Jeremy Grantham warnt erneut: Stehen Anleger vor der größten Finanzmarktblase der Geschichte?

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Wirtschaftsnachrichten (Symbolbild)
- ©unsplash.com

US-Aktionäre könnten laut Jeremy Grantham kurz vor dem Ende der „größten Blase der Finanzgeschichte“ stehen. Der 85‑jährige Co‑Gründer von GMO rechnet damit, dass der S&P 500 im nächsten Ein- bis Zwei‑Jahres‑Zeitraum um etwa 40 % fallen könnte, bevor er sich bei historisch fairen Bewertungen stabilisiert. Einem auf Seeking Alpha veröffentlichten Beitrag zufolge hält er die aktuelle Phase trotz bereits erfolgter Korrekturen nur für eine Zwischenstation.

Rückgang um 40 % als Basisszenario

Grantham geht davon aus, dass der US‑Aktienmarkt noch deutliches Abwärtspotenzial aufweist. „We will probably see the S&P 500 down about 40% from here in the next year or two,“ heißt es in dem auf Seeking Alpha dokumentierten Beitrag. Er erwartet, dass der Index auf ein Bewertungsniveau zurückkehrt, das mit langfristigen Durchschnittswerten vereinbar ist, ähnlich wie nach früheren spekulativen Exzessen.

Mit Blick auf vergangene Superblasen – die 1929er‑Blase, die Nifty-Fifty‑Phase der frühen 1970er‑Jahre, die Tech-Blase 2000 sowie die globale Finanzkrise 2008 – sieht Grantham Muster von Überbewertung, Euphorie und anschließender Normalisierung, die er auch heute wieder erkennt. Der Beitrag auf Seeking Alpha betont, dass Grantham die aktuelle Konstellation in die Reihe dieser historischen Extremphasen einordnet.

Bewertungen, Margen und Spekulation als Kernrisiken

Als zentrale Treiber der Überbewertung nennt Grantham laut Seeking Alpha ein Zusammenspiel aus hohen Kurs-Gewinn-Verhältnissen, überdurchschnittlichen Gewinnmargen der Unternehmen und spekulativem Kapitalzufluss in riskante Marktsegmente. Er sieht darin keine dauerhaft tragfähige Konstellation, sondern eine Phase, in der Anleger künftige Ertragskraft und Wachstumsraten überschätzen.

Der Beitrag verweist darauf, dass Grantham die jüngste Stärke des Marktes trotz hoher Zinsen als Warnsignal interpretiert. Er hält die Kombination aus restriktiver Geldpolitik und weiterhin ambitionierten Multiples für inkonsistent. An den US‑Aktienmärkten sieht er demnach ein asymmetrisches Chancen-Risiko-Profil, bei dem das Abwärtsrisiko deutlich überwiegt.

Parallelen zu historischen Superbubbles

Seeking Alpha zitiert Grantham mit der Einschätzung, die jetzige Übertreibung verfüge über mehrere der klassischen Merkmale einer „Superbubble“. Dazu zählt er die lange Dauer des Aufschwungs, die starke Ausweitung der Bewertungskennziffern gegenüber der Historie und eine weitverbreitete Narrative, die hohe Bewertungen rechtfertigen soll.

In dem Beitrag wird hervorgehoben, dass Grantham die fortgesetzte Risikobereitschaft der Anleger trotz makroökonomischer Unsicherheiten als weiteres typisches Muster vor dem Bruch einer Superblase wertet. Die gegenwärtige Marktphase sei daher aus seiner Sicht weniger ein Regimewechsel als vielmehr der späte Abschnitt eines überdehnten Zyklus.

Längere Phase magerer Aktienrenditen erwartet

Grantham rechnet über den aktuellen Einbruch hinaus mit strukturell schwächeren Renditen am US‑Aktienmarkt. Der auf Seeking Alpha veröffentlichte Artikel verweist darauf, dass er nach dem erwarteten Kursrückgang eine längere Periode nüchternerer Gewinnerwartungen und niedrigerer Multiples prognostiziert. In dieser Phase könnten vergangene Renditen nicht reproduzierbar sein.

Die Argumentation stützt sich auf die Erfahrung, dass nach der Auflösung historischer Superbubbles in der Regel Jahre vergehen, bis Bewertungen und Margen wieder in Regionen vordringen, die überdurchschnittliche Realrenditen ermöglichen. Für Buy‑and‑Hold‑Investoren mit Fokus auf US‑Large Caps zeichnet Grantham damit ein anspruchsvolles Umfeld.

Implikationen für konservative Anleger

Für konservative Investoren ergibt sich aus der auf Seeking Alpha wiedergegebenen Warnung vor allem die Notwendigkeit, das Aktienexposure zum US‑Markt kritisch zu überprüfen. Eine vorsichtigere Allokation mit geringerer Gewichtung hoch bewerteter Wachstumssegmente und stärkerer Betonung von Liquidität und defensiven Qualitätswerten kann das Portfoliorisiko reduzieren, ohne die Aktienquote abrupt aufzulösen. Eine schrittweise Rebalancierung weg von den am höchsten bewerteten US‑Titeln hin zu robusten Bilanzqualitäten, stabilen Ausschüttungsprofilen und gegebenenfalls geografischer Diversifikation erscheint als defensiver Ansatz, um einem möglichen Abwärtsszenario mit einem erwarteten Rückgang von rund 40 % im S&P 500 zu begegnen.


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