Siemens-Familie Alarmglocken


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Siemens-Familie Alarmglocken

 
23.07.01 11:46
ftd.de, Mo, 23.7.2001, 11:06  
Bei der Siemens-Familie schrillen die Alarmglocken

Die Siemens-Familie muss den Anlegern demnächst offenbar schlechte Zahlen präsentieren. Die Flaute in der Telekommunikation trifft den Technikkonzern mit seinen Töchtern doppelt hat.

Als erstes legte am Montag Infineon die Zahlen für das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2000/2001 (30. September) vor. Schon Anfang Juni schockte der Konzern die Märkte mit der Ankündigung, es werde ein Quartalsverlust vor Steuern und Zinsen in Höhe von bis zu 600 Mio. Euro erwartet. Am Montag bezifferte Infineon den Verlust mit 598 Mio. Euro konkret. Siemens und Infineon leiden besonders unter der schwachen Lage der Hightech-Branche.

Da Siemens noch mehr als 50 Prozent an Infineon hält, wird der Verlust der Chiptochter auch das Siemens-Ergebnis stark belasten. Auf Grund der starken zyklischen Schwankungen des Chipgeschäfts will sich Siemens ganz von der Beteiligung trennen. Siemens präsentiert seine Quartalszahlen am Mittwoch (25. Juli). Neben Infineon wird auch die Flaute auf dem Handymarkt das Ergebnis weiter drücken. In den vergangenen Monaten hatten verschiedene Bereiche des Konzerns die Streichung von insgesamt mehr als 10.000 Arbeitsplätzen angekündigt.


Nach Informationen des Magazins "Focus" rutscht die Netzwerksparte in die roten Zahlen. Die "Welt am Sonntag" berichtete zudem, dass Siemens-Vorstand Volker Jung, zuständig für den Unternehmensbereich Information und Communication (I&C), wegen wegbrechender Gewinne zunehmend unter Druck gerate.



Unternehmensleitung verweigert Kommentar


"Wir kommentieren das nicht", sagte Stefan Denig, Sprecher des Münchener Konzerns. Zugleich verwies er auf die Veröffentlichung der Quartalszahlen am kommenden Mittwoch.


Im laufenden Geschäftsjahr (zum 30. September) ist das Ergebnis bei Siemens ICN nach Konzernangaben stetig zurückgegangen. Im ersten Quartal hatte ICN noch ein positives Ergebnis von 150 (Vorjahreszeitraum: 211) Mio. Euro ausgewiesen. Auf Grund rückläufiger Investitionen von Firmenkunden und Netzbetreibern wurden im zweiten Quartal Siemens-Angaben zufolge nur noch 50 (183) Mio. Euro verbucht. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 1999/2000 belief sich das Umsatzvolumen von ICN auf 11,4 Mrd. Euro oder knapp 15 Prozent des Siemens-Gesamtumsatzes. ICN war damit die größte Sparte im Konzern.


Am Donnerstag (26. Juli) ist dann Epcos an der Reihe. Das Unternehmen hat in diesem Jahr die Erwartungen schon drei Mal nach unten korrigiert. Auch hier wirkt sich insbesondere die Flaute auf dem Handy-Markt aus. Siemens hält an Epcos (München) gut 12,5 Prozent der Anteile.



© 2001 Financial Times Deutschland
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