Zweifel am KI-Boom: Dell und CoreWeave stürzen zweistellig ab
Pascal Grunow
Pascal Grunow
Pascal Grunow war bereits drei Jahre lang als Werkstudent in der Redaktion von BörsenNEWS tätig und ist heute Teil der Redaktion von Wallstreet-Online. Sein Schwerpunkt liegt vor allem auf Kryptothemen, bei denen er aktuelle Marktbewegungen und Trends rund um digitale Währungen aufbereitet.
KI-Aktien erleben einen heftigen Ausverkauf. Besonders heftig traf es CoreWeave. Die Aktie brach um 15,46 Prozent auf 65,78 US-Dollar ein und verlor nachbörslich weitere 5,94 Prozent auf 61,87 US-Dollar. Auch die Aktie von Dell verzeichnete erhebliche Kursverluste und schloss 11,27 Prozent tiefer bei 507,93 US-Dollar. Nachbörslich fiel der Kurs um weitere 1,39 Prozent auf 500,86 US-Dollar.
Auslöser des Ausverkaufs waren überraschend hohe US-Inflationszahlen. Sie schürten die Sorge vor weiteren Zinserhöhungen der US-Notenbank Fed, die insbesondere schuldenfinanzierte KI-Projekte verteuern könnten.
CoreWeaves Schulden werden zum Problem
Einem Bericht der Financial Times zufolge sucht CoreWeave verstärkt Kapital aus der Versicherungsbranche, um den milliardenschweren Ausbau seiner KI-Rechenzentren voranzutreiben.
CoreWeave hat sein Wachstum in erheblichem Umfang mit Fremdkapital finanziert. Die gesamten Schulden und Leasingverpflichtungen beliefen sich zuletzt auf 52 Milliarden US-Dollar.
Besonders alarmierend ist die Entwicklung am Anleihemarkt. Die Rendite einer bis 2032 laufenden CoreWeave-Anleihe stieg zeitweise auf 15 Prozent. Das signalisiert erhebliche Zweifel an der Kreditwürdigkeit des Unternehmens.
Steigende Zinsen würden diese Problematik zusätzlich verschärfen. Denn der Aufbau neuer Rechenzentren erfordert enorme Investitionen, während die erwarteten Einnahmen häufig erst über mehrere Jahre erwirtschaftet werden.
Auch bei Dell wächst die Skepsis. Die britische Investmentbank Barclays stufte Dell von "Overweight" auf "Equal Weight" herab.
Die Analysten bezweifeln, dass das Unternehmen bereits in ausreichendem Umfang in künstliche Intelligenz investiert, um die hohen Erwartungen an die Hardwarehersteller zu rechtfertigen.
Nach Einschätzung von Barclays fließen derzeit lediglich rund fünf Prozent der IT-Budgets in KI. Zudem entfällt nur etwa ein Viertel dieser Ausgaben auf Hardware.
Die zuletzt starken Umsatzzuwächse seien deshalb weniger auf eine sprunghaft steigende KI-Nachfrage als vielmehr auf höhere Speicherpreise zurückzuführen. Diese Mehrkosten würden von den Herstellern an ihre Kunden weitergegeben und damit die ausgewiesenen Umsätze erhöhen.
Ein möglicher Rückgang der Speicherpreise könnte das Umsatzwachstum künftig entsprechend belasten.
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