Urlaub von der Börse
Der Juli war ein äußerst erfolgreicher Monat für Börsianer. Der Dow Jones-Index legte im Monatsverlauf fast 3% zu. Beim Standard& Poor’s 500-Index war der Anstieg mit knapp 2% zwar etwas magerer, aber dafür wurden Investoren am Freiverkehrsmarkt mit einem Plus von rund 7% richtig verwöhnt. Wall Street befindet sich somit seit fünf Monaten in einem ununterbrochenen Aufwärtstrend. Eine solche Erfolgssträhne hat es in den vergangenen 20 Jahren nur selten gegeben. Gute Quartalsergebnisse, die meist die Erwartungen übertrafen, trugen zu dieser außergewöhnlichen Performance entscheidend bei. Trotz dieser eindrucksvollen Börsenerfolge gibt es in jüngster Zeit jedoch einige Fragezeichen, die gerade im August nicht leicht vom Tisch zu wischen sind. Die vergangene Woche resultierte trotz des positiven Juliabschlusses in einem Minus, das um 1 bis 2% bei den drei führenden Indizes lag. Freitag kam es zu einem spürbaren Dämpfer, als die Arbeitsmarktdaten mit weiterem Stellenabbau nicht den optimistischen Erwartungen entsprachen. Daß die Arbeitslosenrate selbst dennoch leicht fiel – nämlich von 6,4 auf 6,2% - lag primär daran, daß etliche Arbeitslose inzwischen ihre Suche nach einem Arbeitsplatz aufgegeben haben. Zuvor war das Verbrauchervertrauen überraschend gefallen, was die Verunsicherung am Arbeitsplatz reflektiert.
Trotz dieser Fragezeichen, die sicherlich beantwortet werden müssen, um eine Fortsetzung dieser Börsenhausse zu rechtfertigen, gab es auch einige erfreuliche Lichtblicke an der Wirtschaftsfront: Die erste Hochrechnung für das Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal fiel mit 2,4% weitaus besser aus, als die allgemeine Schätzung, die nur bei 1,5% lag. Unsere eigene Einschätzung, die wir vor einem Monat in unserem Börsenbrief The Viewpoint/Der Standpunkt veröffentlichten, war dagegen fast auf den Punkt richtig. Sich damit jedoch zu brüsten, wäre falsch, sondern die Bescheidenheit gebietet es, hier auch von etwas Glück zu sprechen. Nicht jede unsere Prognosen hat, bzw. wird ins Schwarze treffen. Der Mut zur Prognose ist jedoch wichtig, um zu einer klaren Aussage zu kommen.
Die größte Volatilität gab es in jüngster Zeit nicht am Aktien- sondern am Rentenmarkt. Renditen von 10jährigen Staatsanleihen erreichten mit knapp 4,6% am Freitag einen einjährigen Höchststand bevor es zu einer leichten Entspannung kam. Vor sieben Wochen lagen diese Renditen noch auf einem 45jährigen Tiefststand von 3,1%. Einen Renditeanstieg von fast 50% in so kurzer Zeit, hat es in diesem Segment des Rentenmarkts bisher nicht gegeben. Verständlich also, daß dies auch einen natürlichen Dämpfer auf den Aktienmarkt ausübt. Der hohe Verschuldungsgrad der US-Regierung mag hier eine Rolle gespielt haben, obwohl Zinsen und die Staatsverschuldung selten in einem direkten Zusammenhang stehen. In den nächsten Wochen ist eher mit einer Beruhigung am Rentenmarkt zu rechnen, da keinerlei Inflationsgefahr erkennbar ist, die ein noch höheres Zinsniveau rechtfertigen würde.
Der August zählt an der Börse zu den weniger attraktiven Monaten. Selbst bei Börsianern ist er ein Urlaubsmonat. Auch Politiker ziehen es vor, sich in diesem Monat auszuruhen. Die Parlamentarier sind aus Washington abgereist und werden erst Anfang September zurückkehren. Selbst Präsident Bush hat das Weiße Haus verlassen und wird die Geschicke des Landes von seiner Ranch in Crawford, Texas aus leiten. Das Bäumefällen hat bei ihm in den nächsten Wochen Vorrang. Der Nahe Osten wird jedoch das Militär in höchster Einsatzbereitschaft belassen.
Unter den zwölf Monaten rangiert der August an drittletzter Stelle. Seit 1950 kam es hier beim Standard & Poor’s 500-Index zu einem geringfügigen Minus. Auch beim Freiverkehrsmarkt rangiert der August mit einem vierten Platz nicht viel besser. Eine Ausnahme macht jedoch das dritte Präsidentschaftsjahr, in dem wir uns befinden. In den vergangenen 80 Jahren kam es hier im Durchschnitt zu einem Plus von 1,5%. Wie so häufig können sich Investoren die geeignete Statistik aussuchen, um ihre Strategie zu rechtfertigen. Neben den fundamentalen Daten, gibt es auch zahlreiche technische Faktoren, die diesmal eher für einen Konsolidierungsmonat sprechen. So gibt der Volatilitätsindex (VIX) seit Tagen ein Verkaufssignal. Eine Ruhe- bzw. Urlaubspause sei der Börse daher sicher gegönnt, zumal die meisten Anleger zu dieser Jahreszeit das Gleiche tun. Aber auch bei einer Konsolidierung gibt interessante Kaufchancen, dazu gehören unter den Dow Jones-Werten Microsoft und SBC Communications, bei den Nicht-Dow-Werten AOL und Pfizer, in Deutschland Lufthansa und Adidas und in der Schweiz für risikobreite Anleger ABB. Auch in einer Flaute findet ein geschickter Segler immer eine Brise, die das Schiff voranbringt.
Ihr Heiko Thieme
PS.Ich bin da eher der meinung von Kosto: wer die aktien nicht hat wenn sie fallen, der hat sie auchg nicht dann, wenn sie steigen.....
mfg
ath
Der Juli war ein äußerst erfolgreicher Monat für Börsianer. Der Dow Jones-Index legte im Monatsverlauf fast 3% zu. Beim Standard& Poor’s 500-Index war der Anstieg mit knapp 2% zwar etwas magerer, aber dafür wurden Investoren am Freiverkehrsmarkt mit einem Plus von rund 7% richtig verwöhnt. Wall Street befindet sich somit seit fünf Monaten in einem ununterbrochenen Aufwärtstrend. Eine solche Erfolgssträhne hat es in den vergangenen 20 Jahren nur selten gegeben. Gute Quartalsergebnisse, die meist die Erwartungen übertrafen, trugen zu dieser außergewöhnlichen Performance entscheidend bei. Trotz dieser eindrucksvollen Börsenerfolge gibt es in jüngster Zeit jedoch einige Fragezeichen, die gerade im August nicht leicht vom Tisch zu wischen sind. Die vergangene Woche resultierte trotz des positiven Juliabschlusses in einem Minus, das um 1 bis 2% bei den drei führenden Indizes lag. Freitag kam es zu einem spürbaren Dämpfer, als die Arbeitsmarktdaten mit weiterem Stellenabbau nicht den optimistischen Erwartungen entsprachen. Daß die Arbeitslosenrate selbst dennoch leicht fiel – nämlich von 6,4 auf 6,2% - lag primär daran, daß etliche Arbeitslose inzwischen ihre Suche nach einem Arbeitsplatz aufgegeben haben. Zuvor war das Verbrauchervertrauen überraschend gefallen, was die Verunsicherung am Arbeitsplatz reflektiert.
Trotz dieser Fragezeichen, die sicherlich beantwortet werden müssen, um eine Fortsetzung dieser Börsenhausse zu rechtfertigen, gab es auch einige erfreuliche Lichtblicke an der Wirtschaftsfront: Die erste Hochrechnung für das Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal fiel mit 2,4% weitaus besser aus, als die allgemeine Schätzung, die nur bei 1,5% lag. Unsere eigene Einschätzung, die wir vor einem Monat in unserem Börsenbrief The Viewpoint/Der Standpunkt veröffentlichten, war dagegen fast auf den Punkt richtig. Sich damit jedoch zu brüsten, wäre falsch, sondern die Bescheidenheit gebietet es, hier auch von etwas Glück zu sprechen. Nicht jede unsere Prognosen hat, bzw. wird ins Schwarze treffen. Der Mut zur Prognose ist jedoch wichtig, um zu einer klaren Aussage zu kommen.
Die größte Volatilität gab es in jüngster Zeit nicht am Aktien- sondern am Rentenmarkt. Renditen von 10jährigen Staatsanleihen erreichten mit knapp 4,6% am Freitag einen einjährigen Höchststand bevor es zu einer leichten Entspannung kam. Vor sieben Wochen lagen diese Renditen noch auf einem 45jährigen Tiefststand von 3,1%. Einen Renditeanstieg von fast 50% in so kurzer Zeit, hat es in diesem Segment des Rentenmarkts bisher nicht gegeben. Verständlich also, daß dies auch einen natürlichen Dämpfer auf den Aktienmarkt ausübt. Der hohe Verschuldungsgrad der US-Regierung mag hier eine Rolle gespielt haben, obwohl Zinsen und die Staatsverschuldung selten in einem direkten Zusammenhang stehen. In den nächsten Wochen ist eher mit einer Beruhigung am Rentenmarkt zu rechnen, da keinerlei Inflationsgefahr erkennbar ist, die ein noch höheres Zinsniveau rechtfertigen würde.
Der August zählt an der Börse zu den weniger attraktiven Monaten. Selbst bei Börsianern ist er ein Urlaubsmonat. Auch Politiker ziehen es vor, sich in diesem Monat auszuruhen. Die Parlamentarier sind aus Washington abgereist und werden erst Anfang September zurückkehren. Selbst Präsident Bush hat das Weiße Haus verlassen und wird die Geschicke des Landes von seiner Ranch in Crawford, Texas aus leiten. Das Bäumefällen hat bei ihm in den nächsten Wochen Vorrang. Der Nahe Osten wird jedoch das Militär in höchster Einsatzbereitschaft belassen.
Unter den zwölf Monaten rangiert der August an drittletzter Stelle. Seit 1950 kam es hier beim Standard & Poor’s 500-Index zu einem geringfügigen Minus. Auch beim Freiverkehrsmarkt rangiert der August mit einem vierten Platz nicht viel besser. Eine Ausnahme macht jedoch das dritte Präsidentschaftsjahr, in dem wir uns befinden. In den vergangenen 80 Jahren kam es hier im Durchschnitt zu einem Plus von 1,5%. Wie so häufig können sich Investoren die geeignete Statistik aussuchen, um ihre Strategie zu rechtfertigen. Neben den fundamentalen Daten, gibt es auch zahlreiche technische Faktoren, die diesmal eher für einen Konsolidierungsmonat sprechen. So gibt der Volatilitätsindex (VIX) seit Tagen ein Verkaufssignal. Eine Ruhe- bzw. Urlaubspause sei der Börse daher sicher gegönnt, zumal die meisten Anleger zu dieser Jahreszeit das Gleiche tun. Aber auch bei einer Konsolidierung gibt interessante Kaufchancen, dazu gehören unter den Dow Jones-Werten Microsoft und SBC Communications, bei den Nicht-Dow-Werten AOL und Pfizer, in Deutschland Lufthansa und Adidas und in der Schweiz für risikobreite Anleger ABB. Auch in einer Flaute findet ein geschickter Segler immer eine Brise, die das Schiff voranbringt.
Ihr Heiko Thieme
PS.Ich bin da eher der meinung von Kosto: wer die aktien nicht hat wenn sie fallen, der hat sie auchg nicht dann, wenn sie steigen.....
mfg
ath