
Die Euphorie nimmt überhand, jetzt besser auf Defensive setzen!
Mal wieder haben Anlegerinnen und Anleger ihre Aufmerksamkeit fast ausschließlich auf Technologie- und Wachstumswerte gerichtet, welche die starke Erholung am US-Aktienmarkt in den vergangenen Wochen angeführt haben.
Doch angesichts wachsender Risiken, wie hoher Unternehmensbewertungen, aus dem Ruderlaufenden Investitionskosten und einem Platzen der KI-Blase, könnte genau jetzt der Zeitpunkt gekommen sein, sich verstärkt in defensiven Branchen umzusehen, um dem Krisenfall mit starken Cashflows und einer breiten Diversifizierung begegnen zu können.
In den vergangenen Jahren und Jahrzehnten hat sich das Unternehmen außerdem als zuverlässiger Dividendenzahler einen Namen gemacht. American Water Works zahlt seit 17 Jahren eine ununterbrochen steigende Dividende. In den vergangenen 10 Jahren betrug die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate (CAGR) 9,3 Prozent.
Das macht die Aktie für langfristig orientierte Anlegerinnen und Anleger attraktiv. Wer sich vor einem Jahrzehnt gebunden hat, bringt es auf eine Einstiegsrendite (Yield on Cost) von knapp 4,5 Prozent. Im Rahmen seiner am Mittwochabend vorgelegten Quartalszahlen hat der Konzern eine weitere Erhöhung seiner Ausschüttung um 8,2 Prozent bekannt gegeben. Neueinsteigerinnen und -einsteigern bietet American Water Works jetzt rund 2,7 Prozent.
Die Aktie handelt unter ihrem fairen Wert
Mit Blick auf die Unternehmensbewertung könnte sich ein Einstieg jetzt lohnen. Da die Aktie in den vergangenen Jahren nicht überzeugen konnte, die Geschäfte aber weiter gewachsen sind, ist die Bewertung deutlich unter ihre historische Norm gefallen.
Für 2026 steht ein KGVe von 21,7 zu Buche. Das liegt um knapp 27 Prozent unter dem 5-Jahres-Mittel von 29,5. Ähnlich hoch fallen die Abschläge bei vielen weiteren Kennziffern aus. Neben dem EV/EBITDA-Verhältnis von 13,3 (-22,4 Prozent) sticht vor allem das Kurs-Buch-Verhältnis von 2,13 (-29,3 Prozent) heraus. Diese Abschläge deuten auf eine strukturelle Unterbewertung der Anteile hin.
Eine mögliche Erklärung für die in den vergangenen Jahren erfolgte Neubewertung ist die auf knapp 15,7 Milliarden US-Dollar gestiegene Nettoverschuldung. Der stehen jedoch erhebliche Sachwerte sowie ein EBITDA von 2,83 Milliarden US-Dollar gegenüber. Das entspricht einem Verhältnis von 5,55 und gilt in der Versorgerbranche als noch vertretbar.

Im Chart deutet alles auf eine Vorentscheidung hin ...
In den vergangenen 5 Jahren konnte die Aktie kaum positive Akzente setzen. Der Abwärtstrend gegenüber dem Corona-Hoch spiegelt in erster Linie die Zinswende der Notenbanken und die seither anhaltend hohen Anleiherenditen wider, die üblicherweise Gegenwind für Versorger bedeuten.
Seit rund 2 Jahren ist jedoch eine Reihe höherer Tiefs festzustellen, was auf einen Aufwärtstrend schließen lässt, wenngleich American Water Works bislang kein nachhaltiger Befreiungsschlag gelungen ist. Das Mehrjahreshoch im April vergangenen Jahres wurde verkauft. Hier liegen niedrigere Hochs vor, sodass sich die Aktie inzwischen in einer Keilformation befindet, was auf eine mittelfristige Vorentscheidung hindeutet.
... die könnte jetzt zugunsten der Oberseite ausfallen!
Die Chancen für einen Ausbruch zur Oberseite sind dabei als gut zu bewerten. In den technischen Indikatoren RSI und MACD liegen inzwischen den Aufwärtstrend bestätigende Signale vor. Nach einer Zwischenkonsolidierung in den vergangenen Wochen konnte der MACD wieder über die Nulllinie klettern, womit er einen Aufwärtstrend anzeigt.
Das dürfte für einen weiteren Anstiegsversuch über die gleitenden Durchschnitte sorgen. Deren Überwindung wäre gleichbedeutend mit prozyklischen Kaufsignalen, die anschließend den Ausbruch aus der Keilformation ermöglichen dürften. Nur unter 130 US-Dollar sollte American Water Works jetzt nicht mehr nachhaltig fallen.
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Fazit: Krisenvorsorge mit Aufwärtspotenzial
Angesichts aus dem Ruder laufenden Unternehmensbewertungen im Technologiebereich und extremen technischen Überhitzungen vor allem bei Halbleiterwerten, sollten Anlegerinnen und Anleger jetzt verstärkt auf Defensive setzen und damit beginnen, Vermögenswerte in krisenresistente und ausschüttungsstarke Werte umzuschichten.
Hierfür bietet American Water Works eine ausgezeichnete Gelegenheit. Die Aktie kommt aus einem mehrjährigen Abwärtstrend, wodurch die Bewertung deutlich unter die historische Norm gefallen und die Dividendenrendite überdurchschnittlich ist.
Da sich das Chartbild zuletzt immer weiter aufgehellt hat, ist eine Trendwende nicht nur eine Illusion, sondern mittelfristig bereits greifbar. Das sorgt für doppeltes Potenzial, auch wenn es in anderen Marktsegmenten plötzlich bergab gehen sollte.
Autor: ARIVA.DE Redaktion/Max Gross
