FRANKFURT (dpa-AFX) - Eine Analyse der Bank of America (BofA) zur europäischen Rüstungsbranche hat am Donnerstag Aktien aus dem Sektor in unterschiedliche Richtungen geschickt. BofA-Analyst David Holmes präferiert nun Unternehmen aus den Bereichen Luftverteidigung, Aufklärung, Überwachung und Ortung, Gefechtsnetzwerke sowie elektronische Kriegsführung.
Für dich zusammengefasst:
Die BofA-Analyse beeinflusst Aktien der Rüstungsbranche.
Renk fiel um 2,4 Prozent auf 36,87 Euro nach einer Abstufung.
Hensoldt stieg um 1,3 Prozent auf 77,26 Euro durch Optimismus.
Die Ergebnisentwicklung anderer Unternehmen, etwa von Renk , seien indes stärker von Themen wie der Modernisierung und Wiederauffüllung von Beständen abhängig, weshalb er hier vorsichtiger wurde. So strich er seine Kaufempfehlung für den deutschen Panzergetriebehersteller und nahm außerdem die tschechische CSG mit "Underperform" in seine Bewertung auf. Da er mit Blick auf den britischen Rüstungs- und Technologiedienstleister Babcock zudem "bessere Chancen woanders" sieht, senkte er die Einstufung dieser Aktie auf "Neutral".
Für Saab und Dassault Aviation dagegen ist er jetzt optimistischer und sprach Kaufempfehlungen aus. Obendrein startete er Aselsan und Fincantieri mit "Buy". Für die Hensoldt-Aktie hob er das Kursziel an, bekräftigte seine Kaufempfehlung und setzte das Papier des Anbieters von Verteidigungs- und Sicherheitselektronik zudem auf die "SMID Cap Europe Best Ideas List" mit den besten Anlageideen im Nebenwertebereich.
Diese Schritte gaben die Richtung für die meisten Aktien aus dem Sektor vor. Renk etwa zeigte sich nach der Abstufung den nunmehr vierten Tag in Folge schwach, die Titel fielen mit minus 2,4 Prozent auf 36,87 Euro auf ein weiteres Tief seit April 2025. Damals hatten Zollsorgen den Kurs bis auf 31,17 Euro gedrückt, bevor sich die Aktien noch am selben Tag wieder weitgehend erholt bei etwas über 40 Euro geschlossen hatten.
Wie BofA-Analyst Holmes schrieb, ist die Getriebeproduktion bei Renk auf aktuellem Niveau nicht zu halten. Das limitiere trotz des attraktiven Servicegeschäfts das langfristige Bewertungspotenzial, schrieb er. CSG verloren in Amsterdam knapp vier Prozent und Babcock in London etwa zwei Prozent.
Zugleich ist Holmes aber etwas positiver als zuvor für Hensoldt gestimmt, was diesen Aktien zu einer Kurserholung von 1,3 Prozent auf 77,26 Euro verhalf. Den Rüstungselektronikhersteller zählt er zu den Profiteuren, wenn es um die Beständigkeit künftiger Staatsausgaben für Verteidigung geht. Der Markt dürfte sich dabei zunehmend auf Unternehmen konzentrieren, die neue strategische Möglichkeiten eröffneten, da sie besonders profitieren würden, etwa vom Ausbau der Verteidigungsfähigkeit der NATO, staatlichen Initiativen zu strategischer Autonomie und vom Ersatz von US-Kapazitäten.
Seine Favoriten sind hier - abgesehen von Hensoldt - aber vor allem das norwegische Technologie- und Rüstungsunternehmen Kongsberg und Aselsan aus der Türkei. Zudem seien auch die beiden Flugzeugbauer und Rüstungskonzerne Saab aus Schweden und Dassault Aviation aus Frankreich sowie der Marineschiffbauer TKMS in den sogenannten "beständigen Kategorien" tätig. Im Gegensatz dazu seien Rheinmetall (Rheinmetall Aktie), Renk und CSG stärker von der Erneuerung und Wiederauffüllung von Beständen abhängig, was zwar mittelfristig stützen dürfte, aber von Natur aus ein stärker zyklisches Geschäft sei, erklärte Holmes.
Während der TKMS-Kurs zuletzt um 1,2 Prozent auf 80,90 Euro nachgab und die Rheinmetal-Aktien 0,4 Prozent auf 953 Euro verloren, legten jene von Saab in Stockholm kräftig um 2,8 Prozent zu./ck/tih/jha/
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