Hab ja vor allem mit oecorentner in den letzen Wochen eine schöne, sachliche und meiner Meinung nach zielgeführde Diskussion über Kosten bei PV und CSP geführt.
Problem bei einem solchen Vergleich ist die Komplexidität, denn alleine mit Kosten (Installations- oder Stromgestehungskosten), Ladefaktoren oder Wirkungsgrade kann man letztendlich keinen objektiven Vergleich ziehen. Es gibt neben diesen erwähnten durchaus wichtigen Kostenfaktoren, noch andere wichtige Punkte die man zu einem Vergleich CSP vs. PV heranziehen muss. Leider sind diese Punkte nicht bei den Kosten erfassbar und deshalb sind sie auch äußerst schwierig zu diskutieren. Daten gibt dazu auch so gut wie keine.
Vor allem spreche ich die Qualität des erzeugten Stroms an und wenn der Strom erzeugt wird (ist ja für ein Peaker-Kraftwerk nun wirlich nicht unwichtig). Bei beiden Punkten hat CSP eindetuige Vorteile gegenüber PV und das wirkt sich dann bei den Cash Flows und somit bei der Rentabilität des CSP-Kraftwerkes sehr positiv aus, aber die positiven Einnahmeaspekte werden bei einem Kostenvergleich CSP/PV eigentlich nie berücksichtigt, obwohl sie den gleichen Einfluss auf die Rentabilität eines Kraftwerkes haben wie die Installations- bzw. Stromgestehungskosten.
Warum ein solcher Vergleich (Kosten + Einnahmen) so gut wie nie gemacht wird liegt zum einen daran, dass es ein solcher Vergleich dann schon sehr komplex wird und auch dass die PV-Lobby wesentlich größer und stärker ist als die CSP-Industrie. Vorallem fällt mir da immer wieder GTM Research auf, das in keinem ihrer Artikel auf die positiven Seiten von CSP eingeht. Jedoch ist unbestritten, dass CSP in dem Zeitraum von 12 bis 18 Uhr im Sommer (Time to Delivery) wesentlich mehr Energie erzeugt wie ein PV-Kraftwerk gleicher Kapazitätgröße (ca. 15 bis 20%). Somit nimmt natürlich CSP in diesem Peaker-Zeitraum, da wird dann schon mal um den Faktor 3 bis 3,5 mehr bezahlt wie außerhalb des Peaker-Zeitraums, mehr Geld ein als PV. Außerdem dürfte auch unbestritten sein, dass CSP einen besseren Einfluss auf die Netzstabilität hat wie PV. Beide Punkte ergeben natürlich für CSP-Kraftwerke mehr Einahmen gegenüber einem PV-Kraftwerk. Hat auf die Rentabilität der CSP-Kraftwerke einen erheblichen Einfluss, aber bei den Kosten können diese psoitiven Einnahme-Aspekte nicht berücksichtigt werden.
Hier eine Präsentation vom US-Energieministerium über CSP. Da gibt es ein paar schöne Diagramme, die auch auf meine erwähnten Punkte (Time of Delivery - Qualität des CSP-Stroms) mit Grafiken eingehen:
www.estelasolar.eu/fileadmin/ESTELAdocs/...the_USA_SEIA_v2.pdf
("Overview of DOE’s CSP Activities")
Außerdem muss man bei einem Kostenvergleich CSP/PV auch immer beachten auf welche Länder sich das Ganze bezieht: Einstrahlwerte, Netzinfrastruktur, Kraftwerkspark um nur mal die wichtigsten zu nennen. In Spanien haben wir eine ganz andere Situation wie in den USA oder im Mittleren Osten oder in Indien oder oder. Ohne Betrachtung der Kosten- und Einnahmeseite kann jedenfalls niemals ein Urteil gefällt werden ob nun CSP wirklich unrentabler ist als PV.