Kaum noch Schiffsverkehr: Brent über 90 US-Dollar durch USA-Iran-Eskalation
Pascal Grunow
Pascal Grunow
Pascal Grunow war bereits drei Jahre lang als Werkstudent in der Redaktion von BörsenNEWS tätig und ist heute Teil der Redaktion von Wallstreet-Online. Sein Schwerpunkt liegt vor allem auf Kryptothemen, bei denen er aktuelle Marktbewegungen und Trends rund um digitale Währungen aufbereitet.
Die Ölpreise steigen zum Wochenauftakt. Der eskalierende USA-Iran-Krieg bedroht den Öltransport durch die Straße von Hormus und schürt Sorgen vor Lieferengpässen.
Für dich zusammengefasst:
Der Preis für Brent stieg auf über 90 US-Dollar.
Nur vier Schiffe durchquerten am Sonntag die Meerenge.
US-Militär setzte Angriffe gegen iranische Ziele fort.
Der Preis für ein Barrel Brent stieg im asiatischen Handel am Montag um mehr als zwei Prozent auf über 90 US-Dollar und erreichte damit den höchsten Stand seit dem 11. Juni. Die US-Sorte WTI verteuerte sich ebenfalls deutlich auf mehr als 84 US-Dollar je Barrel.
Bereits in der vergangenen Woche legte Brent legte um 15,9 Prozent zu, während WTI um 15,5 Prozent anzog.
Straße von Hormus wird zum entscheidenden Risiko für den Ölmarkt
Im Zentrum der Sorgen steht die Straße von Hormus. Durch die strategisch wichtige Meerenge wird normalerweise rund ein Fünftel des weltweiten Ölhandels abgewickelt. Eine länger anhaltende Einschränkung des Schiffsverkehrs könnte deshalb erhebliche Folgen für die globale Energieversorgung haben.
Nach Daten von LSEG durchquerten am Sonntag lediglich vier Schiffe die Meerenge, nachdem es am Vortag noch acht gewesen waren. Analysten von ANZ zufolge ist der Tankerverkehr erneut eingebrochen, da Sicherheitsbedenken sowohl ein- als auch auslaufende Schiffe zurückhalten.
Zusätzliche Unsicherheit lösten Berichte über Zwischenfälle auf See aus. Die britische Schifffahrtsbehörde UKMTO meldete am Montag ein brennendes Schiff nordwestlich von Kumzar im Oman. Irans Revolutionsgarden erklärten zudem, zwei Öltanker seien nach Explosionen bewegungsunfähig geworden.
USA und Iran verschärfen Konfrontation
Die geopolitische Lage hat sich über das Wochenende weiter zugespitzt. Das US-Militär setzte seine Angriffe gegen iranische Ziele fort, während gleichzeitig weitere iranische Attacken gemeldet wurden. Washington erklärte zudem, eine Seeblockade gegen iranische Häfen durchzusetzen.
Iran wiederum kündigte an, gegen Schiffe vorzugehen, die nach Darstellung Teherans gegen die Navigationsregeln in der Straße von Hormus verstoßen.
Marktbeobachter sehen weiteres Aufwärtspotenzial für die Preise, sollte sich die militärische Eskalation fortsetzen. ING warnt vor einer Rückkehr zu großflächigen Angriffen in der gesamten Golfregion, falls Washington und Teheran ihre gegenseitigen Attacken ausweiten.
Auch Barclays sieht die Lage kritisch. Die Ölmärkte könnten die möglichen Folgen für die globalen Lagerbestände unterschätzen. Diese befinden sich demnach bereits auf einem außergewöhnlich niedrigen Niveau.
Damit dürfte die Straße von Hormus in den kommenden Tagen zum wichtigsten Faktor für die Ölpreise werden. Bleibt der Schiffsverkehr eingeschränkt oder kommt es zu weiteren Angriffen auf Tanker, könnte die 90-Dollar-Marke für Brent lediglich eine Zwischenstation sein.
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