Seit der New Yorker Generalstaatsanwalt wegen fragwürdiger Aktien-Empfehlungen ermittelt, sind mehrere Star-Analysten gestürzt, Merrill Lynch zahlte eine 100-Millionen-Dollar-Buße. Nun mehren sich die schweren Vorwürfe gegen den Chef des Bankgiganten Citigroup, Sandy Weill.
New York - Rund zwei Wochen ist es her, dass Jack Grubman seinen Posten bei der Investmentbank Salomon Smith Barney räumen musste. Kommentatoren äußerten sich damals erleichtert über den Abgang des hoch bezahlten Analysten für Telekom-Werte, dessen Aktien-Empfehlungen gutgläubigen Anlegern oft immense Verluste beschert hatten. Im Lichte jüngster US-Medienberichte sieht der "schlechteste Analyst aller Zeiten" ("Money") aber fast wie ein Bauernopfer aus.
Ende letzter Woche hat der New Yorker Generalstaatsanwalt Eliot Spitzer seine Ermittlungen gegen Grubman und seinen früheren Arbeitgeber Salomon ausgeweitet. Seitdem scheint es wahrscheinlich, dass auch die Salomon-Mutter Citigroup in die Analysten-Affäre hineingezogen wird - und mit dieser ihr CEO, Sanford Weill. Wie das "Wall Street Journal" am Montag unter Berufung auf nicht näher spezifizierte Kreise berichtet, prüfen Spitzer und sein Team unter anderem, ob Weill Einfluss auf Aktienempfehlungen Grubmanns genommen hat.
Insbesondere geht es dabei offenbar um die Bewertung des früheren Telefon-Monopolisten AT&T. Grubman, der andere Telekom-Aktien wie die des inzwischen insolventen AT&T-Herausforderers WorldCom stets äußerst positiv bewertete, bezweifelte in seinen Berichten das Kurspotenzial der AT&T-Aktie. Kurz bevor AT&T einen so genannten "Tracking Stock" für seine Mobilfunksparte an der Börse platzierte, stufte Grubman die Aktie aber auf "Kaufen" herauf. In der Folge wurde Salomon Smith Barney in das Konsortium der Investmentbanken aufgenommen, die den Börsengang im April 2000 betreuten - und nahezu 45 Millionen Dollar Gebühren dafür kassierten.
Das Timing wirkt mehr als verdächtig. Tatsächlich soll Weill nach Informationen des "Journals" persönlich darauf hingewirkt haben, dass Grubman sein Urteil über AT&T überdenkt. AT&T-Chef Michael Armstrong, der zum damaligen Zeitpunkt im Aufsichtsrat der Citigroup saß, habe Weill mehrfach um diese Einflussnahme gebeten, so die Zeitung.
Nachdem Spitzers Ermittler bereits im März Einsicht in Dokumente Grubmans und Salomon Smith Barneys verlangt haben, hat Spitzer nach US-Medienberichten auch bei AT&T Unterlagen über die Auswahl der Konsortialführer angefordert. Weill habe bisher noch keine Vorladung erhalten. Ein Sprecher der Citigroup beteuerte auch, der Konzernchef habe nie in irgendeiner Art und Weise Einfluss auf das Aktienresearch genommen. Offenbar gehen die Ermittler bisher davon aus, dass nicht der Telekom-, sondern der Bankkonzern die treibende Kraft hinter dem Skandal war. AT&T steht nach Darstellung der "New York Times" vom Wochenende nicht im Mittelpunkt der Untersuchung. Weitere Erkenntnisse könnten die Ermittler gewinnen, wenn sie - voraussichtlich schon in den kommenden Tagen - Grubman vernehmen.
Derweil muss sich Weill nicht nur gegen Medienberichte und Spitzers Ermittler, sondern auch gegen eine Sammelklage verteidigen. Die Anwaltskanzlei Wolf Haldenstein Adler Freeman & Herz hat diese Klage im Namen von AT&T-Aktionären eingereicht, die nach Grubmans fraglicher Empfehlung Wertpapiere kauften und später hohe Kursverluste realisierten. Die Klage richtet sich neben Weill und Grubman auch gegen Salomon Smith Barney und die Citigroup.
New York - Rund zwei Wochen ist es her, dass Jack Grubman seinen Posten bei der Investmentbank Salomon Smith Barney räumen musste. Kommentatoren äußerten sich damals erleichtert über den Abgang des hoch bezahlten Analysten für Telekom-Werte, dessen Aktien-Empfehlungen gutgläubigen Anlegern oft immense Verluste beschert hatten. Im Lichte jüngster US-Medienberichte sieht der "schlechteste Analyst aller Zeiten" ("Money") aber fast wie ein Bauernopfer aus.
Ende letzter Woche hat der New Yorker Generalstaatsanwalt Eliot Spitzer seine Ermittlungen gegen Grubman und seinen früheren Arbeitgeber Salomon ausgeweitet. Seitdem scheint es wahrscheinlich, dass auch die Salomon-Mutter Citigroup in die Analysten-Affäre hineingezogen wird - und mit dieser ihr CEO, Sanford Weill. Wie das "Wall Street Journal" am Montag unter Berufung auf nicht näher spezifizierte Kreise berichtet, prüfen Spitzer und sein Team unter anderem, ob Weill Einfluss auf Aktienempfehlungen Grubmanns genommen hat.
Insbesondere geht es dabei offenbar um die Bewertung des früheren Telefon-Monopolisten AT&T. Grubman, der andere Telekom-Aktien wie die des inzwischen insolventen AT&T-Herausforderers WorldCom stets äußerst positiv bewertete, bezweifelte in seinen Berichten das Kurspotenzial der AT&T-Aktie. Kurz bevor AT&T einen so genannten "Tracking Stock" für seine Mobilfunksparte an der Börse platzierte, stufte Grubman die Aktie aber auf "Kaufen" herauf. In der Folge wurde Salomon Smith Barney in das Konsortium der Investmentbanken aufgenommen, die den Börsengang im April 2000 betreuten - und nahezu 45 Millionen Dollar Gebühren dafür kassierten.
Das Timing wirkt mehr als verdächtig. Tatsächlich soll Weill nach Informationen des "Journals" persönlich darauf hingewirkt haben, dass Grubman sein Urteil über AT&T überdenkt. AT&T-Chef Michael Armstrong, der zum damaligen Zeitpunkt im Aufsichtsrat der Citigroup saß, habe Weill mehrfach um diese Einflussnahme gebeten, so die Zeitung.
Nachdem Spitzers Ermittler bereits im März Einsicht in Dokumente Grubmans und Salomon Smith Barneys verlangt haben, hat Spitzer nach US-Medienberichten auch bei AT&T Unterlagen über die Auswahl der Konsortialführer angefordert. Weill habe bisher noch keine Vorladung erhalten. Ein Sprecher der Citigroup beteuerte auch, der Konzernchef habe nie in irgendeiner Art und Weise Einfluss auf das Aktienresearch genommen. Offenbar gehen die Ermittler bisher davon aus, dass nicht der Telekom-, sondern der Bankkonzern die treibende Kraft hinter dem Skandal war. AT&T steht nach Darstellung der "New York Times" vom Wochenende nicht im Mittelpunkt der Untersuchung. Weitere Erkenntnisse könnten die Ermittler gewinnen, wenn sie - voraussichtlich schon in den kommenden Tagen - Grubman vernehmen.
Derweil muss sich Weill nicht nur gegen Medienberichte und Spitzers Ermittler, sondern auch gegen eine Sammelklage verteidigen. Die Anwaltskanzlei Wolf Haldenstein Adler Freeman & Herz hat diese Klage im Namen von AT&T-Aktionären eingereicht, die nach Grubmans fraglicher Empfehlung Wertpapiere kauften und später hohe Kursverluste realisierten. Die Klage richtet sich neben Weill und Grubman auch gegen Salomon Smith Barney und die Citigroup.