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Stoltenberg: Müssen US-Ambitionen in Grönland ernst nehmen

BERLIN (dpa-AFX) - Im Konflikt um US-Besitzansprüche auf Grönland warnt der ehemalige Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg davor, die USA zu unterschätzen. "Dass die Vereinigten Staaten erklären, sie wollten die Kontrolle über Grönland übernehmen, müssen wir ernst nehmen", sagte Stoltenberg in einem Interview des "Spiegel".

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Spekulationen über die möglichen Beweggründe von US-Präsident Donald Trump, die Insel annektieren zu wollen, lehnt er ab. "Ich nehme zur Kenntnis, was Trump und andere US-Vertreter sagen: Sie führen Sicherheitsinteressen der Vereinigten Staaten an, und manchmal reden sie von Bodenschätzen", sagte der norwegische Finanzminister. "Ich kann bloß darauf verweisen und will nicht spekulieren, was potenzielle andere Gründe sein könnten."

Das weitgehend autonome Grönland gehört zum Hoheitsgebiet Dänemarks. Trump hat wiederholt deutlich gemacht, dass sich die USA die größtenteils von Eis bedeckte Insel einverleiben wollen - was die europäischen Nato-Partner vehement ablehnen. Krisengespräche zwischen den USA, Dänemark und Grönland hatten ohne greifbare Ergebnisse geendet. Trump argumentiert, Grönland müsse den USA gehören, damit nicht die Russen und Chinesen zusätzlich Einfluss in der Region gewinnen.

Wird die Nato überleben? - "Nichts ist in Stein gemeißelt"

Die Verteidigungsallianz Nato und die EU müssten nun mit Klarheit auf die Drohungen des US-Präsidenten reagieren. "Ich begrüße es, dass es klare gemeinsame Stellungnahmen gab - von den nordischen Staaten, von Deutschland, von anderen europäischen Staaten - dazu, dass Grönland zu Dänemark gehört und sie hinter Dänemark stehen", sagte Stoltenberg. Man solle nicht über mögliche Konsequenzen spekulieren. "Das Wichtigste ist jetzt, weitere Maßnahmen zu verhindern."

Mit Blick auf das langfristige Überleben der Nato angesichts ihrer Herausforderungen meinte Stoltenberg: "Nichts ist in Stein gemeißelt, die Dinge können sich ändern." Es gelte darum, Maßnahmen für den Fortbestand des transatlantischen Zusammenhalts zu entwickeln, "egal ob die Vereinigten Staaten nun ein engagierter Nato-Verbündeter bleiben oder nicht"./gma/DP/nas

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