Der Goldmarkt steht nach Ansicht von Strategen von Wells Fargo vor einer möglichen Neubewertung. Trotz eines deutlichen Rücksetzers im vergangenen Monat sehen Analysten weiterhin erhebliches Aufwärtspotenzial – und zeichnen in ihrem optimistischsten Szenario ein Kursziel von bis zu 8.000 US-Dollar je Feinunze bis zum Jahr 2027.
"Debasement Trade" treibt Gold (Goldkurs) langfristig an
Im Zentrum dieser Prognose steht der sogenannte "Debasement Trade". Gemeint ist eine zunehmende Abwertung klassischer Fiat-Währungen wie des US-Dollars, während Zentralbanken weltweit verstärkt auf Gold als neutralen Wertspeicher setzen.
Laut Ohsung Kwon, Chefstratege für Aktien bei Wells Fargo Securities, befindet sich die Welt derzeit im vierten großen Abwertungszyklus dieser Art seit Beginn der modernen Finanzmärkte. Dieser Zyklus habe im Jahr 2022 begonnen.
"Nach dem jüngsten Rücksetzer liegt der Goldpreis nun näher an unserem modellierten fairen Wert von 4.500 Dollar (Dollarkurs). Gleichzeitig deuten alle drei Haupttreiber auf eine Fortsetzung der Abwertungsdynamik hin", so Kwon.
Vier von fünf Szenarien sprechen für steigende Preise
Besonders bemerkenswert: In vier von fünf wirtschaftlichen Szenarien erwartet Wells Fargo eine Fortsetzung des "Debasement"-Trends. Sollte sich diese Entwicklung bestätigen, könnte Gold bis 2027 auf bis zu 8.000 US-Dollar steigen.
Rückschlag nach geopolitischen Spannungen
Noch vor wenigen Wochen gehörte Gold zu den stärksten Momentum-Investments des Jahres. Doch die Eskalation des Konflikts zwischen den USA und dem Iran setzte dem Edelmetall zu. Im März verloren Gold-Futures nahezu 11 Prozent – der stärkste monatliche Rückgang seit Juni 2013.
Trotz dieser Schwächephase sehen Analysten darin keinen strukturellen Bruch, sondern vielmehr eine gesunde Korrektur innerhalb eines übergeordneten Aufwärtstrends.
Auch ein negatives Szenario bleibt möglich
So optimistisch die Prognosen ausfallen, so klar benennen die Analysten auch Risiken. Im pessimistischen Szenario könnte Gold bis Ende 2027 auf rund 4.000 US-Dollar fallen.
Damit bleibt der Goldmarkt stark von makroökonomischen Entwicklungen abhängig, insbesondere von Geldpolitik, Inflation und geopolitischen Spannungen.
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