Mit Bekanntgabe der Umsatzerlöse 2025 am 09.01. hat das Ratespiel hier vorerst ein Ende.
Teamviewers Guidance auf Basis von Proforma Umsatzerlösen und einem unveränderten USD-Wechselkurs ist für Analysezwecke m.E. völlig unbrauchbar.
Es dürfte bekannt sein, dass sich TMV beim EUR-USD-Wechselkurs für 2025 (Soll 1,05; ISt 1,17) grandios verschätzt hat. Zudem ist auch die Proforma-Umsatzschätzung eher irreführend, weil 1E de facto erst ab Feb/2025 konsolidiert wurde und nicht bereits ab Jahresanfang.
Ich frage mich, ob man die Aktionäre mit Abgabe einer wechselkursbereinigten Proforma-Prognose anstelle einer für Jedermann verständlichen Prognose für den tatsächlich berichteten Jahresumsatz 2025 absichtlich verunsichern wollte.
Im Ergebnis werden unsere Analystenfreunde mit Publikation des tatsächlich berichteten Jahresumsatzes (meine Schätzung: 750 Mio € bis 775 Mio €) behaupten können, TMV habe ihre Schätzungen katastrophal verfehlt und auch das glatte Gegenteil.
TMV hat sich m.E. keinen Gefallen damit getan, so beharrlich beim bereits zur Jahresmitte als vollkommen falsch erkennbaren EUR-Wechselkurs i.H.v. 1,05 USD zu bleiben, um nicht zugeben zu müssen, dass allein der in 2025 gesehene 15%-Absturz des USD eine Minderung des Umsatzziels 2025 in der Größenordnung von 25 Mio EUR bewirkt.
TMV bilanziert halt in EUR, fakturiert außerhalb Europas aber leider in USD...
Da SAAS Geschäftsmodelle erhebliche Kundenanzahlungen beinhalten (-> siehe passive Rechnungsabgrenzung), die im Folgejahr umsatzwirksam werden, ist der Umsatz des laufenden Jahres im Wesentlichen durch die Billings des Vorjahres determiniert.
USD-Vorauszahlungen aus 2024 für das Jahr 2025 wurden voll durch die negative Wechselkursentwicklung getroffen, da TMV für die vorausgezahlten Erlöse nicht im Nachhinein die USD-Preise anpassen kann.
Angesichts der geradezu irrwitzigen Verschuldungspolitik der aktuellen US Administration mit mehr als 7% Haushaltsdefizit inmitten eines Wirtschaftsbooms mit >4% realem US Wirtschaftswachstum, hat der USD das Potenzial, TMV und allen anderen in USD fakturierenden EUR-Bilanzierern auch 2026 die Bilanz zu zerschießen.
Die einzig sinnvolle Reaktion auf das USD-Desaster wäre m.E., zukünftig weltweit in der Buchhaltungswährung EUR zu fakturieren und das Wechselkursrisiko vollständig den Auslandskunden zu überantworten.
China hat kürzlich ein Gesetz erlassen, das ausländische Unternehmen zwingt, gegenüber chinesischen Kunden zukünftig ausschließlich in RMB oder EUR zu fakturieren. Als Antwort auf Trumps Zollpolitik will China den USD aus dem chinesischen Markt verdrängen und fordert chinesische Unternehmen energisch dazu auf, zukünftig auch im Außenhandel verstärkt in RMB zu fakturieren, womit der chinesische Yuan international massiv an Bedeutung gewinnt.
Es wäre an der Zeit, dass auch TMV versteht, dass europäische Unternehmen ab sofort weltweit in EUR fakturieren sollten, um sich den durch Verschuldungspolitik und Protektionismus massiv verstärkten USD-Währungsrisiken bestmöglich zu entziehen.
Unsere Weltleitwährung heißt EUR!