Die Kassen urteilen derzeit über "alte Erkrankung oder neue Erkrankung" (was man so hört) über den ICD-10, der auf dem gelben Schein für die Kasse vermerkt ist, auf dem gelben Schein für den Arbeitgeber aber nicht erwähnt wird.
Wenn der Arbeitnehmer (m/w/d) dann länger als sechs Wochen krank ist, kommt das Krankengeld, erkrankt der Arbeitnehmer erneut, entscheidet die Kasse (soweit mir überliefert) anhand des ICD-10 ob sie in der Pflicht ist (gleiche Krankheit) oder der Arbeitgeber (neue Krankheit). Wenn es eben noch "Rücken" war diesmal aber "vegetative Dystonie" oder "Hodenkrebs" ist, dann ist der Arbeitgeber wieder mit 6 Wochen Lohnfortzahlung dran, wenn es durchgängig "Rücken" (oder z.B. "Beinbruch") ist, ist evtl. zwischen Kontinuum und getrennten Epsioden zu unterscheiden.
Wenn dann der Arbeitgeber Stress macht und sich gegen die Kassenentscheidung stellt, dann kann der Arbeitnehmer vor den Kadi ziehen (er weiß ja, ob er gewinnen wird oder von Lohnfortzahlung auf Krankengeld runtergestuft wird), und wenn das mit den vorzuschießenden Gerichtskosten ein Problem ist, schließt er eine Rechtsschutzversicherung ab (ggf. über den Gewerkschaftsbeitrag). Krankenkassen, die in dieser Frage "fasches Zeugnis reden" sollten extreme Ausnahmefälle sein. Die sind ja nicht blöd und verstoßen ungern gegen geltdende Gesetze. Der Arzt (m/w/d) schreibt die Diagnosen, die Ärzte kennen die Lage, wer seinem Schwager eine Gefälligkeit erweist oder erweisen soll, kenn das Risiko und weiß, wie man es meidet.
Es kann also durchaus passieren, daß Teslas "Lösung" zu einem höheren Grad der gewerkschaftlichen Organisierung der Arbeitnehmer führt. Sehr gute Idee! Ob es schlau ist, sich in Reihe in verlorenen Gerichtsprozessen zu verzetteln steht auf einem anderen Blatt. Das Kerngeschäft in Grünheide war wimre die Produktion von Autos.
Wäre ich Hr. Grünheide stellte sich mir die Frage, ob meine Arbeitsbedingungen meine Mitarbeitenden krank machen, ich Fehler beim Recruting begangen habe, oder der Standort (Berliner und Ossis) systemimanent für einen erhöhten Krankenstand sorgt (und die Standortwahl dämlich war).
Schwer vorstellbar, daß ein "erhöhter" Krankenstand (verglichen womit genau?) mit guten Arbeitsbedingungen einher geht und lediglich die Mitarbeitenden alles faule Drückeberger:Innen sind. Sehr schwer vorstellbar (bei all meiner herzlichen Aversion gegen Personen aus der Gegend).