Wenn im Vorfeld eines Artikels der FT im Januar 2019 derart viele Händler auf sinkende Kurse wetten, nur wenige Tage vor dem 30.01. dann hat das nichts, aber schon gleich gar nichts mit "normalem" Marktgeschehen zu tun. Punkt.
Hier sind Informationen vorher durchgesickert und es dürfe nicht nachweisbar sein wer sie in den Umlauf gebracht hat.
Die Kritik der Bafin an der der Art und Weise, wie die FT publiziert hat, nämlich "häppcheweise" um größt möglichen Schaden zu erreichen wird von der SZ bagatellisiert. Man muss sich nur die Wirkung der Artikel auf den Aktienkurs ansehen, dann ist alles gesagt. Denn jeder weitere Artikel hat den Kurs logischer Weise unter Druck gebracht. Und die folgenden Informationen waren nicht so umfangreich als hätten sie nicht schon im ersten Artikel veröffentlicht werden können.
Dass die SZ als Presseorgan der FT kein Auge auskratzt ist ja auch logisch. Es wäre schon gewesen in Deutschland wenigstens ein Medium zu haben, dass den Vorwürfen gegen McCrum auf den Grund geht, z.B. den gekauften Zeugenaussagen auf den Philippinen.
Die FT hat die Veröffentlichungen im Oktober diesmal schlauer angestellt und die "Beweise" veröffentlicht. Damit musste die FT nicht in weiteren Artikeln nach legen, sondern hat es geschafft andere Medien vor den eigenen Karren zu spannen, siehe Handelsblatt und SZ, die keine eigenen Recherchen anstellen, sondern auf Basis der von FT gestellten Unterlagen im Wesentlichen das nachplappern, was die FT vorwirft.
Die SZ schließt "Die Bafin scheint sich hingegen sehr früh darauf festgelegt zu haben, dass das Übel im Fall Wirecard von der Presse ausgeht."
Das stimmt ebenfalls nicht! Die BaFin hat nicht Strafanzeige gegen die "Presse" gestellt, sondern gegen FT. Auch wenn sich die SZ vermutlich im Bruderschwur zu FT selbst angegriffen sieht, ist das Verhalten der BaFin in meinen Augen das mindeste was sie damals tun konnte.