... nachbörslichen Verschiebungen irgendeine besondere Rolle spielen. Gerade weil wir das schon länger beobachten, ist es meiner Meinung nach so, dass irgendwelche Finanzdienstleister über den Tag hinweg die Aktien in kleinen Stückelungen aufkaufen und dann in einem großen Paket an den Auftraggeber übertragen. Die Verkäufe größerer Pakete finden auch gestückelt (über den Tag verteilt) statt, so dass unter dem Strich eigentlich nichts daraus abzuleiten ist. Die einzigen Indizien ergeben sich aus der Entwicklung bei den institutionellen Anlegern, die wir Normalsterblichen aber nur alle 3 Monate einsehen können, wenn die Instis ihre 10F-Berichte (so heißen die, glaube ich) bei der SEC eingereicht haben:
http://www.nasdaq.com/symbol/yhoo/institutional-holdings
Die Quote liegt nach wie vor bei ca. 70%. Bei so einem Wert kann man zumindest davon ausgehen, dass eine Übernahme mit einem nur kleinen Aufschlag (ca. 20%) eher unwahrscheinlich ist. Ich rechne noch immer mit einer Übernahme von Yahoo! zu einem Kurs von etwa $70 bis $75 je Aktie noch vor dem Spin-Off im Dezember. Meiner Ansicht nach dürfte die nächste Rallye genau in diesem Szenario enden, aber die Frage ist und bleibt, wann diese starten wird. Der Zeitraum zwischen jetzt und November würde mir plausibel erscheinen, immer begleitet von steigenden Kursen bis ca. $50-$55 und einem finalen Schlussgebot des Käufers. Yahoo! ist einfach ein Pfund, dass man sich zu den aktuellen Konditionen eigentlich gönnen sollte. Es werden nicht alle US-Investoren panische Angst vor einer großen Rezession in China haben und wer davon ausgeht, dass Alibaba im Falle eines weiteren (wenn auch "nur" einstelligen) Wachstums eine wichtige Rolle dort spielen wird, der wird sich das Yahoo!-Paket ebenso sichern wollen, wie ein möglicher strategischer Partner von Alibaba. Neben den großen IT-Konzernen wie Microsoft, IBM, Oracle oder auch Apple würde ich auch Player wie Amazon oder Walmart (aus dem Einzelhandel) für mögliche Kandidaten halten. Am Spannendsten dürfte Yahoo! aber für einen Finanzinvestor sein, der den Laden anschließend zerschlägt und die Filetstücke meistbietend veräußert.