New York, 8. Juni. (Bloomberg) Der chinesische Aktienindex Shanghai-Composite-Index verzeichnete am Mittwoch den stärksten Anstieg seit drei Jahren. Der Kurssprung gründete in Spekulationen, dass die Regierung weitere Massnahmen verabschieden werde, um das Vertrauen der Investoren zu stärken, nachdem der Benchmark auf ein Acht-Jahre-Tief abgesackt war. Der Shanghai-Composite-Index, welcher die in Yuan denominierten A-Aktien sowie die in Fremdwährung gehandelten B-Aktien abbildet, kletterte um 8,1% auf 1115,58 Punkte. Sein kleineres Pendant in Shenzhen zog um 7,7% auf 275,77 Punkte an.
Erfahrungsgemäss wird Chinas Aktienmarkt durch die Politik getrieben. Die Investoren setzten auf weitere staatliche Stimulierungsmassnahmen, meinte ein Händler. Die Regierung hatte am Dienstag durch die Aufsichtsbehörde, die China Securities Regulatory Commission, verlauten lassen, dass den Unternehmen Aktienrückkäufe gestattet werden, um die Kurse zu stützen. Einen Tag zuvor waren bereits Investmentfonds aufgerufen worden, die Börse zu stützen. Die chinesischen Aktienmärkte entwickelten sich in den vergangenen zwölf Monaten deutlich schwächer als die meisten anderen Handelsplätze der Welt: Der Shanghai-Composite büsste 25% ein, und der Index von Shenzhen verlor 29%.
Die Regierung will die Kurse aufpeppen, um die Verluste bei den Broker-Häusern im Reich der Mitte zu begrenzen. Diese haben schätzungsweise 24 Mrd. $ Schulden angehäuft, wie aus Daten des Analytikerverbands Securities Analysts Association of China hervorgeht. Doch der Staat handelt auch in eigenem Interesse. Die Baisse an der chinesischen Börse erschwert Pläne der Regierung, Staatsbeteiligungen an Unternehmen im Wert von 240 Mrd. $ am Aktienmarkt zu placieren. Die Sorgen, dass der Staat den Markt mit Aktien überschwemmen werde, haben unter anderem zur Talfahrt an der chinesischen Börse beigetragen. Die nicht handelbaren Aktien des Staates, die sich im Besitz von Kommunal-Provinz- und Zentralregierungen befinden, machen zwei Drittel der chinesischen Marktkapitalisierung von 360 Mrd. $ aus. Am 9. Mai hatte die Regierung vier Unternehmen für die erste Stufe eines Programms ausgewählt, dass dem Verkauf der staatlichen Aktien dienen soll.
Börsengang von Shenhua missglückt
Hongkong, 8. Juni. (Reuters) Das führende chinesische Bergbauunternehmen China Shenhua Energy hat beim weltweit grössten Börsengang dieses Jahres rund 3 Mrd. $ gelöst. Mit den erzielten 2,95 Mrd. US-$ oder HK-$ 7.50 pro Aktie lag der Einführungspreis am unteren Ende der Spanne, die in Marktkreisen zwischen HK-$ 7.25 und 9.25 pro Aktie erwartet wurde. Insgesamt wurden 3,06 Mrd. Aktien oder 17,23% des Kapitals von Shenhua an die Hongkonger Börse gebracht. Die Überzeichnung der Aktien fiel nach chinesischen Massstäben für Börsengänge schwach aus. Bei der institutionellen Tranche überstieg die Nachfrage lediglich fünfmal das Angebot, bei der Einzelaktie war die Nachfrage fünfzehnmal so hoch wie das Angebot. Beim Börsengang von China Life, dem grössten des Jahres 2003, waren die Aktien 170-mal bzw. 25-mal überzeichnet gewesen.