Nobitex hat sich laut Reuters zu einem zentralen Akteur im iranischen Schattenfinanzsystem entwickelt. Analysen der Blockchain-Spezialisten von Crystal Intelligence und Elliptic sollen belegen, dass hunderte Millionen US-Dollar über die Krypto-Börse flossen, die in direktem Zusammenhang mit sanktionierten Einheiten stehen.
Dazu zählen die iranische Zentralbank sowie die Islamischen Revolutionsgarden (IRGC). Allein im ersten Halbjahr 2025 soll die Zentralbank rund 347 Millionen US-Dollar über Nobitex abgewickelt haben. Die Plattform diene dabei als eine Art Krypto-Brücke, um Gelder jenseits des Bankensystems an Verbündete wie die Houthi-Rebellen im Jemen zu leiten.
Um die Überwachung durch westliche Behörden zu erschweren, soll Nobitex komplexe Verfahren nutzen. Das Unternehmen wechselt dem Bericht zufolge ständig Wallet-Adressen und setzt kryptografische Tools ein, um Transaktionsketten zu verschleiern. Trotz offizieller Dementis seitens der Krypto-Börse, die jegliche staatliche Zusammenarbeit bestreitet, deute vieles auf eine Sonderstellung hin. Auch während der kriegsbedingten Internet-Blackouts im Iran blieb Nobitex für eine kleine Elite erreichbar. In dieser Zeit flossen angeblich mindestens 54 Millionen US-Dollar von der Plattform ab, oft an Broker im Ausland, die Krypto-Bestände in Bargeld umwandeln.

In den USA löst der Bericht Alarmbereitschaft aus. Die demokratische Senatorin Elizabeth Warren bezeichnete die Erkenntnisse als Hinweis darauf, dass Krypto-Assets gezielt als Alternative zum US-geführten Finanzsystem genutzt werden. Bisher blieb Nobitex von direkten US-Sanktionen verschont, obwohl Partner wie Binance bereits wegen der Abwicklung iranischer Gelder in Milliardenhöhe verurteilt wurden. Die neuen Beweise über die Eigentümerstruktur und die Nutzung durch die IRGC erhöhen nun den Druck auf die Regulierungsbehörden.
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