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Gold (C)Rush

Nach einem beeindruckenden Start in das Jahr kam nun der Einbruch. Der Goldpreis fiel innerhalb von zwei Tagen von seinem Rekordhoch bei fast 5.600 USD je Feinunze auf zeitweise 4.400 USD zurück. Aktuell notiert der Preis noch 600 USD niedriger. Noch stärker war der Preiseinbruch bei Silber, das am Freitag den größten Tagesrückgang jemals verzeichnete. Auslöser war die Nominierung von Kevin Warsh, einem früheren Falken im Offenmarktausschuss der Fed, als nächsten Fed-Chair. Der Schritt dürfte Ängste vor einer zu lockeren Geldpolitik aufgrund einer Politisierung der Notenbank gedämpft haben. Allerdings zählte Warsh zuvor schon zu den Favoriten auf den Posten, so dass seine Nominierung nicht vollkommen überraschend kam. Angesichts der rasanten Rallye bei beiden Edelmetallen, insbesondere in den ersten Wochen des Jahres, schien eine Korrektur vielmehr angezeigt. Marktteilnehmer hatten offensichtlich nur auf eine Gelegenheit gewartet, um Gewinne mitzunehmen. Immerhin hatte sich der Goldpreis seit Anfang letzten Jahres fast verdoppelt, der Silberpreis sogar fast vervierfacht.

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Insbesondere der Preisanstieg bei Gold ließ sich nicht wie in der Vergangenheit üblich mit einem deutlichen Rückgang der Zinsen und/oder einem Anstieg der (langfristigen) Inflationserwartungen, die Gold als zinslose und wertstabile Anlage attraktiver machen, erklären. Auf Basis eines Modells, das den fairen Wert von Gold anhand makroökonomischer Faktoren schätzt, wäre das Metall aktuell immer noch um rund 2.000 USD seit Anfang 2023 überbewertet.

Wir hatten bereits vergangene Woche an dieser Stelle die Faktoren dargelegt, die für den Preisanstieg bei Gold verantwortlich waren und nicht in das genannte Modell einfließen. Diese sind insbesondere in (geo)politischen Entwicklungen zu finden, die Zweifel an der Stabilität von Fiatgeld haben aufkommen lassen und Gold, das institutionell unabhängig ist, als attraktive Alternative erscheinen lassen. Sollten sich diese politischen Risiken verschärfen, würden der Goldpreis und im Zuge dessen auch der Silberpreis wohl wieder steigen. Denn seit dem Herbst wurde Silber zunehmend als günstigere Alternative zu Gold gekauft. Allerdings gehen wir nicht davon aus, dass sich die starken Preissteigerungen zu Beginn des Jahres so schnell wiederholen werden. Der Preisabsturz der letzten Tage dürfte viele Investoren abgeschreckt und sie hinsichtlich der Risiken sensibilisiert haben. Dass Gold wie auch Silber institutionell unabhängig ist, heißt immerhin auch, dass – im Gegensatz zu einer Fiat-Währung – keine Notenbank einspringt, sollte es zu Verwerfungen am Markt kommen.

Das muss aber nicht bedeuten, dass der Gold- und Silberpreis ins Bodenlose fallen würden. Wie wir in den letzten Monaten immer wieder gesehen haben, haben Investoren größere Preisrückschläge als Kaufopportunitäten genutzt, wodurch sich die Preise meist schnell wieder erholten. Dies dürfte insbesondere bei Gold der Fall sein, das für viele Zentralbanken mittlerweile ein wichtiges Reserveasset geworden ist. Zentralbanken, die ohnehin mit Goldkäufen geplant hatten, aber angesichts des stark gestiegenen Preisniveaus mit Käufen zögerten, könnten das niedrigere Preisniveau aktuell ausnutzen.

In der Vergangenheit gab es zudem Vereinbarungen zwischen Zentralbanken zur Stabilisierung des Goldpreises. So war Gold in den 90er Jahren aufgrund größerer Verkäufe durch Zentralbanken unter Druck geraten, was für Verunsicherung gesorgt hatte. Im Zuge dessen wurde das Washingtoner Goldabkommen (Central Bank Gold Agreement, CBGA) geschlossen, im Rahmen dessen wichtige europäische Zentralbanken ihre Goldverkäufe koordinierten, u.a. wurden Obergrenzen der jährlichen Verkäufe festgelegt. Allerdings dürfte es wohl einem noch stärkeren Preisabsturz als bislang gesehen sowie sichtbare Effekte auch auf andere Finanzmärkte bedürfen, bevor es erneut zu einer solchen koordinierten Aktion der Zentralbanken kommen würde.

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Mittelfristig gehen wir davon aus, dass sich Gold und Silber stabilisieren bzw. von ihrem jüngsten Rückgang etwas erholen können. Hierfür spricht neben der anhaltenden politischen Unsicherheit vor allem unsere Erwartung stärkerer Zinssenkungen der US-Notenbank als aktuell am Markt eingepreist.

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Rohstoffausblick 2026

Das Jahr 2025 war an den Rohstoffmärkten zweigeteilt: Während die Preise an den Energiemärkten zumeist nachgaben, wurden an den Metallmärkten vielfach neue Rekordhochs verzeichnet. Das neue Jahr begann ähnlich, doch inzwischen sind es vor allem (geo-)politischen Risiken, die nicht nur die Energiepreise höher treiben, sondern vor allem Edelmetalle als sichere Häfen attraktiv machen. Es zeichnet sich schon jetzt ab, dass auch das laufende Jahr ein sehr volatiles für die Rohstoffpreise wird.

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