aus Tradecentre vom 14.12.03
Pulsion: Jetzt sprudeln Profite
Ulrich J. Pfeiffer, Vorstandschef der Pulsion AG
(DE0005487904), kündigt im Gespräch mit TradeCentre für das
Schlussquartal diesen Jahres das Erreichen der Gewinnschwelle
an. Seit dem Börsengang im Juni 2001 hat das
Medizintechnikunternehmen bislang nur Verluste erzielt. Der CEO
rechnet in Q4 mit einem Umsatz von 4,5 Millionen Euro. Das
würde neben einer Steigerung um satte 50 Prozent gegenüber dem
dritten Quartal in 2003, einem Rekordumsatz entsprechen. Vor
Steuern und Zinsen strebt die Gesellschaft einen Profit von rund
einer Million Euro an. In den ersten neun Monaten kletterten die
Einnahmen um 17 Prozent auf rund neun Millionen Euro. Das
EBIT musste mit 1,5 Millionen Euro in Rot verfasst werden. Der
Fehlbetrag lag bei Minus 1,9 Millionen Euro. Das Gesamtjahr
dürften die Bayern sodann mit einem Umsatz von knapp 13,5
Millionen Euro und einem Verlust vor Steuern und Zinsen von
Minus 0,5 Millionen Euro abschließen.
In 2004 will Pfeiffer kräftig auf das Wachstumspedal drücken. Der
Umsatz soll deutlich zweistellig gesteigert werden. Beim EBIT
rechnet der Vorstandsvorsitzende mit einem Gewinn im „hohen
sechsstelligen Bereich“. Diese Planung erscheint uns allerdings
äußerst konservativ. Wie Pfeiffer ergänzt, wird es ab sofort kein
Quartal mehr geben, welches negative Zahlen ausweist. Ziel des
Unternehmens ist, mittelfristig eine EBIT-Marge von 15 Prozent
zu erwirtschaften. Kürzlich haben die Bayern ein weltweites
Lizenzabkommen mit Dräger Medical bekannt gegeben. Dabei
soll die PiCCO Technologie von Pulsion, die zur Überwachung der
Herz- und Kreislauffunktion dient, in den Patienten-
Monitoringsystemen von Dräger Medical integriert werden. Mit
fetten Umsätzen rechnet Pfeiffer aber nicht vor dem dritten oder
vierten Quartal in 2004. Daher resultiert übrigens auch die
vorsichtige Aussage für das kommende Geschäftsjahr, da es nicht
exakt prognostizierbar ist, wann die Umsätze richtig sprudeln.
Pulsion`s PiCCO Technologie war bislang lediglich exklusiv für die
Philips Überwachungsmonitore erhältlich. Der Exklusivvertrag ist
allerdings abgelaufen. Wie uns Pfeiffer verrät, finden aktuell
Verhandlungen mit drei weiteren Branchengiganten in der
Medizintechnik statt. „Eventuell schaffen wir es in 2004 mit allen
drei Firmen ins Geschäft zu kommen“. Namen wollte Pfeiffer
allerdings nicht nennen. Klar dürfte sein, dass sich General
Electric unter den Verhandlungspartnern befindet, die ja
bekanntlich in der Medizintechnik eine große Rolle spielen. Fädelt
der CEO alle drei Verträge ein, wäre dies ein Quantensprung für
Pulsion. Die Münchener dürften somit gut 80 Prozent des
Weltmarktes bei der Patientenüberwachung abdecken.
Mit einer Bruttomarge von 63 Prozent in den ersten neun
Monaten diesen Jahres ist Pulsion ein extrem margenstarkes
Unternehmen. Die Aktie ist in den letzten Monaten schon sehr gut
gelaufen. Dennoch ist der Börsenwert von 25 Millionen Euro
keinesfalls zu viel.