Der israelische Rüstungskonzern Elbit Systems profitiert von den kriegerischen Auseinandersetzungen im Nahen Osten, wie die am Mittag vorgelegten Zahlen zeigen.
Für dich zusammengefasst:
Israelische und US-Luftwaffe bomben den Südlibanon und Iran.
Elbit Systems verzeichnete im letzten Jahr eine Verdopplung.
Auftragseingänge überschreiten 30 Milliarden US-Dollar.
Inmitten laufender Verhandlungen: Neue Luftangriffe
Trotz laufender Friedensverhandlungen haben die israelische sowie die US-amerikanische Luftwaffe in der Nacht zum Dienstag erneut Ziele sowohl im Südlibanon als auch im Iran angegriffen. Das Zentralkommando der US-Streitkräfte spricht von "defensiven Schlägen", die mit Blick auf die Verhandlungen "maßvoll" durchgeführt worden seien.
An den Aktienmärkten ist die Unsicherheit dadurch unverändert groß. Börsen, welche am Montag geöffnet hatten, darunter auch der deutsche Leitindex DAX, geben einen Teil ihrer Erholungsgewinne wieder ab, während der Preis für Rohöl erneut in Richtung 100 US-Dollar pro Barrel Brent steigt.
Israelischer Verteidigungskonzern Elbit Systems profitiert
Profiteur nicht erst seit der neuerlichen Eskalation, sondern bereits seit geraumer Zeit ist der israelische Verteidigungskonzern Elbit Systems, der eine Vielzahl von Komponenten und Systemen, darunter auch für die deutschen Verteidigungsstreitkräfte, herstellt.
Die Aktie hat sich in den vergangenen Jahren vervielfacht, allein im vergangenen Jahr konnte sie sich mehr als verdoppeln. Dm Dienstagmittag packt sie weitere 9 Prozent drauf, nachdem auch die vorbörslich veröffentlichten Quartalszahlen für Schwung sorgen.
Gegenüber dem Vorjahresquartal kletterten Die Erlöse um 15,3 Prozent auf 2,19 Milliarden US-Dollar. Damit konnten die Erwartungen des Marktes um 50 Millionen US-Dollar übertroffen werden. Während das Luftfahrtgeschäft mit einem Plus von 2 Prozent ein Underperformer war, entwickelten sich die Erlöse aus Führungs- und Cybersicherheitssystemen mit einem Plus von 17 Prozent sehr stark. Die anhaltend hohe Munitionsnachfrage nicht nur auf dem israelischen Heimatmarkt, sondern auch in Europa sorgte außerdem für ein Plus von 27 Prozent im entsprechenden Segment.
Auf der Ertragsseite erwirtschaftete Elbit Systems einen bereinigten Gewinn (Non-GAAP) von 3,87 US-Dollar je Aktie, womit die Schätzungen um 54 Cent übertroffen wurden. Der operative Ertrag kletterte gegenüber dem Vorjahresquartal um 37,0 Prozent auf 205,13 Millionen US-Dollar. Daraus wurde ein Nettogewinn von knapp 161 Millionen US-Dollar erzielt, nach +107,4 Millionen US-Dollar im Jahr zuvor (+49,9 Prozent).
Auftragsbücher auch dank Bundeswehr prall gefüllt
Neben gesteigerten Erlösen und Unternehmensmargen konnte das Management um CEO Bezhalel Machlis auch bei den Auftragseingängen einen Erfolg präsentieren. Die kletterten zum ersten Mal in der Geschichte des Unternehmens auf über 30 Milliarden US-Dollar.
Damit verfügt Elbit Systems über eine Book-to-Bill-Ratio von etwa 3,0, was branchenintern ein hervorragender Wert ist und nicht nur eine hohe Auslastung in der Zukunft, sondern auch weiteres Unternehmenswachstum garantiert.
Noch vor der Veröffentlichung seiner Zahlen machte der Konzern mit einem 1,4 Milliarden US-Dollar schweren Auftrag aus Europa auf sich aufmerksam. Der Kunde wurde in der Pressemitteilung nicht genannt, es darf aber vermutet werden, dass es sich um die Bundeswehr handelt, nachdem von Komponenten und Systemen für eine "umfassende militärische Modernisierung über das gesamte Gefechtsfeld hinweg" die Rede ist.
Aktie dank starker Kursgewinne vor Korrekturende
In der US-Vorbörse kamen die von Elbit Systems vorgelegten Quartalszahlen hervorragend an. Die Aktie verzeichnete ein Plus von knapp 9 Prozent auf 836 US-Dollar. Damit steht sie vor dem Abschluss ihrer Konsolidierung in den vergangenen Wochen.
Nach einer Bodenbildung im Relative-Stärke-Index (RSI), dem Crossing über seine Signallinie im Trendstärkeindikator MACD und dem Verlassen des kurzfristigen Abwärtstrendkanals stehen die Zeichen auf eine Fortsetzung der Rallye – erst recht, wenn die bei 854,36 US-Dollar verlaufende 50-Tage-Linie zügig zurückerobert werden sollte.
Der Nasdaq Equity Premium Income ETF verbindet die Wachstumsstärke von US-Technologieaktien mit regelmäßigen Ausschüttungen und hohen Dividendenerträgen.
Fazit: Die Bewertung könnte das Aufwärtspotenzial begrenzen
Mit Blick auf die Unternehmensbewertung zeigt sich allerdings ein differenziertes Bild. Die in den vergangenen Jahren starke Kursentwicklung ist der Geschäftsentwicklung weit vorausgeeilt. Dadurch handelt sie für 2026 bereits mit einem KGVe von 55,5. Das stellt sogar die nicht minder hochbewerteten deutschen Rüstungstitel Renk, Rheinmetall und Hensoldt in den Schatten. Gleichzeitig ist das Kurs-Gewinnwachstum nicht mehr günstig.
Das deutet darauf hin, dass ein Großteil der "einfachen" Kursgewinne bei Elbit Systems bereits erzielt wurden und die weiteren Aufwärtsmöglichkeiten begrenzt sind.
Wer im Vertrauen auf die technische Stärke sein Glück wagen möchte, sollte vor dem Einstieg sein Gewissen prüfen: Das Unternehmen ist einer der wichtigsten Lieferanten der an zahlreichen Kriegsverbrechen beteiligten israelischen Armee, die im Iran einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg führt – egal was man vom Regime in Teheran halten mag.
Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen finden Sie jeweils hier: DE000NB1ZLN6
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