"Lediglich 2% der Landfläche bräuchte man für Windkraftanlagen wenn man in Deutschland zu 100% auf erneuerbare Energien umsteigen würde"
Hört sich wenig an, entspricht aber in etwa
50% der Wohnbaufläche, oder
120% der Industrie und Gewerbefläche, oder
80% der Fläche für den Strassenverkehr, oder
das 2fache aller Fliessgewässer, oder
das 7fache der Fläche für den Bahnverkehr, oder
der 20fache der Fläche für den Flugverkehr, oder .....
und wie viel % Fläche brauchen wir dazu für Sonnenpanele, für Biogasanlage mit dazugehörigen Anbauflächen, für Trassen.... ?
Und wo sollen Windräder, Sonnenpanelfelder und Biogasanlagen gebaut werden? Wohl kaum in nennenswerter Anzahl in Ballungsgebieten. Auch wenn manch einer Windräder ästhetisch findet, rechne ich mit massiven Bürgerprotesten wenn der Kudamm mit Windräder, der Kölner Domplatz mit Biogasanlage oder der Englische Garten mit Sonnenpanele zugebaut werden...
Und auf dem Land zwischen den Städten und Ballungsgebieten da wäre doch genug Platz? Sorry, da stehen schon zahlreiche Windräder auf den besten Plätzen, da fährt man schon kilometerlang an Solarfeldern entlang oder kann Rapsfelder bestaunen die sich bis zum Horizont hinziehen. Und so ganz nebenbei sollen da auch noch möglichst regional und ökologisch (=flächenverbrauchend) die Nahrung wachsen und gedeihen....
Es fehlt ein schlüssiges Konzept für die Energiewende und die dazugehörige Kostenrechnung. Und da der Strom angeblich ach so billig ist und noch billiger werden soll und so viel Schadstoffe zum Wohle der Menschen vermieden werden und auch noch der Klimawandel verhindert wird, sollte man annehmen die Politiker rennen uns mit Konzepten zur Energiewende die Türen ein. Machen sie aber nicht, obwohl das Thema Energiewende - so wie es hier von einigen dargestellt wird - für Wahlsiege bis zum Ende des Jahrhunderts reichen müsste.
Wenn die Politik keine Konzepte vorlegt, könnte es daran liegen, dass die Energiewende nicht so problemlos und kostengünstig wie wir glauben sollen, möglich ist..... und wir diese nur schaffen wenn wir in Zukunft mit weniger Energie auskommen. Und eine Diskussion über Prioritäten bringt den elektrischen Individualverkehr in die Schusslinie. Ich lehne mich mal aus dem Fester: Bis spätestens 2035 gibt es Fahrverbote oder Restriktionen für BEVs oder wir produzieren/importieren Kohle- und Atomstrom in nennenswerten Mengen.
Mit "Lediglich 2%..." kommt man einer erfolgreichen Energiewende keinen Meter näher.
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