Das mit Puts (und auch mit Calls) ist so'ne Sache. Es ist nichts für mich, soviel weiß ich. Für mich ist das Glücksspiel (wie eine Pferdewette) und nicht Investition.
Wie ein Put genau funktioniert müßte Lolli erklären (oder man liest es mal im www nach), und man kann sich Videos geben, wo Charlie und Warren sich zu dem Thema äußern. Die meinen, daß Dividenden und steigende Kurse letztendes durch eine Wertschöpfung des jeweiligen Unternehmens "gedeckt" sind (trotz gewisser Überteibungen beim Kurs hier und da) und, daß Puts unethisch wären - jedenfalls sind Puts nicht durch Wertschöpfung gedeckt, sondern dadurch, daß jemand anders die Wette dagegen hält.
Bei der Ethik kann man sich ja fragen, wie weit man elastisch ist. Wenn beispielsweise jemand so dumm ist zu rauchen, dann kann ich ja via Dividende erst an seinen Zigaretten (BAT oder so) und dann an seinem Lungenkrebs (Krankenhausbetreiber, Pharma, Krebstherapie, ...) verdienen, und wenn jemand so dumm ist, gegen Dich zu wetten ist das ja auch sein Problem. Das geht dann beliebig weiter und am Ende schreibt man eine Software mit der Rheinmetall die Ergebnisse der Beschußversuche an lebenden Schafen auswertet oder man schreibt eine Software, die andere Menschen arbeitslos macht - oder man arbeitet lieber im Reformhaus oder im Bioladen oder geht als Streetworker und macht Drogenausstiegsberatung und lehrt Ökotrophologie (oder wählt einen Mittelweg).
Also mein Plan ist kurz vor "trying to be smart" und das ist auf lange Sicht nicht ganz so gut wie "avoiding to be stupid", aber das Risiko meines Planes halte ich für überschaubar. Ein Put ist etwas dichter dran an "trying to be smart".
Wenn mein Plan (siehe oben) schief geht (ich habe den Ausstieg verpaßt oder der Anstieg hat nicht stattgefunden), sitze ich weiter auf der Aktie und muß die Dividende kassieren und kriege ein Magengeschwür weil ich mal wieder daneben lag. Was passiert, wenn das mit dem Put schiefgeht?