Das Thor-Projekt liegt nach Angaben von St-Georges rund 20 Kilometer östlich von Reykjavík und wird über die Tochtergesellschaft Iceland Resources EHF gehalten. Für das Unternehmen sei die Vereinbarung bedeutsam, weil Thor kein neues Zielgebiet sei. Gold sei dort nach Unternehmensangaben bereits 1903 in goldführendem Quarz entdeckt worden. Zwischen 1911 und 1924 seien erste Explorations- und Entwicklungsarbeiten erfolgt. Historische Unterlagen würden laut Unternehmen Schächte und rund 400 Meter seitliche Arbeiten unter der Erde beschreiben. Ziel sei damals ein Gangsystem gewesen, das etwa einen Meter breit gewesen sei und sich mindestens über einen Kilometer erstreckt habe. Die historischen Goldgehalte seien mit 11 Gramm je Tonne bis 315 Gramm je Tonne angegeben worden.
Aurania Resources Ltd. erhalte nach Angaben von St-Georges das Recht, bis zu 70 Prozent am Thor-Projekt zu erwerben. Dafür solle Aurania beim Abschluss Stammaktien im rechnerischen Wert von 150.000 US-Dollar an St-Georges ausgeben. Zusätzlich solle Aurania über vier Jahre insgesamt 5 Millionen US-Dollar in Exploration investieren. Auf Basis des in der Mitteilung genannten Wechselkurses von 1,35 kanadischen Dollar je US-Dollar entspräche dies rund 6,75 Millionen kanadischen Dollar. Die Ausgaben seien gestaffelt. Im ersten Jahr solle Aurania mindestens 500.000 US-Dollar investieren. Bis Ende des zweiten Jahres solle die Summe auf 1,5 Millionen US-Dollar steigen. Bis Ende des dritten Jahres solle sie 3 Millionen US-Dollar erreichen. Bis Ende des vierten Jahres solle Aurania insgesamt 5 Millionen US-Dollar ausgegeben haben. Nach Abschluss dieser Earn-in-Phase könne Iceland Resources nach Unternehmensangaben zwischen zwei Wegen wählen.
Die Gesellschaft könne eine Beteiligung von 30 Prozent am Projekt behalten. Dann entstünde ein Joint Venture, bei dem Aurania als Betreiber auftreten würde. Alternativ könne Iceland Resources den Anteil in eine Lizenzgebühr von bis zu 3 Prozent auf den Netto-Schmelzerlös umwandeln. Eine solche Gebühr bedeutet vereinfacht, dass der Rechteinhaber einen Anteil an den Erlösen aus dem verkauften Metall erhält, nachdem bestimmte Kosten abgezogen wurden. Sollte Iceland Resources die Lizenzgebühr wählen, könne Aurania seine Beteiligung durch weitere Explorationsausgaben von 2 Millionen US-Dollar auf 100 Prozent erhöhen.
Dr. Keith Barron, President und Chief Executive Officer von Aurania Resources, habe Thor nach einem Projektbesuch als aussichtsreiches Explorationsziel bezeichnet. Thordis Bjork Sigurbjornsdottir, Chief Executive Officer von Iceland Resources, habe erklärt, Aurania bringe die passende technische Erfahrung für die nächste Projektphase mit. Entscheidend werde nun sein, ob neue Bohrungen die bekannten Goldzonen bestätigen und deren mögliche Fortsetzung nachweisen könnten.
Zwischen 2005 und 2006 habe die private Explorationsgesellschaft Melmi ehf nach Unternehmensangaben 32 Bohrlöcher mit insgesamt 2.431 Metern Länge niedergebracht. Diese Arbeiten hätten Ergebnisse von bis zu 415,40 Gramm Gold je Tonne geliefert. Iceland Resources habe Melmi ehf im Jahr 2020 übernommen und anschließend 11 weitere Bohrlöcher mit insgesamt 1.780 Metern Länge abgeschlossen. Dabei seien Ergebnisse von bis zu 113 Gramm Gold je Tonne erzielt worden. Solche Werte wirken hoch. Bei Explorationsprojekten reichen einzelne hohe Abschnitte jedoch nicht aus, um Größe oder Wirtschaftlichkeit eines möglichen Vorkommens zu belegen. Wichtig ist, ob die mineralisierten Zonen zusammenhängen, wie breit sie sind, wie tief sie liegen und wie gut sich das Material später verarbeiten ließe.
Das Thor-Projekt umfasse nach Unternehmensangaben eine nationale Explorationsgenehmigung über rund 51.300 Hektar. St-Georges bezeichnet das Gebiet trotz seiner langen Historie als nach modernen Maßstäben wenig erkundet. Aurania solle als technischer Betreiber auftreten und ein erstes Arbeitsprogramm auf Basis historischer Daten und neuer technischer Informationen umsetzen.
Aurania plane laut Unternehmensmitteilung ein erstes Explorationsprogramm mit gezielten Bohrungen und Arbeiten an der Oberfläche. Dabei sollten die bekannten mineralisierten Zonen in größerer Tiefe und entlang ihrer Fortsetzung geprüft werden. Mehrere frühere Bohrlöcher mit schwacher Kerngewinnung sollten durch neue, parallele Bohrungen überprüft werden. Eine schwache Kerngewinnung bedeutet, dass bei früheren Bohrungen nicht genug Gesteinsmaterial gewonnen wurde, um die Mineralisierung zuverlässig zu beurteilen. Außerdem solle ein gemeinsames Explorationskomitee Arbeitsprogramme und Budgets überwachen. Aurania solle als technischer Betreiber fungieren. Der Abschluss der Transaktion stünde nach Angaben von St-Georges noch unter üblichen Bedingungen, darunter der Zustimmung der zuständigen Aufsichtsbehörden. Für St-Georges würde die Vereinbarung bedeuten, dass die technische Weiterentwicklung von Thor über klar definierte Ausgabenstufen vorangetrieben würde. Gleichzeitig bliebe das Projekt in einer frühen Explorationsphase. Belastbare Aussagen zur Größe, Wirtschaftlichkeit oder zu einer möglichen Produktion ließen sich aus der Mitteilung nicht ableiten.
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