kurstechnisch der GAU! Morgen werden wir uns bitterböse umgucken!Tja, schade....
MWG Biotech: Schlimmer gehts nimmer Seite 1/2
[ 25.10.04, 17:49 ]
Von Stefan Riedel
Bei MWG Biotech brennt es lichterloh. Zwei Wochen, nachdem das Biotechunternehmen die Schließung von zwei Geschäftsbereichen ankündigte, gibt das neue Management die vorläufigen Neunmonatszahlen bekannt.
MWG Biotech hat im Geschäft mit Genanalysesystemen einen schweren Stand.
Und die bestätigen die schlimmsten Befürchtungen: Der Umsatz lag bei 26,5 Millionen Euro und damit um fast 20 Prozent unter dem Vorjahreswert. Anders als bis zuletzt prognostiziert fällt das Ergebnis auf EBITDA-Basis tiefrot aus: Mit 6,8 Millionen Euro beläuft sich der Verlust auf das Doppelte des Vorjahreswertes. Während das Kerngeschäft fast eine schwarze Null schafft, schrauben sich die Miesen bei Genomic Diagnosis und Genomic Technology in die Höhe.
Mit einer Schocktherapie will MWG Biotech das Ruder noch herumreißen. Die Mitarbeiterzahl wird von 351 auf 140 Beschäftigte zusammengestrichen. Abgesehen von den Folgen für den Standort Ebersberg bei München werden die entsprechenden Abfindungen das Ergebnis belasten. Die beiden Produktionsstandorte in den USA und Indien sollen dagegen erhalten bleiben.
Im Gesamtjahr soll der Umsatz bei 31 Millionen Euro erreichen, nachdem 2003 noch 43 Millionen Euro eingenommen wurden. Das EBITDA soll sich - vor Umstrukturierungskosten wohlgemerkt - auf minus 9,4 Millionen Euro belaufen.
"Das operative Geschäft greift nicht", hatte Vorstand Wolfgang Pieken noch vor zwei Wochen auf Anfrage von BÖRSE ONLINE so lapidar wie zutreffend geantwortet. Vertrieb und Marketing sollten völlig neu ausgerichtet werden. Wer die beiden Geschäftsbereiche übernehmen soll, bei denen sich der Großteil der Verluste angehäuft hat, ist noch völlig offen.
Teil 2: Warum es für MWG Biotech auch mittelfristig zappenduster aussieht.
Völlig offen ist auch, wie sich das Unternehmen wieder frisches Kapital beschaffen wird. MWG Biotech hatte erst im Mai über eine Kapitalerhöhung 3,9 Millionen Euro eingenommen. Heikel wird es allemal: Am 30. Juni verfügte die Firma über 9,3 Millionen Euro an Barmitteln. Gleichzeitig hatte sie im ersten Halbjahr 7,4 Millionen Euro aufgebraucht.
Auf dieser Grundlage würde MWG Biotech im kommenden Frühjahr ein Liquiditätsengpass drohen, zumal größere Firmenwertabschreibungen wahrscheinlicher werden. Dazu kommt der Preiskampf im Markt für Genom-Sequenzierung und synthetische Nukleinsäuren, Oligos genannt. Ob und wann MWG Biotech schwarze Zahlen schafft, ist derzeit ungewisser denn je.
Anleger sollten also nicht auf einen rettenden Investor spekulieren, der bald in die Bresche springt, sondern den Rückzug antreten. Ähnliches hatte Vorstandschef Thomas Becker Ende August getan. Der als Sanierer angetretene Becker hatte seinen bis Mitte 2005 laufenden Vertrag vorzeitig gekündigt. Über Hintergründe und Timing schweigt sich die neue Doppelspitze Volker Muschalek und Wolfgang Pieken weiter aus.
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Kurs am 25. Oktober: 0,59 Euro
Rückschlagsrisiko: 30 Prozent