NEUER MARKT –
COMEBACK ODER EXITUS ?
Schon im Oktober 1999 waren die Chancen
und Risiken des Neuen Marktes Thema des Petersberger Treffens. Mit Fondsmanager
Karl Fickel und Börsenbrief-Herausgeber Hans A. Bernecker prallten damals unterschiedliche Einschätzungen aufeinander.
Die Spekulationsblase am Neuen Markt hatte
ihren Höhepunkt längst noch nicht erreicht. Nach einem weiteren
halben Jahr überschäumender Euphorie begann im März 2000
ein Absturz, der in der Börsengeschichte seines gleichen sucht. Nicht
nur Milliardenwerte, auch das Renommee des Neuen Marktes wurde vernichtet.
Die Aktienkultur hat großen Schaden genommen. Um so mehr stellt sich heute die Frage, wie es weitergeht.
Versinkt der Neue Markt in der Bedeutungslosigkeit
oder steht er vor einem glorreichen Comeback? Bieten sich jetzt endlich
wieder gute Investment-Chancen?
Zu den aktuellen Perspektiven werden sich
die Fondsmanager Karl Fickel (Lupus alpha), Michael Fraikin (Invesco) und
Guido Schickentanz (Julius Baer) äußern.
Ferner konnten wir Hans A. Bernecker als
Diskussionspartner gewinnen.
Nachlese:
1999: Neuer Markt – neue Regeln?
Schon im Oktober 1999 beschäftigte
sich das Petersberger Treffen mit dem Thema „Neuer Markt“ und fragte „Gelten
dort neue Regeln?“. Zu diesem Zeitpunkt hatte die rasante Kursrallye schon
eingesetzt, die schließlich ein halbes Jahr später ihren Zenit
erreichte. Die Standpunkte der beiden Gastreferenten damals, dem Fondsmanager
Karl Fickel (siehe dazu Seite 36) und dem Börsenbrief-Verleger Hans
A. Bernecker, konnten kaum unterschiedlicher sein. Während Bernecker
auf die Spekulationsblase hinwies, die sich deutlich an der übertriebenen
Marktkapitalisierung zeige und Kurshalbierungen voraussagte, lobte Fickel
die Qualitäten vieler einzelner Unternehmen und ihrer Führung.
Vor diesem Hintergrund erwartete er weitere Kurssteigerungen und prophezeite
diesen Unternehmen und dem Neuen Markt langfristig Erfolg. An Aktien wie
Aixtron und Qiagen schieden sich die Geister. Wer hat nun Recht behalten?
Beispiel Aixtron: Das Aachener Unternehmen brachte es damals auf eine Marktkapitalisierung
von 1,6 Mrd. Euro, Qiagen auf fast ebensoviel, nämlich 1,58 Mrd. Euro.
Schon viel zu viel, in den Augen des einen; für den anderen dagegen
Aktien, die er in seinem Fonds übergewichtet hatte. Ein halbes Jahr
später, der erste Rutsch am Neuen Markt hatte bereits stattgefunden,
lag die Marktkapitalisierung von Qiagen um 280% höher, nämlich
bei 6,0 Mrd. Euro. Bis März 2001 Jahres halbierte sich der Wert von
Qiagen tatsächlich auf 2,9 Mrd. Euro, was aber immer noch fast das Doppelte vom Wert im Oktober 1999 ist. Jetzt, bei Redaktionsschluß,
ist Qiagen sogar schon wieder über 4 Mrd. Euro wert. Und Aixtron wird
von der Börse aktuell mit 2,7 Mrd. Euro bewertet, also gut zwei Drittel
mehr als zum Zeitpunkt des Petersberger Treffens 1999. Wenn man fragt,
wer Recht behalten hat, muss man wohl antworten: Beide, denn einerseits
stand man erst am Beginn des Höhenfluges am Neuen Markt, andererseits
baute sich tatsächlich eine Spekulationsblase auf, deren Ausmaß
in der Börsengeschichte wenig Parallelen findet. Wer dem Rat Fickels
folgte und qualitativ gute Werte am Neuen Markt oder den von ihm gemanagten
Fonds kaufte, konnte das eingesetzte Kapital binnen weniger Monate tatsächlich
verdoppeln. Wer den Rat Berneckers beherzigte, ersparte sich den anschließenden
Absturz. Chancen und Risiken, das hat das Petersberger Treffen 1999 gezeigt,
liegen am Neuen Markt dicht beieinander. Die Realität hat die Prognosen
beider Experten bestätigt.
Seminar-Höhepunkt des Jahres 2001
Auch in diesem Jahr, am 13. Juni (Einlaß
18.00 Uhr, Beginn 18.30 Uhr), wird der Neue Markt das Thema des Petersberger
Treffens sein. Unter den Gastreferenten hat das Lager der Fondsmanager Verstärkung bekommen. Neben Karl Fickel, der inzwischen den „Lupus
alpha Neue Märkte Plus“ managt, werden sein früherer Invesco-Kollege
und Nachfolger als Fondsmanager des „Invesco Neue Märkte“, Michael
Fraikin, und Guido Schickentanz von der Julius Bär Kapitalanlagegesellschaft
sitzen, Fondsmanager u.a. des „Nestor Europa Neue Märkte“. Unter ihrem
ehemaligen Star-Fondsmanager Kurt Ochner hat gerade der Frankfurter Ableger
der Schweizer Privatbank Julius Bär zahlreiche Mandate zum Management
für Neue-Markt-Fonds erhalten (siehe Seite 36). Den drei erfolgreichen Fondsmanagern tritt erneut Hans A. Bernecker entgegen. Wer den Börsen-Altmeister
kennt, weiß, daß das Kräfteverhältnis damit wohl
ausgeglichen ist. Geballte Kompetenz also, die sich nicht lange mit der Vergangenheit aufhalten wird, sondern den Blick in die Zukunft richtet.
Das lässt einen sehr interessanten Abend erwarten, mit Sicherheit
ein Seminar-Höhepunk dieses Jahres, zudem in dem eindrucksvollem Ambiente
des Gästehaus Petersberg.
Gästehaus des Bundes auf
dem Petersberg
13.06.2001
Programm:
18.00 Uhr Einlaß, Empfang
18.30 Uhr Neuer Markt:
Rückblick
Aktuelle Bewertung
Referenten sind die Neue-Märkte-Fondsmanager
Karl Fickel, Lupus alpha,
Michael Fraikin, Invesco,
Guido Schickentanz, Julius Baer
und Hans A. Bernecker,
Börsenbrief-Herausgeber
20.00 Uhr Pause, Imbiß
20.30 Uhr Podiumsdiskussion
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