Danke, dass Du mal ein bisschen mehr gezeigt hast. Solche Gedanken sind für mich viel eher eine interessante Diskussionsbasis.
Die Fragen, die Du aufgeworfen hast sind bedeutsam, und natürlich kann man sie nicht einfach beantworten. Kann dazu nur kleine Punkte beisteuern.
1) Allianz war sicherlich über die ganzen letzten Monate von Arbitragegeschäften geprägt. Immerhin hat sich die Kapitalstruktur ganz entscheidend verändert und dies bietet große Chancen und Risiken.
2) Die klassischen Fondsgesellschaften sind definitiv bei der Rally dabei. Aber sie haben genauso sicher auch jede Baisse vorher mitgenommen. Eine durchschnittliche Erhöhung der Aktienquote von 10% der Fondsgesellschaften im letzten Monat, wie in einem Thread von Nobody nachzulesen, wäre natürlich impossant. Doch woher sind denn die ganzen Stücke gekommen? Interessanter wäre eine Kennzahl, die gewichtet nach Fondsgröße misst, wieviel Aktien tatsächlich hinzugekauft wurden. (Diese Zahl von 10% ist m.E. ungewichtet und kann auch durch Veränderung der anderen Fondspositionen beeinflusst werden)
3) Zu Kauf- bzw. Verkaufsdruck würde ich sagen, dass z.Z. eher der Verkaufsdruck recht gering ist. Beides für sich genommen ist aus meiner Sicht jedoch weder ein eindeutig positives noch negatives Kriterium.
4) Warum gehören eigentlich die Allianz und die MuRe nicht zu den "Großen"? Schließlich sind sie mit die größten Kapitalverwalter Europas. Aber wenn sie tatsächlich den Markt nach ihren Wünschen gelenkt haben, dann war das nicht gerade erfolgreich zu nennen.
Noch eins zum Schluss: Es gibt viele Indikatoren für eine sehr hohe Effizienz der Kapitalmärkte. Z.B., dass nur recht wenige Fonds in der Lage sind ihre Märkte outzuperformen, oder dass es so gut wie keine Unternehmen gibt, die über lange Sicht den Markt outperformen können. Der Schluss daraus wäre, dass die ungemanageten Märkte in ihrer Effizienz kontrollierten und gesteuerten Organisationen überlegen sind.
Bestimmt haben einige große Spieler während der letzten Jahre viel Geld an den Börsen verdient. Ganz sicher haben jedoch auch viele große Spieler viel Geld an den Börsen der letzten Jahre verloren. Ich sehe da keine Veranlassung an eine Dominanz weniger Spieler und ein Versagen der Märkte zu glauben. Dies schließt im übrigen ein, dass unbedarfte Kleinanleger natürlich im Schnitt immer abgekocht werden. Aber das war schon immer so, es hat aber noch nie die Zyklen bestimmt, sondern nur die Amplitude.
Gruß - Gekko