US-Gerichte sehen Demokratie in Gefahr


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BRAD PIT:

US-Gerichte sehen Demokratie in Gefahr

 
27.08.02 13:56
Dämpfer für US-Regierung

Richter rüffeln Terror-Fahnder

Die US-Regierung fing sich eine schallende richterliche Ohrfeige für ihren Umgang mit Ausländern nach den Terroranschlägen vom 11. September ein.

Cincinatti - Das Bundesberufungsgericht in Cincinatti (Ohio) rügte die Bush-Administration in ungewöhnlich scharfer Form. Die Regierung habe illegal gehandelt, als sie nach den Terroranschlägen Hunderte von Abschiebeverhören im Geheimen geführt habe. Das sei lediglich auf Grund der Annahme geschehen, die Verhörten könnten Verbindungen zu Terroristen haben.

 
AP

George W. Bush: Rüffel vom Richter


Das dreiköpfige Richtergremium, das nach einem Bericht der "New York Times" eine einstimmige Entscheidung fällte, stellte gar den Willen der Bush-Administration zu einer offenen Demokratie in Frage. "Demokratien sterben hinter verschlossenen Türen", schrieb Richter Damon J. Keith in der Urteilsbegründung. Die Regierung habe gezielt versucht, "jenseits öffentlicher Kontrolle" zu handeln. "Wenn die Regierung die Türen verschließt, kontrolliert sie selektiv Informationen, die rechtmäßig dem Volk gehören", so Keith. "Selektive Information ist Desinformation." Keith wurde bereits von Präsident Jimmy Carter eingesetzt und machte sich in den vergangenen 30 Jahren einen Namen als entschiedener Verfechter von Bürgerrechten.

Ermittler müssen Türen öffnen

Das Berufungsgericht bestätigte damit das Urteil einer Detroiter Bezirksrichterin, die im April der Klage von vier Zeitungen und eines Abgeordneten der Demokratischen Partei stattgegeben hatte. Sie wollten der Anhörung eines islamischen Geistlichen beiwohnen, der wegen eines abgelaufenen Touristenvisums abgeschoben werden sollte.

Die US-Regierung hatte in dem Prozess gefordert, Ausländer ohne Angabe von Gründen und ohne Konsultation von Einwanderungsrichtern hinter verschlossenen Türen befragen zu dürfen. Richterin Nancy G. Edmunds, die ausgerechnet von Ex-Präsident George Bush senior berufen wurde, lehnte das jedoch ab. Das Berufungsgericht in Cincinatti bestätigte jetzt diese Auffassung: Künftig müssen die Ermittler jedes Mal um richterliche Erlaubnis fragen, wenn sie eine Anhörung unter Ausschluss der Öffentlichkeit abhalten wollen.

Auch in Newark und Washington haben Richter laut "New York Times" die Regierung dazu verpflichtet, Anhörungen zu öffnen und Informationen über Menschen freizugeben, die in Zusammenhang mit der Terror-Fahndung festgehalten werden. Die Regierung habe gegen diese Urteile Berufung eingelegt.






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Antworten
TD714788:

Paradoxon oder Oxymoron

 
27.08.02 14:36
Leider kenn ich mich mit Stilmitteln nicht (mehr) so hundertprozentig aus, aber auch wenn das Budesberufungsgericht in diesem Fall mal Recht hat, so gibt es doch wohl einige Fälle, die man aufzählen könnte, in denen die Wörter

US-Gericht und Demokratie

nicht so ganz zueinander passen.

Grüsse,
Tyler Durdan

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BRAD PIT:

@TD

 
27.08.02 14:38
Das ist die Krux in der Krux.
Antworten
Apfelbaumpfla.:

@Brad

 
27.08.02 14:40
Bloss mal so aus Interesse:

Was bist du von Beruf?

Ich habe zuerst gefragt, also Antworte ich auch erst, wenn du es gesagt hast :-)

Grüße

Apfelbaumpflanzer
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TD714788:

@Apfelbaumpflanzer

 
27.08.02 14:50
Bloss mal so aus Interesse:

Warum hast Du mir mein Spielzeug geklaut ?

Du hast angefangen, also geb ich es Dir auch erst zurück, wenn Du es mir zurückgegeben hast :-(

Grüsse,
Tyler Durdan

Antworten
Apfelbaumpfla.:

@TD

 
27.08.02 14:55
daher das :-)

Nennt sich Ironie.

Nachzschlagen unter wortschatz.uni-leipzig.de/cgi-bin/...e&sprache=de&cs=1&x=0&y=0

Grüße

Apfelbaumpflanzer
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BRAD PIT:

@Apfelbaumpfl.

 
27.08.02 15:01
Natürlich bin ich von Beruf Sleeper. Frag Pushi.
Antworten
Apfelbaumpfla.:

@brad

 
27.08.02 15:07
ich glaube du hast wirklich Anflüge von Paranoia.
Versuch' doch wenigstens andere Leute zu verstehen.
Und zwar anhand von dem was sie schreiben, nicht anhand von dem was du denkst, was sie sagen wollen.
Das zieht sich ja richtig durch bei dir.

Nur so ein Tipp von mir (Ich weiss, dass du wahrscheinlich älter bist als ich, aber trotzdem solltest du mal drüber nachdenken...)


Grüße

Apfelbaumpflanzer
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TD714788:

Achso Ironie...

 
27.08.02 15:08
...ich dachte das wäre Kindergarten.

Grüsse,
Tyler Durdan

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BRAD PIT:

Interessant. Werde drüber nachdenken o.T.

 
27.08.02 15:52
Antworten
BRAD PIT:

Up. Weil immer noch aktuell o. T.

 
09.01.03 12:24
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DarkKnight:

Sozusagen topaktuell. Mehr hier:

 
09.01.03 13:20
Auszug und Link:

USA: Im Krieg ist das Recht eingeschränkt

Florian Rötzer   09.01.2003
Nach dem Urteil eines US-Berufungsgerichts dürfen auch US-Bürger als "feindliche Kämpfer" auf unbeschränkte Zeit und ohne Anklage vom Präsidenten als obersten Kriegsherrn festgehalten werden

Gestern hat das 4th Circuit Court of Appeals in Richmond, Virginia, ein Urteil gefällt, das für die US-Regierung einen Sieg darstellt, nicht aber unbedingt auch für den Rechtsstaat. Nach dem Berufungsgericht kann die Regierung auch US-Bürger, die als "feindliche Kämpfer" im Ausland gefangen werden, ohne den sonst üblichen Schutz durch die Verfassungsrechte auf unbestimmte Zeit, ohne Prozess und rechtlichen Beistand festhalten. Bekanntlich verweigert die US-Regierung diesen Gefangenen auch den Status von Kriegsgefangenen. Ob diese Outlaws tatsächlich "feindliche Kämpfer" sind, muss oder darf aus Sicherheitsgründen in Kriegszeiten von Gerichten nicht weiter überprüft werden.


www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/co/13924/1.html


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Pate100:

ich mag die vergleiche ja eigentlich nicht aber

 
09.01.03 13:28
aber irgendwie erinnert mich das ganz stark an unsere deutsche vergangenheit so vor 60 Jahren...

Gruss Pate


US-Gerichte sehen Demokratie in Gefahr 901451
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PRAWDA:

1933 bis 1945 in Deutschland

 
09.01.03 13:30
war eine absolute Diktatur.
Pate100 mag zwar von Novell Software etwas verstehen,
aber Geschichtskenntnisse ....
Antworten
Pate100:

@prawda

 
09.01.03 13:36
ich bezog die aussage nicht auf den Staat USA generell sondern auf das spezielle vorgehen in von DarkKnight geposteten Artikel.

Gruss Pate


US-Gerichte sehen Demokratie in Gefahr 901460
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BRAD PIT:

Schon interessant, wie einige Leute aufschrecken,

 
09.01.03 14:38
wenn man historische Vergleiche zieht.

Ich will jetzt nicht die Zeit des 2. Weltkrieges als Vergleich hinzuziehen, aber auch jene Zeit und jene Macht haben einmal klein angefangen.

Es geht darum zu klären, wie es zu soetwas kommen kann.

In Florida z.B. wurde rechtzeitig zur letzten Präsidentschaftswahl das Wahlgesetzt geändert. Das geschah unter Jebb Bush, dem Bruder von George W.

Eine kurze Zusammenfassung der Änderung:
1. Vorbestrafte Bürger verlieren die WAhlberechtigung.
2. Auch Bürger die im Verdacht stehen eine Straftat begangen zu haben, oder die geringe Vergehen,( z.B. gegen Straßenverkehrsordnung) begangen haben werden aus dem Wähler-register gestrichen.
3. Bürger, die einen "ähnlichen" Nachnamen haben, wie ein Bürger der unter die Rubrik 1. fällt sind nicht wahlberechtigt.

3. Bürger, die am selben TAg Geburtstag haben, wie ein Bürger der unter die Rubrik 1. fällt sind nicht wahlberechtigt.


Dieses Gesetz wurde mit dem Hintergedanken gemacht, dass 30 % der mänlichen schwarzen Wähler in Florida die Kriterien zu 1. erfüllen.

Schwarze in Florida sind mehrheitlich Demokraten-Wähler.

So wurden zigtausende Bürger in Florida an der Wahl gehindert.
Wenn man bedenkt, dass letztendlich 5339 Stimmen in Florida  den gesamten Wahlausgang entschieden haben, dann ist das alles umso schlimmer.

Ist das noch Demokratie?
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BRAD PIT:

Sorry, kleiner Fehler oben. Nach 3.

 
09.01.03 15:03
kommt natürlich § 4.
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Pate100:

copyright Stuipid white man von Michel Moore...

 
09.01.03 15:21
bezogen auf Posting 16...
vielleicht noch ganz witzig anzumerken. Durch diese gesetzte wurde auch eine wahlhelferin der republikaner das wahlrecht entzogen... soweit ich mich richtig erinnere
Gruss Pate


US-Gerichte sehen Demokratie in Gefahr 901585
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BRAD PIT:

Genau Pate

 
09.01.03 15:24
Weißt du noch, wie das neue Gesetz heißt?

Übrigens die unbescholtene Wahlhelferin darf NIE mehr wählen. Sie wollte dagegen Klage erheben und bekam als ANtwort, sie müsse sich erst mal die Fingerabdrücke abnehmen lassen.

DA kann sogar George Orwell noch von lernen.
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Pate100:

auch wie mit den Briefwahlen umgegangen wurde

 
09.01.03 15:25
ist erschreckend. da wurden Stimmzettel für gültig befunden auf dem der Poststempel nach der wahl datiert war. oder wo der Poststempel aus der USA kam!
ist aber auch nachzulesen im oben genannten Buch.

Gruss Pate


US-Gerichte sehen Demokratie in Gefahr 901595
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Pate100:

@bratt bitt

 
09.01.03 15:28
sorry da müsste ich nachschauen... Aber mit Demokratie hatt das nun wirklich nicht mehr viel zu tun! Übrigens die Richter des zuständigen Gerichtes wurden durch busch nominiert!
Welch überraschung war dann noch das Urteil...

Gruss Pate


US-Gerichte sehen Demokratie in Gefahr 901600
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