Quanten-Durchbruch, aber im Minus: Ist diese Aktie jetzt ein Schnäppchen?

Nicolas Ebert Nicolas Ebert
Nicolas Ebert Nicolas Ebert
Nicolas Ebert steht für kompakte Nachrichten mit einem sicheren Gespür für relevante Marktthemen. Nach über 6 Jahren für wallstreetONLINE und ariva.de im Einsatz fühlt sich der Berliner in der Finanzwelt wie zu Hause. Seine Inhalte reichen querbeet von Value-Titeln und den Märkten in Asien über die US Big-Techs bis hin zu aktuellen Top-Performern auf dem globalen Börsenparkett. So entstehen informative News, die Anlegern echten Halt geben.

 | 
aufrufe Aufrufe: 749
A-
A+
Lesemodus
playAudio
playTeilen
Google senkt die Fehler in einem Schlüsselbaustein des Quantencomputers um das 40-Fache. Doch die Alphabet-Aktie fällt. Verpasst die Börse gerade den nächsten großen Technologiesprung?
Für dich zusammengefasst:
Hinweis

Google hat eine der größten Hürden auf dem Weg zum Quantencomputer ein Stück kleiner gemacht. Mit einer neuen Technik senkten die Forscher die Fehler in einem entscheidenden Baustein um etwa das 40-Fache. Die Ergebnisse erschienen am 15. Oktober im Fachmagazin Science. Getestet hat das Team um Emma Rosenfeld und Craig Gidney auf Googles Quantenchip Willow.

Quantencomputer: Magie gegen Fehler

Quantencomputer rechnen mit sogenannten Qubits. Sie verarbeiten Informationen auf eine Weise, die herkömmlichen Bits verwehrt bleibt. Dafür reagieren sie extrem empfindlich auf Störungen. Besonders teuer ist die Erzeugung "magischer Zustände". Diese speziell präparierten Zustände braucht ein Quantencomputer für bestimmte Rechenschritte. Bei jeder Nutzung verbrauchen sie sich und müssen neu entstehen. Laut Schätzungen könnten sie bis zu 95 Prozent der Rechenkapazität fressen.

Das Verfahren der Alphabet-Tochter setzt hier an. Es startet mit einem unvollkommenen Zustand und prüft ihn immer wieder auf Fehler. Fehlerhafte Versuche fliegen raus. So erreichte Google eine Rekordgenauigkeit von 99,99 Prozent. Die Forscher sprechen von der ersten Demonstration einer praktischen Lösung für einen der schwersten Engpässe des Quantencomputings.

Werte aus dem Artikel:

Zudem gelang es, die Zustände zwischen zwei verschiedenen Systemen zur Fehlerkorrektur zu übertragen. Das spricht dafür, dass sich die Technik in größere Rechner einbauen lässt.

Einen marktreifen Quantencomputer hat Google damit aber nicht. Die Technik muss sich erst in deutlich größerem Maßstab bewähren. Die 40-fache Verbesserung gilt zudem nur für die magischen Zustände, nicht für den gesamten Prozessor. Einen Zeitplan für die Vermarktung nannte Google nicht.

Alphabet-Aktie: Kein Rückenwind vom Durchbruch

Auch interessant

An der Börse ging die Nachricht im Ausverkauf der Technologiewerte unter. Die Alphabet-Aktie verlor am Freitag 2,5 Prozent auf 340,59 US-Dollar. Mit 4,17 Billionen US-Dollar Börsenwert bleibt der Konzern hinter Nvidia mit rund 5,2 Billionen US-Dollar. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis für 2027 liegt laut MarketScreener bei rund 23. Die 62 erfassten Analysten raten zum Kauf. Ihr mittleres Kursziel von 430,51 US-Dollar liegt gut 26 Prozent über dem Kurs. Am 28. Oktober legt Alphabet Quartalszahlen vor.

Fazit

Der Fortschritt stärkt Googles Position im Wettlauf um fehlertolerante Quantencomputer. Zum Gewinn trägt er aber auf absehbare Zeit nichts bei. Für die Aktie zählen kurzfristig Werbung, Cloud und die Investitionen in künstliche Intelligenz. Die Zahlen am 28. Oktober geben die Richtung vor. Das Quantenprojekt bleibt eine Option auf die ferne Zukunft.



Themen im Trend

Dein Kommentar zum Artikel im Forum

Jetzt anmelden und diskutieren Registrieren Login

Hinweis: ARIVA.DE veröffentlicht in dieser Rubrik Analysen, Kolumnen und Nachrichten aus verschiedenen Quellen. Die ARIVA.DE AG ist nicht verantwortlich für Inhalte, die erkennbar von Dritten in den „News“-Bereich dieser Webseite eingestellt worden sind, und macht sich diese nicht zu Eigen. Diese Inhalte sind insbesondere durch eine entsprechende „von“-Kennzeichnung unterhalb der Artikelüberschrift und/oder durch den Link „Um den vollständigen Artikel zu lesen, klicken Sie bitte hier.“ erkennbar; verantwortlich für diese Inhalte ist allein der genannte Dritte.

Weitere Vorteile:

  • Kursalarme
  • Watchlists & Musterdepots
  • Börsenspiele & Community-Forum
  • Historische Kurse im CSV-Format
  • News & Themen abonnieren