Euro und übertraf damit die durchschnittlichen Erwartungen von Analysten. Allerdings zehrten die veränderten Wechselkurse am Überschuss, wie die Finanzchefin erläuterte: Der Nettogewinn des Konzerns ging um elf Prozent auf 200 Millionen Euro zurück.

Obwohl der MTU-Vorstand keine stärkeren Auswirkungen des Iran-Kriegs auf ihr Geschäft erwartet, rüstet er sich für ungünstige Entwicklungen. "Wir entwickeln Szenarien für den Fall eines länger andauernden Kriegsgeschehens und sind bereit, Maßnahmen zu ergreifen, um gegenzusteuern", sagte die Finanzchefin. Im ersten Quartal habe sich der Krieg auf die MTU-Zahlen noch nicht ausgewirkt. Bussmann betonte, dass MTU wo immer möglich auf mehrere Lieferanten setze.

Der Dax-Konzern aus München baut zusammen mit Partnern an den Antrieben für Passagierflugzeuge der Hersteller Airbus, Boeing und Embraer. Am stärksten gefragt ist der Getriebefan-Antrieb des US-Herstellers Pratt & Whitney, für den MTU sogar eine eigene Endmontagelinie betreibt. Der Typ kommt bei dem kleinsten Airbus A220 und bei etwa jedem zweiten Exemplar der Airbus-Modellfamilie A320neo zum Einsatz, der meistgefragten Flugzeugreihe der Welt.

Airbus-Chef Guillaume Faury hat Pratt & Whitney im Februar vorgeworfen, zu wenige Triebwerke zu liefern und damit den Produktionsausbau von Airbus zu bremsen. Erst am Dienstag wiederholte er diese Kritik. MTU-Chef Bussmann erklärte, MTU habe die eigenen Lieferverpflichtungen jederzeit erfüllt. Zu den Gesprächen zwischen der RTX-Tochter Pratt & Whitney und Airbus könne er sich nicht äußern. Das höchste prozentuale Umsatzplus erzielte MTU im ersten Quartal im Militärgeschäft: Hier stieg der bereinigte Umsatz um ein Viertel auf 142 Millionen Euro. Dies verdankte der Konzern vor allem den Antrieben für den Kampfjet Eurofighter und den Militärtransporter A400M.

Hinzu kamen der Erlös aus der Technologieentwicklung für den Antrieb des geplanten europäischen Kampfflugzeugsystems FCAS. Das Projekt steht inzwischen allerdings auf der Kippe, weil sich die Partner Airbus und Dassault Aviation grundsätzlich uneins sind. "Daher ist es auch weiterhin unklar, wie es konkret weitergehen soll", sagte Bussmann. Derzeit versuchen die Regierungen eine Lösung zu finden.

An seinen Geschäftszielen für 2026 hält Bussmann unterdessen fest. So rechnet die MTU-Spitze weiterhin mit einem Umsatz zwischen 9,2 und 9,7 Milliarden Euro. Der bereinigte operative Gewinn soll bei 1,35 bis 1,45 Milliarden Euro liegen und damit mindestens so hoch wie im Vorjahr./stw/err/jha/

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