Abu Bakr As-Siddiq
Abu Bakr, Allahs Wohlgefallen auf ihm, mit dem Beinamen As-Siddiq (= der Wahrhafte) war der erste Kalif des Islam.
Er stammte aus einem der angesehensten Stämme Makkas.
Er war unter den Männern der erste, der den Islam annahm, und stand von nun an stets treu und standhaft dem Propheten, Allahs Segen und Friede auf ihm, bei allen Schwierigkeiten zur Seite.
Er wurde durch die Ehe seiner Tochter A'isa mit dem Propheten, Allahs Segen und Friede auf ihm, dessen Schwiegervater.
Wahrend der kritischen Zeit nach dem Tod des Propheten, Allahs Segen und Friede auf ihm, hatte er den Zusammenhalt der Gemeinde aufrechterhalten und zerschlug während seiner Amtszeit als Kalif diejenigen, die nach dem Tod des Propheten entweder durch ihre Weigerung, die Zakat zu entrichten, oder durch ihr Ablehnen der gesamten Religion vom Islam abgefallen waren.
'Amr Ibn Al-'As (r) berichtete:
"Der Prophet, Allahs Segen und Friede auf ihm, entsandte mich mit dem Heer nach Dat As-Salasil und gab mir den Oberbefehl über die Truppen. Ich kam zu ihm und sagte: »Welchen Menschen liebst du am meisten?«
Er sagte: »'A'isa!«
Ich sagte: »Wen unter den Männern?«
Er sagte: »Ihren Vater!«
Ich sagte: »Wen sonst?«
Er sagte: »'Umar Ibn Al-Hattab!«
Danach nannte er weitere Männer."
Und Ibn 'Umar (r) berichtete:
"Wenn wir zur Zeit des Propheten, Allahs Segen und Friede auf ihm, von der Vorzüglichkeit der Menschen sprachen, gaben wir den Vorrang Abu Bakr, dann 'Umar Ibn Al-Hattab, dann 'Utman Ibn 'Affan, Allahs Wohlgefallen auf ihnen." Abu Bakr war zwei Jahre jünger als der Prophet, Allahs Segen und Friede auf ihm.
Seine Eltern nannten ihn '"Abd Al-Ka'ba" (Diener der Ka'ba).
Als er Muslim wurde, änderte der Prophet diesen heidnischen Namen in '"Abdullah" (= Diener Allahs) um.
Da er sich bereits in früher Jugend zum Islam bekannte, bekam er den Beinamen "Abu Bakr", der eine solche Bedeutung wiedergibt.
Unter diesem Namen ist er bekannt geworden; und auch heute noch kennt ihn die Welt als "Abu Bakr".
Der Name seines Vaters war 'Utman; er war jedoch bekannt als "Abu Quhafa".
Abu Bakrs Mutter war Salma; sie war auch unter dem Namen "Ummu-l-Hair" (= Mutter der guten Dinge) bekannt. Abu Bakr gehörte einem Zweig des Stammes der Qurais an.
Von früher Jugend an galt Abu Bakr als gutmutig und aufrichtig. Er war ehrlich und wahrheitsliebend.
Diese Eigenschaften verschafften ihm großes Ansehen. Durch seine guten Charaktereigenschaften gewann er auch die Freundschaft des jungen Muhammad. Beide wurden schon in früher Jugend treue Freunde.
Diese Freundschaft hielt ein Leben lang und machte Geschichte. Nachdem Abu Bakr herangewachsen war, wurde er ein reicher Kaufmann.
Doch benutzte er seinen Reichtum, um den Armen zu helfen. Er war sehr gutherzig. Wenn er jemanden in Schwierigkeiten sah, wurde sein Herz weich, und er half ihm nach Kräften. Wenn sein Geld Leid abschaffen konnte, sah er nicht darauf, wieviel er ausgab.
Abu Bakr stand dem Propheten, Allahs Segen und Friede auf ihm, immer sehr nahe. Der Prophet sagte einmal selbst:
"Ich rief die Menschen zum Islam auf. Jeder dachte darüber nach, mindestens eine Weile. Bei Abu Bakr war dies jedoch nicht der Fall. Er nahm den Islam ohne jedes Zögern im gleichen Augenblick an, als ich ihn ihm eröffnete."
Abu Bakrs Reichtum war für viele muslimische Sklaven die Rettung. Er kaufte sie ihren unmenschlichen Herren ab und gab ihnen die Freiheit. Bilal war einer dieser Sklaven.
Abu Bakr (r) war der Begleiter des Propheten in der Berghöhle während seiner Auswanderung von Makka nach Al-Madina. Er nahm an allen Kämpfen teil, die der Prophet, Allahs Segen und Friede auf ihm, zu bestehen hatte.
Sein Leben lang schlug er sich tapfer unter dem Banner des Islam.
Nach dem Tod des Propheten, Allahs Segen und Friede auf ihm, wurde Abu Bakr (r) Kalif mit allgemeiner Zustimmung der islamischen Gemeinde. Im Jahre 13 n.H. wurde Abu Bakr krank und nach zwei Wochen starb er mit 63 Jahren im selben Alter wie der Prophet.
Er wurde an der Seite des Propheten, Allahs Segen und Friede auf ihm, beigesetzt.
Vor seinem Tod sagte er noch:
"Nehmt keine neuen Tücher, um meinen Leib zu bedecken. Das Stück Tuch, auf dem ich liege, genügt. Wascht es!"
"Aber es ist zu alt und abgenutzt, Vater", sagte seine Tochter A'isa.
“Dieses alte, abgetragene Tuch genügt für mich“, antwortete er.
Dieser letzte Wunsch wurde befolgt.