Wachstumssignale (Heiko Thieme i.d. FAZ)


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zit1:

Wachstumssignale (Heiko Thieme i.d. FAZ)

 
05.03.02 09:25
03.03.2002
Börsianer atmeten vergangene Woche auf, als die Wirtschaft klare Anzeichen für eine Wachstumserholung signalisierte. Die zweite Hochrechnung für das Bruttoinlandsprodukt vom vierten Quartal ergab einen weitaus stärkeren Wachstumsanstieg als noch vor einem Monat angenommen wurde. War bereits die geringfügige Verbesserung von 0,2 Prozent vor wenigen Wochen eine Überraschung, so hatte kaum ein Experte mit einer weitaus größeren Beschleunigung von 1,4 Prozent gerechnet. Der amerikanische Verbraucher, der durch sein Ausgabeverhalten zwei Drittel der Wirtschaft beeinflußt, hatte sich durch die Terrorakte vom 11. September offensichtlich nicht nachhaltig einschüchtern lassen. Die Nachfrage im Automobilsektor und bei langlebigen Haushaltsgütern war besonders robust. Günstige Teilzahlungsofferten bis hin zu Nullzinsen für ein Jahr taten ein Übriges, um das Kaufinteresse zu wecken. Höhere Verteidigungsausgaben aufgrund des Krieges in Afghanistan und der Kampf gegen den Terrorismus im eigenen Lande heizten ebenfalls den öffentlichen Sektor an. Geringere Importe rundeten das Wachstumsbild dabei noch ab, während Investitionen im Telekommunikationsbereich unverändert schwach blieben. Gleichzeitig wies die Inflationsrate – gemessen am Deflator – mit einem Minus von 0,3 Prozent den größten Rückgang in 50 Jahren auf. Nicht Inflation sondern Deflation könnte daher ein Problem für die amerikanische Industrie werden. Mit Preissteigerungen sind offensichtlich keine höheren Gewinnmargen zu erzielen. Der Verbraucher verhält sich äußerst kostenbewußt.

Eine Rezession im klassischen Sinne hat es somit im vergangenen Jahr nicht gegeben, da lediglich das dritte Quartal einen Rückgang beim Bruttoinlandsprodukt aufwies. Normalerweise spricht man von einer Rezession bei zwei aufeinanderfolgenden schrumpfenden Quartalsergebnissen. Insgesamt kam es im Jahresverlauf sogar zu einem durchschnittlichen Anstieg von 1,2 Prozent. Selbst wenn man diese Wachstumsabschwächung dennoch als rezessive Phase bezeichnen würde, da die Expansion um die Jahrtausendwende von gut acht Prozent innerhalb von sieben Quartalen auf ein Minus von einem Prozent abfiel, handelt es sich hier um die mit Abstand mildeste unter den zehn Rezessionen seit dem Zweiten Weltkrieg. Keine der vorangegangenen Kontraktionen wies im Durchschnitt ein leichtes Plus auf. Damit ist der vor elf Jahren begonnene Wirtschaftsaufschwung immer noch intakt. Am Freitag bestätigte der Index der Einkäuferorganisation, der einen Einblick in die Auftragslage der Industrie vermittelt, mit seinem ersten Anstieg über die auf Expansion deutende 50-Prozent-Marke innerhalb von 18 Monaten, daß der Wirtschaftsaufschwung auch auf dem Fabrikgelände bereits zu verspüren ist. Wall Street feierte dieses Signal am Freitag mit einer waren Kursexplosion. Es kam zum besten Tagesanstieg in diesem Jahr. Gleichzeitig konnte der Dow Jones-Index im Wochenverlauf sein bisheriges Jahresminus in ein Plus von rund 3,5 Prozent umwandeln. Der Freiverkehrsmarkt liegt trotz eines Wochenplus von 4,5 Prozent jedoch immer noch fast acht Prozent unter dem Niveau vom Jahresbeginn. Insgesamt war dies mit einem Minus von über zehn Prozent der zweitschlechteste Februar in der 31jährigen Geschichte dieses Indexes. Dagegen war das Monatsminus von 2,5 Prozent im Standard & Poor’s 500-Index leicht zu verkraften, während es beim Dow Jones-Index zu einem Anstieg von fast zwei Prozent kam. Der erfolgreiche Märzauftakt kann als Beginn einer Frühlingsrallye betrachtet werden, da die nächsten beiden Monate zu den besseren im Jahresverlauf zählen.

Notenbankchef Alan Greenspan hat die jüngsten wirtschaftlichen Entwicklungen sicherlich entscheidend mitbeeinflußt, indem er die Leitzinsen im vergangenen Jahr elfmal senkte, um damit einen Wirtschafteinbruch zu vermeiden. Seit über 15 Jahren leitet er die Geschicke der Notenbank. Damit ist er zweitlängste Chef dieser Institution, die seit 1913 besteht. Keiner seiner Vorgänger hat so extreme Börsenausschläge und eine so lange Wirtschaftserholung erlebt wie diese. Am Mittwoch feiert Greenspan seinen 76. Geburtstag, bereits einen Tag später nimmt er vor dem Senatsausschuß wieder Stellung über die aktuelle Wirtschaftslage. Wall Street hat allen Grund, ihm weiterhin gute Gesundheit und Entschlossenheit zu wünschen.
Ihr Heiko Thieme

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zit1:

PS:

 
05.03.02 09:26
Weiß hier eigentlich irgend jemand was die FED ist?
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AliMente:

@Zit

 
05.03.02 09:36
The Federal Reserve, the central bank of the United States, was founded by Congress in 1913 to provide the nation with a safer, more flexible, and more stable monetary and financial system.  
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erzengel:

Thieme, einer der größten Flaschen,

 
05.03.02 09:43
bzw. eherein Kontraindikator. Der hat sehr viel Verlust gemacht mit seinen Fonds. Da könnt ihr auf Förtsch/Frick auch hören.
Erzi
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zit1:

Hahaha..., danke Ali, sowas hatte ich befürchtet.

 
05.03.02 09:44
Danke für Deine Mühe, besser als gar nichts.
Bin schon gespannt auf weitere Definitionen. Bitte alle Mitmachen.
Danke,
Zit  
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zit1:

Erzengel, Du hast recht,

 
05.03.02 10:03
aber gegen Heiko Thieme sind Förtsch und Frick nur billige Imitationen.
Verkäufer sind sie alle, um jeden Preis.
Antworten
_rain_:

der Thieme ist

 
05.03.02 10:21
außerdem nett anzuschauen, immer voller Optimismus und vor Zuversicht strahlend...

Er hat CMGI bei 15 empfohlen - viel weiter kann es einfach nicht runtergehen...

:-)
Antworten
zit1:

Die große Frage: Was ist die FED? o.T.

 
05.03.02 10:36
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zit1:

Keiner eine Antwort? Nicht mal schnorrer? Schade!

 
05.03.02 19:27
Da hier permanent über die FED gepostet wird, hätte ich schon einige Antworten erwartet. Hat wohl keiner den Mut, eventuell eine falsche Antwort zu geben. Dehalb nochmal Kompliment an Ali, der hat sich immerhin getraut.

Ja, die Angst... auch eine falsche Konditionierung unserer Gesellschaft.
So wichtig ist Thema aber auch gar nicht, just forget it.

Beste Grüße nach good old Germany,
Zit
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Schnorrer:

Guten Morgen. 52 Seiten über die FED:

 
05.03.02 19:39
Was nicht drinsteht, kann man zwischen den Zeilen lesen: die FED ist ein Instrument zur Wahrung privater Interessen von sehr vermögenden Amerikanern.

www.notre-europe.asso.fr/Etud7-de.pdf
Antworten
ribald:

FED =

 
05.03.02 19:47
Fachverband Elektronik-Design
Wachstumssignale (Heiko Thieme i.d. FAZ) 599048

http://www.fed.de/
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zit1:

Danke schnorrer, you got it.

 
05.03.02 19:57
Ich dachte mir daß Du die richtige Antwort bringen würdest.
Entscheidend in Deiner Kurzdefinition ist das Wort "vermögend".

Die FED ist keineswegs vergleichbar mit beispielsweise der deutschen Bundesbank, welche großen Ruhm und Achtung durch ihre freien, eigenen Entscheidungen, unabhängig von Interessen seitens der Politik oder Unternehmen, stets im Sinne des Volkes agierend, erlang.
Die FED betreibt ihre Politik hauptsächlich für ca. 2% der amerikanischen Bevölkerung, alle anderen Interessen stehen dahinter.  
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