PARIS/LONDON/ZÜRICH (dpa-AFX) - Am Donnerstag ist es an den europäischen Börsen leicht nach unten gegangen. "Hohe Energiepreise und die Sorge vor weiteren Zinserhöhungen belasten die Stimmung", so Marktanalyst Andreas Lipkow vom Broker CMC Markets. "Besonders die hoch bewerteten KI- und Technologieaktien geraten unter Druck." Zugleich gebe es Käufe defensiver Aktien.
Für dich zusammengefasst:
Europäische Börsen verzeichnen am Donnerstag Abgaben.
EuroStoxx 50 fiel um 0,62 Prozent auf 6.151,83 Punkte.
Defensive Aktien und Telekomsektor zeigen Aufwärtsbewegungen.
Der EuroStoxx 50 verlor gegen Mittag 0,62 Prozent auf 6.151,83 Punkte. Außerhalb der Euroregion gewann dagegen der Schweizer Leitindex SMI 0,48 Prozent auf 14.198,54 Punkte. Er profitierte damit von den Gewinnen der defensiven Schwergewichte.
Der britische FTSE 100 notierte mit einem Plus von 0,52 Prozent bei 10.780,56 Punkten. "Unterstützung liefern überraschend robuste britische Konjunkturdaten", merkte Lipkow dazu an.
Technologiewerte standen unter Druck. Verantwortlich waren schwache Vorgaben aus den USA und Asien. Damit setzte sich die Korrektur des hoch bewerteten Sektors fort. Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners sprach von Sorgen vor einer stärkeren Abwärtswelle. ASML büßten knapp fünf Prozent ein. Besser hielten sich SAP (SAP Aktie) , die ihre Erholungsbewegung mit leichten Zuwächsen fortsetzten.
Verhalten war auch die Entwicklung des Bankensektors. Hier standen Aktien von Nordea unter Druck und fielen um sechs Prozent. Die Zahlen hätten mehr oder minder im Rahmen der Erwartungen gelegen, betonten die Analysten von Jefferies. Allerdings habe die Bank angekündigt, wegen der derzeit laufenden Überprüfung der Kapitalbasis durch die Europäische Zentralbank (EZB) zunächst keine weiteren eigenen Aktien zurückzukaufen.
Gefragt waren dagegen die defensiven Branchen. Die Stärke des Telekomsektors resultierte neben den Gewinnen klassischer Titel wie Deutsche Telekom auch aus dem Kurssprung von Ericsson . Die Aktien des schwedischen Telekomausrüsters reagierten damit auf die jüngsten Quartalszahlen. Die Analysten von Bernstein Research sprachen von deutlich über den Erwartungen liegenden Umsätzen und Gewinnen. Dabei habe sich vor allem das Netzwerk-Geschäft in Japan und Indien positiv ausgewirkt.
Im Versicherungssektor legten die Aktien von Zurich Insurance mit 2,4 Prozent deutlich zu. Das Analysehaus Jefferies hatte das Kursziel deutlich von 520 auf 620 Franken angehoben. Unter den kleineren Schweizer Werten gewannen DocMorris 1,6 Prozent. Die Online-Apotheke hatte im dritten Quartal 2026 das Wachstum deutlich beschleunigt./mf/mis
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