Quelle: http://www.onlinekosten.de Mittwoch, den 23.01.02 08:06
Mit den höheren Tarifen beim schnellen Internet hat sich die Deutsche Telekom aus dem Fadenkreuz der zuständigen Regulierungsbehörde gebracht: Wie die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP) in Bonn bekannt gab, stellt sie ihr Entgelt-Verfahren um digitale DSL-Anschlüsse gegen den Bonner Konzern ein. Damit kann die Telekom bei ihrem T-DSL getauften Angebot ungeachtet heftiger Kritik der Konkurrenten künftig wieder freier schalten und walten.
Nachdem das Unternehmen zuletzt deutliche Preiserhöhungen schrittweise ab dem 25. Februar angekündigt habe, erschienen die von Wettbewerbern erhobenen Dumping-Vorwürfe "in einem anderen Licht", erklärte die Regulierungsbehörde. Der Verdacht des Missbrauchs sei "auf Grund des erheblich veränderten Sachverhalts nun nicht mehr aufrecht zu erhalten". Sowohl die Monatsgebühren als auch die Tarife für den DSL-Anschluss würden deutlich steigen.
Der normale Monatspreis bei T-DSL zusätzlich zu einem ISDN-Anschluss soll ab Mai 12,99 Euro (25,40 Mark) betragen. Derzeit sind es noch 10,18 Euro. Kunden mit analogem T-Net-Anschluss sollen dann zusätzlich 19,99 Euro statt zuletzt 20,40 Euro zahlen; für sie bringt die Umstellung damit etwas günstigere Grundgebühren. Für Neukunden sollen die neuen Preise bereits ab dem 25. Februar gelten.
T-DSL-Neueinsteiger müssen ab 1. Juli auch höhere Anfangspreise zahlen: Das Bereitstellungsentgelt, das derzeit mit 51,57 Euro zu Buche schlägt, kostet dann 74,95 Euro. Ab dem 1. Januar kommenden Jahres sollen es sogar 99,95 Euro sein, also fast doppelt so viel wie bisher.
Die im Branchenverband VATM zusammengeschlossenen Konkurrenten hatten moniert, auch die neuen Tarife orientierten sich "wenig an den tatsächlichen Kosten". So lägen die T-DSL-Preise in Verbindung mit digitalen ISDN-Telefonanschlüssen "immer noch zu niedrig und verzerren massiv den Wettbewerb". Die Konkurrenten stießen sich auch an den unterschiedlichen Preisen für Kunden mit analogen und digitalen Anschlüssen.
Über DSL-Verbindungen können Nutzer zwölfmal schneller im Internet surfen als mit einer digitalen ISDN-Leitung. Die Telekom sicherte sich dabei in den vergangenen Monaten mit einer aggressiven Vermarktung den bei weitem größten Kundenstamm in Deutschland mit 2,2 Millionen vermarkteten Anschlüssen; dies entspricht einem Marktanteil von mehr als 90 Prozent.
Onlinekosten.de meint:
Es ist schon ein Trauerspiel was sich in diesem Land abspielt, denn wieder einmal hat die Regulierungsbehörde für Post und Telekommunikation (RegTP) ihr wahres Gesicht gezeigt, indem sie dem rosa Riesen erneut nachgab. Zugegeben befand sie sich diesmal wohl wirklich etwas in der Zwickmühle, andererseits war wohl das Setzen eines Zeichens gar nicht geplant, in einen Land in dem noch immer der schnöde Mammon in Form von Dividenden die Politik bestimmt. Mit der Erhöhung der DSL-Preise hat die Telekom nun zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen, zum einen klingelt mehr Geld in der Kasse, zum anderen ist man einer Fortsetzung des Mißbrauchsverfahrens somit aus dem Weg gegangen. Und sogar die "lästigen" Mitbewerber hat man so erst einmal zufriedengestellt, hatten doch diese erst das Verfahren bei der RegTP angestrengt.
Der Dumme ist natürlich wieder einmal der Endverbraucher, dessen DSL-Anschluß nun plötzlich teurer wird. Otto Normalsurfer fasste sich sowieso an den Kopf, als er von der Klage der Wettbewerber hörte. Schon damals konnte er sich nämlich ausrechnen, daß damit nur höheren Preisen Tür und Tor geöffnet wird. Die Farce in Sachen Internet-Deutschland geht also auch im Wahljahr 2002 weiter. Bleibt abzuwarten, ob nicht die eine oder andere Partei sich das Thema Flatrates, Telekom und Regulierer, auf ihre Fahnen schreibt. Doch irgendwie steht jetzt schon fest, daß es wohl immer nur einen Sieger in diesem Land gibt. Die Deutsche Telekom und Robert T-Online lassen grüßen.
(rsi)
Mit den höheren Tarifen beim schnellen Internet hat sich die Deutsche Telekom aus dem Fadenkreuz der zuständigen Regulierungsbehörde gebracht: Wie die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP) in Bonn bekannt gab, stellt sie ihr Entgelt-Verfahren um digitale DSL-Anschlüsse gegen den Bonner Konzern ein. Damit kann die Telekom bei ihrem T-DSL getauften Angebot ungeachtet heftiger Kritik der Konkurrenten künftig wieder freier schalten und walten.
Nachdem das Unternehmen zuletzt deutliche Preiserhöhungen schrittweise ab dem 25. Februar angekündigt habe, erschienen die von Wettbewerbern erhobenen Dumping-Vorwürfe "in einem anderen Licht", erklärte die Regulierungsbehörde. Der Verdacht des Missbrauchs sei "auf Grund des erheblich veränderten Sachverhalts nun nicht mehr aufrecht zu erhalten". Sowohl die Monatsgebühren als auch die Tarife für den DSL-Anschluss würden deutlich steigen.
Der normale Monatspreis bei T-DSL zusätzlich zu einem ISDN-Anschluss soll ab Mai 12,99 Euro (25,40 Mark) betragen. Derzeit sind es noch 10,18 Euro. Kunden mit analogem T-Net-Anschluss sollen dann zusätzlich 19,99 Euro statt zuletzt 20,40 Euro zahlen; für sie bringt die Umstellung damit etwas günstigere Grundgebühren. Für Neukunden sollen die neuen Preise bereits ab dem 25. Februar gelten.
T-DSL-Neueinsteiger müssen ab 1. Juli auch höhere Anfangspreise zahlen: Das Bereitstellungsentgelt, das derzeit mit 51,57 Euro zu Buche schlägt, kostet dann 74,95 Euro. Ab dem 1. Januar kommenden Jahres sollen es sogar 99,95 Euro sein, also fast doppelt so viel wie bisher.
Die im Branchenverband VATM zusammengeschlossenen Konkurrenten hatten moniert, auch die neuen Tarife orientierten sich "wenig an den tatsächlichen Kosten". So lägen die T-DSL-Preise in Verbindung mit digitalen ISDN-Telefonanschlüssen "immer noch zu niedrig und verzerren massiv den Wettbewerb". Die Konkurrenten stießen sich auch an den unterschiedlichen Preisen für Kunden mit analogen und digitalen Anschlüssen.
Über DSL-Verbindungen können Nutzer zwölfmal schneller im Internet surfen als mit einer digitalen ISDN-Leitung. Die Telekom sicherte sich dabei in den vergangenen Monaten mit einer aggressiven Vermarktung den bei weitem größten Kundenstamm in Deutschland mit 2,2 Millionen vermarkteten Anschlüssen; dies entspricht einem Marktanteil von mehr als 90 Prozent.
Onlinekosten.de meint:
Es ist schon ein Trauerspiel was sich in diesem Land abspielt, denn wieder einmal hat die Regulierungsbehörde für Post und Telekommunikation (RegTP) ihr wahres Gesicht gezeigt, indem sie dem rosa Riesen erneut nachgab. Zugegeben befand sie sich diesmal wohl wirklich etwas in der Zwickmühle, andererseits war wohl das Setzen eines Zeichens gar nicht geplant, in einen Land in dem noch immer der schnöde Mammon in Form von Dividenden die Politik bestimmt. Mit der Erhöhung der DSL-Preise hat die Telekom nun zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen, zum einen klingelt mehr Geld in der Kasse, zum anderen ist man einer Fortsetzung des Mißbrauchsverfahrens somit aus dem Weg gegangen. Und sogar die "lästigen" Mitbewerber hat man so erst einmal zufriedengestellt, hatten doch diese erst das Verfahren bei der RegTP angestrengt.
Der Dumme ist natürlich wieder einmal der Endverbraucher, dessen DSL-Anschluß nun plötzlich teurer wird. Otto Normalsurfer fasste sich sowieso an den Kopf, als er von der Klage der Wettbewerber hörte. Schon damals konnte er sich nämlich ausrechnen, daß damit nur höheren Preisen Tür und Tor geöffnet wird. Die Farce in Sachen Internet-Deutschland geht also auch im Wahljahr 2002 weiter. Bleibt abzuwarten, ob nicht die eine oder andere Partei sich das Thema Flatrates, Telekom und Regulierer, auf ihre Fahnen schreibt. Doch irgendwie steht jetzt schon fest, daß es wohl immer nur einen Sieger in diesem Land gibt. Die Deutsche Telekom und Robert T-Online lassen grüßen.
(rsi)