Bloomberg berichtete heute: "General Growth Properties Inc., the second-largest U.S. shopping-mall owner, filed for bankruptcy after failing to refinance more than $27 billion of debt, most of it racked up through acquisitions. … which owns more than 200 shopping malls in the U.S ...The filing lists Eurohypo AG, a unit of Commerzbank AG, as General Growth’s largest unsecured creditor with claims totaling $2.6 billion under two loans".
Dass die Ära des grenzenlosen Konsums in den U.S.A. zuende geht, ist keine Überraschung. Wer einmal in den U.S.A. zu Besuch war weiss, wie einfach es ist, eine Shopping Mall zu finden. Aber wieder einmal ist ein Vertreter des deutschen Banken-Systems als "unsecured creditor" vertreten. Bei der Liquidation ist die Eurohypo der letzte in der Futterkette und wird wohl seine $2,6 Mrd vollständig abschreiben können. Die Probleme im privaten Häusermarkt scheinen nun wohl voll auf den "commercial housing market" durchzuschlagen. Hier müssen wir uns wohl innerhalb der nächsten Wochen und Monaten auf Verluste im Umfang von mehreren $100 Mrd einstellen. Die nächste Runde zur Banken-Rettung wird damit schon absehbar.
Bloomberg berichtete auch: "U.S. foreclosure activity leaped 46 percent in March from a year earlier, hitting a record high as programs stunting the torrid pace of failing mortgages expired, RealtyTrac reported on Thursday. Filings, which include notice of default, auction sale or bank repossession, jumped 17 percent in March from February". Das Moratorium bei der Zwangs-Versteigerung wurde vor kurzer Zeit aufgehoben und schon steigen die Raten von einem Monat zum Anderen um 17 Prozent. Wir sind wohl noch weit weg von einer Stabilisierung des Häuser-Marktes.
Laut CNBC ist die U.S. Industrie-Produktion im März um 1,5 Prozent gegenüber dem Vormonat gesunken (m/m). Im ersten Quartal 2009 ging damit die Industrie-Produktion im Vergleich zum ersten Quartal 2008 um 20 Prozent zurück (y/y). Nur dadurch, dass das Bruttoinlands-Produkt im Wesentlichen aus Dienstleistungen besteht, schlägt dieser Depressions-Wert von 20 Prozent nicht voll auf die komplette Wirtschafts-Leistung durch.
Wie erwartet, war der Quartalgewinn von Gold-Kartell Herdenführer JP Morgan mit $1,52 Mrd bei Umsätzen von $25 Mrd höher als "vom Markt erwartet". Dies wurde entsprechend "gefeiert": Sacrilegia minuta puniuntur, magna in triumphis feruntur - kleine Verbrechen werden bestraft, grosse im Triumpf gefeiert.
Neue Zahlen wurden vom Arbeits-Ministerium zu den Arbeitslosen-Zahlen veröffentlicht, und prompt bricht der Gold-Preis um $10 ein. Die Anzahl der Personen, die Arbeitslosen-Unterstützung beziehen, stieg innerhalb einer Woche von 5,85 Milionen auf 6,022 Millionen an. Da die Drückung kurz vor dem Londoner P.M. Fix durchgeführt wurde, musste wohl kurzfristig eine grössere Menge Zentralbank-Gold auf den Markt geworfen worden sein. Noch schwerer erwischte es Silber mit einer plötzlichen Drückung um $0,30.
Im asiatischen Markt pendelte Gold heute früh noch auf dem Niveau von gestern Abend ($890). Im frühen Londoner Handel tat sich ebenfalls nicht viel, so dass sich eine Entwicklung wie am gestrigen Tag abzeichnete. Mit $889,00 (EUR 676,87) verlor Gold zwar $3 gegenüber dem gestrigen A.M. Fix, tendierte aber weiterhin um die $890er-Marke.
Zum Nachmittag häuften sich dann die schlechten Nachrichten und die neusten Zahlen zum Arbeitsmarkt lassen auch keine Hoffnung auf eine baldige Erholung aufkeimen. Aber der New Yorker Aktien-Markt eröffnete trotzdem im Plus, Dank der Zahlen von JPM. Hier hat das PPT wohl wieder einmal ganze Arbeit geleistet. Die schlechten Nachrichten werden ausgeblendet und die eine gute zum Anlass genommen, den Dow zu heben: "Price action makes market commentary". In der derzeitigen Phase weiss man inzwischen überhaupt nicht mehr, welche Preis-Steigerungen bei Aktien nun real sind oder welche durch das PPT hervorgerufen wurden. Gold konnte sich zu Handelsbeginn an der New Yorker COMEX auf bis zu $893 befestigen, wurde dann aber schnell wieder auf $890 gedrückt. Ein halbe Stunde vor dem Londoner P.M. Fix brach Gold dann plötzlich um $10 ein. Aha - das Ministerium hat seine Arbeitsmarkt-Zahlen geliefert und bei dieser Gelegenheit wurde Gold wieder einmal gedrückt. Der P.M. Fix kam dann nicht überraschend mit $880,50 (EUR 666,79) um $10 niedriger als am gestrigen Tag zustande.
Auch auf die Gefahr, mich zu wiederholen: Man kann die Uhr nach der Verkündung von Arbeitsmarkt-Zahlen stellen. Eigentlich ein sicherer Day-Trade für eine Short-Position in Gold. Das signifikante Unterschreiten der $890er-Marke hat nun eine Reihe von technisch orientierten Leerverkäufern angelockt, die auf Basis der derzeitigen Gold-Preise auf einen weiteren Verfall spekulieren. Dadurch kam es zum Anschluss der Aktionen des Gold-Kartells zu einem weiteren Verfall des Gold-Preises unter die $880er-Marke. Wir müssen abwarten, ob die bisher relativ dünnen Aufschläge für Gold-Importe nach Indien jetzt abschmelzen, so dass aus diesem Markt ein Bedarf an physischem Gold entsteht. In diesem Fall sollte die Bären-Rallye relativ schnell beendet sein. Als Day-Trader hätte ich wohl die bei $890 in Erwartung der BLS-Zahlen eingegangene Short-Position bei unter $880 wieder aufgelöst und die $10 Gewinn eingestrichen.
Zum Schluss der COMEX geht Gold mit $878 aus dem Handel. Im späten Access Handel wird Gold weiter gedrückt. Gleichzeitig verliert Silber mehr als $0,60 im Laufe des Tages. Das Gold-Kartell scheint wohl für den morgigen Tag etwas grösseres zu planen - warum ??? Für Freitag stehen jedenfalls keine neuen U.S.-Wirtschaftszahlen auf dem Kalender.
http://www.hartgeld.com/Ziemanns-gold-news.htm "An der Börse sind 2 + 2 nicht 4, sondern 5 - 1 !"
"An der Börse kann man 1.000 % Gewinn erzielen, aber nur 100% Verlust!"