Dass der Goldpreis in den späten 90er Jahren kein Bein auf den Boden bekam, sondern ständig zurückfiel, lag nicht nur an den damaligen Goldverkäufen der Notenbanken. Auch die Vorstände der großen Goldminen sorgten sich massiv um die Absatzpreise. Als Ausweg wählten sie den Vorwärtsverkauf ihres Produkts. Auf Jahre hinaus wurde die zukünftige Goldpoduktion verkauft. Kurzfristig drückte dieses Verhalten die Preise und langfristig trugen die Vorwärtsverkäufe mit dazu bei, dass der Goldpreis auf niedrigem Niveau verharrte.
Fragt man nach den Gründen warum der Goldpreis in dieser Dekade so stark gestiegen ist, dann sind mehrere Gründe zu nennen. Die Notenbanken verkauften nicht mehr und immer mehr Anleger schichteten Kapital in Sachwerte um. Davon profitierten Gold und Silber als klassische Sachwerte im Edelmetallsektor weit mehr als beispielsweise die Aktien, die immer noch unterhalb ihrer Höchststände notieren, während insbesondere das Gold von einem Rekordhoch zum nächsten eilte.
Diese Entwicklung allein war schon geeignet den Goldpreis auf deutlich höhere Niveaus zu heben. Verstärkend kam jedoch hinzu, dass die großen Goldminen ihre umfangreichen Vorwärtsverkäufe, die so genannten Hedgebooks, schlossen, zunächst zögerlich, dann immer vehementer.
Schließung der Hedgebooks stützte den Goldpreis
Ein Vorreiter dieser Entwicklung war AngloGold Ashanti, die Nummer 3 unter den weltweit größten Goldproduzenten. Anders als die Konkurrenten GoldFields und Harmony hatten die Südafrikaner, ihre Produktion in den 90er Jahren teilweise auf Termin verkauft. Das bescherte ihnen höhere und vor allem stabilere Gewinne in den 90er Jahren, führte aber nach der Jahrtausendwende dazu, dass sich der Aktienkurs von Anglogold deutlich schwächer entwickelte als die Kurse von Harmony und GoldFields, von DRD Gold, der Kurs sich 2000/2001, damals noch unter dem alten Namen Durban Roodeport Deep, mal eben versechsfachte, ganz zu schweigen.
Anders als Barrick Gold, die Nummer 1 der Branche, ließ sich Anglogold mit dem Zurückführen des eigenen Hedgebooks auch deutlich mehr Zeit. Man begann früher mit dem Auflösen der Vorwärtsverkäufe als Barrick Gold, benötigte insgesamt jedoch einen längeren Zeitraum, weil pro Jahr nur ein Teil der Verkäufe zurückgekauft wurde. Inzwischen hat aber auch Anglogold sein Hedgebook vollständig geschlossen. Die letzte Position wurde jetzt, etwa drei Monate vor dem ursprünglich geplanten Ende der Aktion, zurückgekauft.
Neue Besen kehren gut
Verantwortlich für diesen Wandel ist Mark Cutifani, der Anfang 2008 zum neue Vorstand bestellt wurde und sofort mit der Rückführung des umfangreichen Hedgebooks begann. Anglogolds Vorwärtsverkäufe beliefen sich zu dieser Zeit auf 11,3 Millionen Unzen. Bis Juni 2010 konnte dieser Goldberg bis auf 3,22 Mio. Unzen abgetragen worden und inzwischen hat Anglogold das Hedgebook komplett geschlossen, sodass der Konzern von zukünftigen Anstiegen des Goldpreises im vollen Umfang wird profitieren können.
Mark Cutifani bezifferte den Gewinn, den Anglogold für seine Aktionäre durch die Schließung des Hedgebooks erwirtschaftet hat, auf 4,0 Mrd. US Dollar und betonte, man sei für die weitere Entwicklung des Goldpreises sehr positiv gestimmt. So erfreulich ein zusätzlicher Gewinn von 4,0 Mrd. US Dollar ist, die Entwicklung kommt leider etwas spät, denn im Jahr 2008, als Cutifani bei Anglogold das Ruder übernahm, war der Goldpreis schon ein gutes Stück angestiegen und Anglogolds Hedgebook hatte sich für die Aktionäre zu einem großen Verlustbringer erwiesen, denn das geförderte Gold musste zu Preisen weit unter dem damaligen Marktpreis abgegeben werden.
Darüber schweigt sich Anglogold natürlich aus. Wer will es der Firma verdenken? Keiner spricht gerne über seine eigenen Fehler. Viel lieber richtet man deshalb auch bei Anglogold den Blick in die Zukunft. Das dritte Quartal wird noch einmal durch die Kosten der Schließung des Hedgebooks belastet werden. Zu den Kosten in Höhe von 98 Mio. US Dollar für die planmäßige Rückführung des Hedgebooks kommen weitere 2,63 Mrd. US Dollar an Kosten für die vorzeitige Schließung des Hedgebooks. Das bedeutet, dass Anglogold seine eigenen Vorwärtsverkäufe für einen durchschnittlichen Preis von 1.300 US Dollar je Unze zurückgekauft hat.
Den Blick auf eine goldene Zukunft gerichtet
An diesen Zahlen ist klar zu erkennen wie wirtschaftlich unsinnig die Vorwärtsverkäufe letztlich waren. Doch das ist jetzt alles Geschichte. Für die Aktionäre von Anglogold, die jetzt vermutlich erleichtert aufatmen werden, stellt sich nun vielmehr die Frage wie es mit ihrem Konzern weitergehen wird. Für sie hielt Cutifani auf dem Gold Forum in Denver einige bemerkenswerte Informationen bereit. Zunächst einmal überraschte die Offenheit mit der der Vorstand die Fehler und Probleme der Vergangenheit ansprach und einen Ausblick auf die mittelfristige Zukunft gab.
Folgt man Mark Cutifanis Argumentation, dann ist Anglogold nun einer der bestangesehenen reinen Goldproduzenten mit 71 Mio. Unzen Gold an gesicherten Reserven und einer zusätzlichen Goldressource von 226,7 Mio. Unzen. Die Masse der Reserven und Ressourcen ist auf dem afrikanischen Kontinent beheimatet. Weitere Projekte verfolgt Anglogold in Australien, Nord- und Südamerika, dem Mittleren Osten und Asien inklusive China. Produzierende Minen in 10 Ländern senken das politische Risiko und sollen bis zum Jahr 2013 einen freien Cash Flow von 500 Mio. US Dollar generieren. Das Management erachtet dieses Ziel als erreichbar, weil Anglogold über eine gut gefüllte Pipeline an hervorragenden Green- und Brownfieldprojekten verfügt, die in den kommenden Jahren nach und nach in Produktion gebracht werden sollen.
Große Verbesserungen hat Anglogold in den letzten drei Jahren auch im laufenden Betrieb seiner Minen erreicht. Die Minenpläne konnten schneller auf Veränderungen im Erzgehalt angepasst werden und vor allem in den südafrikanischen Minen des Konzerns, die mit zu den tiefsten der Welt zählen, konnte die Sicherheit erheblich verbessert werden.
Für die kommenden Jahre verfolgt das Team um Mark Cutifani beeindruckende Ziele. Die jährliche Goldproduktion soll innerhalb der nächsten 5 Jahre durch die Inbetriebnahme neuer Minen, die derzeit noch in der Explorations- bzw. Minenaufbauphase sind, um 1 Mio. Unzen Gold auf 5,4 bis 5,6 Mio. Unzen gesteigert werden. Anglogolds Aktionäre werden diese Pläne sicher mit Freude vernehmen und der eine oder andere Aktionär wird sich sicher wünschen, dass es Mark Cutifani ähnlich wie bei der Schließung des Hedgebooks gelingen möge, das ehrgeizige Ziel vorzeitig zu erreichen.
Morgen könnte es nochmals runtergehen, in USD. Spätestens Freitag sind wir wieder auf Kurs. Glaube ich halt!
Interessant ist das, wie ich vorige Woche vermutet habe, auch der €uro fällt. Wieder richtig gelegen............ (das macht mir wirklich Angst.......... *gg*)
Gruß vom Goldi
(Wette unter 24596 vom 16.10.)


Die aktuelle Situation habe sich insoweit beruhigt, als dass sich Griechenland auf einem guten Weg befinde, die Vorgaben des IWF Programms einzuhalten. Auch die irische Regierung habe erkannt, dass sie handeln müsse, um bis 2014 das Staatsdefizit unter drei Prozent zu senken. "Aber es gibt keinen Anlass, Entwarnung zu geben", erklärte Stark.