- Die Bundesregierung startet eine neue E-Auto-Prämie.
- Käufer erhalten zwischen 1.500 und 6.000 Euro Förderung.
- Die Prämie kann rückwirkend ab Januar 2024 beantragt werden.
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Die Bundesregierung unternimmt einen neuen Anlauf, um den zuletzt schwachen Absatz von Elektroautos in Deutschland zu stabilisieren. Künftig erhalten Käufer oder Leasingnehmer je nach Einkommen, Familiensituation und Antriebsart zwischen 1.500 und 6.000 Euro. Für reine Elektroautos liegt die Basisförderung bei 3.000 Euro. Haushalte mit einem Jahreseinkommen von bis zu 60.000 Euro bekommen 4.000 Euro, bis 45.000 Euro sind es 5.000 Euro. Pro Kind kommen 500 Euro hinzu, maximal 1.000 Euro. Die Fördergrenze liegt bei 80.000 Euro Haushaltseinkommen, bei zwei Kindern bei 90.000 Euro. Voraussetzung ist eine Haltedauer von mindestens drei Jahren. Gebrauchtwagen sind von der Förderung ausgeschlossen.
Für Plug-in-Hybride fällt die Unterstützung mit 1.500 Euro deutlich geringer aus. Gefördert werden nur Modelle mit maximal 60 Gramm CO2-Ausstoß pro Kilometer oder mindestens 80 Kilometern elektrischer Reichweite. Insgesamt stellt der Bund drei Milliarden Euro bereit, ausgelegt für rund 800.000 Fahrzeuge bis 2029. Die Prämie kann rückwirkend für Neuzulassungen ab dem 1. Januar beantragt werden, die Auszahlung soll im Mai starten.
Klarer Vorteil für die Autobauer
Von der Maßnahme dürften vor allem BMW (BMW Aktie), Mercedes-Benz und der Volkswagen-Konzern profitieren. Die Prämie senkt den Preisdruck im Handel und erlaubt es den Herstellern, hohe Rabatte zumindest teilweise zu vermeiden. Schätzungen zufolge könnte die Nachfrage nach Elektroautos im Jahr 2026 um 20 bis 30 Prozent steigen. Niedersachsens Ministerpräsident und VW-Aufsichtsrat Olaf Lies bezeichnete die soziale Staffelung als überzeugend und betonte, der Umstieg auf Elektromobilität müsse für alle bezahlbar sein.
| Strategie | Hebel | |||
| Steigender Kurs |
Call
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5
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10
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20
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| Fallender Kurs |
Put
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5
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10
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20
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Konkurrenzkampf erwünscht
Brisant bei der neuen Förderung ist, dass die Förderung herstellerneutral ausgestaltet ist. Auch chinesische Anbieter wie BYD können von der Kaufprämie profitieren. Bundesumweltminister Carsten Schneider betonte am Montag, Deutschland wolle sich dem internationalen Wettbewerb stellen und sehe derzeit keinen Anlass für Herkunftsbeschränkungen.
Nicht alle über die Förderung erfreut
Gleichzeitig gibt es Kritik. Ferdinand Dudenhöffer vom Center Automotive Research warnt gegenüber dem Börsenmagazin Der Aktionär vor Mitnahmeeffekten und davor, dass die Prämie von den Herstellern in die Preise eingerechnet werden könnte. Brisant ist zudem, dass die Förderung allen Anbietern offensteht, auch chinesischen Herstellern wie BYD. Bundesumweltminister Carsten Schneider erklärte, man wolle sich dem Wettbewerb stellen und sehe keinen Anlass für Herkunftsbeschränkungen. Erst kürzlich hatte die EU vorgeschlagen, zusätzliche Importzölle auf chinesische Elektroautos durch Mindestpreise zu ersetzen.
Trump verhindert positive Wirkung der Förderung
Zu Wochenbeginn wurde die positive Wirkung der Prämie an der Börse jedoch von neuen geopolitischen Risiken überlagert. US-Präsident Donald Trump kündigte zusätzliche Importzölle auf Waren aus mehreren europäischen Nato-Staaten an, darunter Deutschland. Ab dem 1. Februar sollen zusätzlich zu bestehenden Abgaben Zölle von zehn Prozent greifen, ab dem 1. Juni sogar 25 Prozent – zumindest solange, bis es eine Einigung über den von Trump geforderten "vollständigen und umfassenden Kauf Grönlands" durch die USA gibt.
Autobauer und Zulieferer kräftig unter Druck
Die Ankündigung setzte die gesamte Branche unter Druck. BMW zählten mit einem Minus von 3,3 Prozent zu den schwächsten Dax-Werten, Mercedes-Benz Papiere verloren 2,4 Prozent und Volkswagen 2,8 Prozent. Auch Porsche AG, Porsche SE sowie zahlreiche Zulieferer wie Continental (Continental Aktie), Infineon (Infineon Aktie), Aumovio und Schaeffler gaben deutlich nach. Der europäische Branchenindex Stoxx Europe 600 Automobiles & Parts fiel auf den tiefsten Stand seit Mitte Oktober.
Henning Cosman, Analyst bei Barclays, sprach von einer beunruhigenden Rhetorik. Zwar sei noch unklar, ob die Zölle tatsächlich in Kraft treten, doch das diskutierte Ausmaß würde die Margen europäischer Hersteller erheblich belasten. Deutsche Autobauer sieht Cosman besonders stark vom aktuellen Zollrisiko betroffen.
Fazit: Rücksetzer eine Gelegenheit
Die Kombination aus staatlicher E-Auto-Förderung und geopolitisch bedingtem Kursrückgang sorgt für ein widersprüchliches Bild an den Märkten. Während Trumps Zolldrohungen kurzfristig belasten, verbessert die neue Prämie die Absatzperspektiven spürbar. Für langfristig orientierte Anleger könnten die aktuellen Rücksetzer eine Chance sein, schrittweise Positionen bei Autobauern aufzubauen. Besonders Volkswagen (VW Aktie) profitiert vom breiten und preislich attraktiven E-Portfolio, während BYD als starker Wettbewerber ebenfalls zu den größten Gewinnern der Förderung zählen dürfte.
Redaktion Ariva/MW
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