IBM bricht katastrophal ein, auch die SAP-Aktie rauscht in die Tiefe!
Max Gross
Max Gross
Max Gross verfügt über langjährige Börsenerfahrung, davon fünf Jahre als Redakteur bei einem der führenden Anlegermagazine Deutschlands. Für ARIVA.DE bereitet er Markt- und Unternehmensentwicklungen fundiert, praxisnah und mit klarem Fokus auf Anlageentscheidungen auf. Sein Schwerpunkt liegt auf US-Aktien, Dividendenwerten und Value-Titeln. Ziel seiner Arbeit ist es, Anlegerinnen und Anlegern relevante Informationen, konkrete Investmentideen und belastbare Impulse für den langfristigen Vermögensaufbau zu liefern. Dafür setzt er auf die Kombination aus technischer und fundamentaler Analyse.
Vorläufige Quartalszahlen haben die IBM-Aktie am Dienstag in die Tiefe stürzen lassen. Dem Abverkauf konnte sich auch DAX-Schwergewicht SAP nicht entziehen.
Für dich zusammengefasst:
IBM-Aktie fiel um 20 Prozent in der US-Vorbörse.
Die Erlöse von IBM betrugen 17,2 Milliarden US-Dollar.
SAP-Aktie verlor bis zu 6 Prozent nach IBMs Gewinnwarnung.
Gerade erst erweckten Software-Titel den Anschein, von den anhaltenden Gewinnmitnahmen mit zum Teil crashartigen Verkäufen bei Halbleiter- und KI-Infrastrukturwerten profitieren zu können – die in den vergangenen Monaten notorisch schwache SAP-Aktie präsentierte sich ausgerechnet in einem schwachen Gesamtmarktumfeld am Montag gut aufgelegt – da funkte am Dienstagmittag eine Gewinnwarnung von IBM dazwischen.
Die fiel für den Markt so schockierend aus, dass die Aktie noch in der US-Vorbörse um 20 Prozent crashte und damit den schlechtesten Handelstag seit vielen Jahren erwischte.
Die Story von IBM, dessen Aktie jahrelang nur als Dividenden- und Value-Wert taugte, welche durch den KI- und Quantencomputer-Boom neues Leben eingehaucht bekommen hatte, muss ein weiteres Mal umgeschrieben werden.
Vorläufige Quartalszahlen eine einzige Enttäuschung
Gegenüber dem Vorjahresquartal legten die Erlöse um ein mageres Prozent auf 17,2 Milliarden US-Dollar zu. Damit wurden die Erwartungen von 17,85 Milliarden US-Dollar meilenweit verfehlt. Auch der Gewinn konnte die Prognosen der Analystinnen und Analysten nicht erfüllen. Dieser landete mit 2,93 US-Dollar (auf bereinigter Basis; Non-GAAP) um 9 Cent unter den Schätzungen.
Die unerwartete Wachstumsschwäche erfasste alle Geschäftsberichte. Im Beratungsgeschäft verzeichnete IBM Nullwachstum, im Infrastrukturgeschäft fielen die Erlöse sogar um 7 Prozent – und das trotz KI-Boom. Ein Umsatzwachstum von 11 Prozent bei Red Hat, das IBM vor einigen Jahren teuer erworben hatte, genügt nicht, die Schwäche in den anderen Segmenten auszugleichen.
Der Vorstandschef übt sich in Selbstkritik
CEO Arvind Krishna sprach von "enttäuschenden Zahlen" und ging mit der von IBM erzielten Leistung hart ins Gericht. Ein schwieriges Marktumfeld, nicht zuletzt auch aufgrund von unterbrochenen Lieferketten, hätten eine "perfekte Ausführung" erfordert und die habe IBM nicht leisten können. Man habe sich seiner Einschätzung nach nicht schnell und entschlossen genug auf ein verändertes Marktumfeld eingestellt.
Mitverantwortlich für das schwache Abschneiden von IBM machte er außerdem, dass Kundinnen und Kunden ihre Ausgabepräferenzen verändert hätten. Anstatt bei IBM zu bestellen, seien Ausgaben für KI-Server und Speicherchips priorisiert worden. Außerdem seien Abnehmer von branchenweiten Cybersicherheitsrisiken "abgelenkt" gewesen.
IBM-Aktie mit Crash wie aus dem Lehrbuch, auch SAP (SAP Aktie) fällt
Das Urteil der Anlegerinnen und Anleger über die schwache Umsatzentwicklung, die verfehlten Gewinnerwartungen sowie rückläufige Konzernmargen fiel absolut vernichtend aus. Aus einem vorbörslichen Minus von 20 Prozent wurde zur Handelseröffnung ein Crash um mehr als ein Viertel. Damit durchschlug IBM sämtliche relevante Unterstützungen und kämpft nun um den Verbleib oberhalb der Support-Zone zwischen 220 und 225 US-Dollar.
Die schwache Vorlage eines der wichtigsten Software-Infrastruktur- und Beratungsdienstleistungsunternehmen der Branche sorgte für einen branchenweiten Abverkauf. Der vielbeachtete Expandend Tech-Software Sector ETF von iShares (BlackRock) gab zwischenzeitlich über 4 Prozent nach.
Bei Einzelwerten erwischte aus dem DAX vor allem SAP mit Verlusten von bis zu 6 Prozent sowie Dow-Jones-Wert Microsoft mit Abgaben von über 3 Prozent. Obwohl die US-Großbank Goldman Sachs zuvor starke Quartalszahlen gemeldet hatte und mit Kursgewinnen von über 4 Prozent belohnt wurde, reichte das Indexgewicht nicht, um die von IBM herbeigeführten Verluste auszugleichen – der Dow Jones ist am Dienstagnachmittag der einzige US-Index mit rotem Vorzeichen, nachdem die Inflationsdaten für eine positive Überraschung gesorgt hatten.
Fazit: Heute so, morgen so – es dürfte wechselhaft bleiben
Die Softwarebranche wird ihre Sorgen einfach nicht los. Präsentierte sie sich am Montag noch als Gewinner der Verluste bei Halbleiterwerten, kehrte sich das Kräfteverhältnis bereits am Dienstag um, nachdem IBM grauenhafte, vorläufige Quartalszahlen präsentiert hatte. Vom branchenweiten Abverkauf war auch SAP betroffen, dessen Aktie damit ringt, nicht auf neue Mehrjahrestiefs abzustürzen und für weitere Verkaufssignale zu sorgen.
Für Anlegerinnen und Anleger bedeutet das ein unverändert schwieriges Marktumfeld innerhalb der KI- und Technologiebranche, denn offenbar genügt ein singuläres Ergebnis, um Kapitalströme von jetzt auf gleich umzukehren – trotz oder gerade wegen der hohen Schwankungen sollten daher sowohl Software- als auch Hardware-Titel Eingang ins Depot finden. Alternativ wird auf beide verzichtet; nur auf eine Seite des Trades zu setzen bedeutet jedoch große Gefahren, wie der Dienstag gezeigt hat.
Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen finden Sie jeweils hier: DE000NG522T1 , DE000NG6P094 , DE000NB66ML9 , DE000NB6UL50 , DE000NB6VPN5 , DE000NB6YRF1 . Bitte informieren Sie sich vor Erwerb ausführlich über Funktionsweise und Risiken der Produkte. Bitte beachten Sie auch die weiteren Hinweise zu dieser Werbung.
Im Durchschnitt erleiden 7 von 10 Kleinanlegern Verluste beim Handel mit Turbo-Zertifikaten. Turbo-Zertifikate sind hoch risikoreiche Produkte und nicht für langfristige Anlagestrategien geeignet.
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