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Meldung des Tages: GOLD-AUSBRUCH: Von der PEA zum Milliarden-Potenzial

Opa Bernecker konsolidiert die Märkte nach Plan


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cap blaubär:

Opa Bernecker konsolidiert die Märkte nach Plan

2
30.05.01 10:26



Guten Morgen, meine Damen und Herren,
die Konsolidierung der Märkte verläuft nach Plan. Das merken Sie weniger in den Indizes als vor allem in den Titeln selbst. Darin drückt sich wiederum die schon beschriebene relative Stärke der Aktien aus, was Sie gestern recht deutlich verfolgen konnten: Der Dow Jones legte etwas zu, der Nasdaq verlor 3,4 % bzw. 4,5 %. Einzelne Titel brachen aber noch kräftiger ein und dafür gilt, was ich Ihnen ebenfalls beschrieb:

Was vorher bis 100 % zugelegt hatte (gegenüber dem Tief), muß jetzt wieder rund die Hälfte dieser Gewinne abgeben. Beispiel: Cisco lag im Tief bei 13,63 $, sprang auf 25 $ und wird jetzt in die Bandbreite 18/19 $ reagieren, vielleicht für einen halben Tag auch bis 16 $. Diese gewaltige Spanne steckt also als Volatilität in einer typischen Technikaktie. Sinngemäß gilt dies für alle anderen und das bedeutet für Sie: Schauen Sie sich die Charts an, verbunden mit den Umsätzen, und nur so können Sie einigermaßen erkennen, wo der sog. zweite Boden liegt.

Zur Orientierung: Apple hat ein Risiko von 18 - 19 $, Compuware bis etwa 8,50/9 $, Dell Computer bis 22 $ und Intel bis 24/26 $. Microsoft 66/68 $, Siebel Systems bei 45/46 $ und AMD bei etwa 27/28 $. Für EMC gelten 30 $ und für Micron Tech 35 $. Für Hewlett Packard schätze ich 26 $, aber am stärksten bleibt IBM, wo das Risiko nur bei äußerst 3 $, also 112/113 $ liegt. Diese Limits gelten als allgemeine Richtlinie und meine Empfehlung lautet unverändert: Um diese Kurse herum liegen die nächsten Kauflimits.

Der Lucent-Deal ist gestern abend überraschend geplatzt. Die Franzosen wollten abstauben, was die Amis nicht akzeptierten. Gott sei Dank! Nutzen Sie die Lucent-Schwäche, die mehr psychologisch zu verstehen ist, als nächste Kaufgelegenheit zwischen 7,50 und 9 $. Davon mache ich keine Abstriche. Allerdings warte ich auf die heutige Erklärung von Lucent zum Gesamtbild in dieser Sache. Es kann sein, daß die Abgabe der 58 %-Beteiligung an Agere Systems zur Disposition steht. Wenn Sie aber wissen wollen, was aus amerikanischer Sicht Lucent wert ist, so lesen Sie es in der heutigen Presse. Das ist so eine Art indirekte Bestätigung meiner Wertberechnung von Lucent.

Deutschland wartet auf neue Denkanstöße. Die gibt es heute im Kleinformat. ThyssenKrupp liefert einen positiven Ausblick vor dem Hintergrund der durchaus guten Halbjahreszahlen (30.3.). Dann gibt es zwei HVs von Hochtief und IVG Holding, in denen ich zwar keine Sensationen, aber einen interessanten Ausblick erwarte. Ferner ist HV bei T-Online und bei Maxdata, die ich als eine der billigsten PC-Hersteller auf dem deutschen Kurszettel einschätze. Karstadt kommt mit den Bilanzzahlen und König & Bauer mit denjenigen für das 1. Quartal. Schließlich ist HV bei Schneider Technologies. Fast alle diese Aktien hatte ich in den letzten ABs besprochen und
weitgehend zum Kauf empfohlen. Insofern gibt es heute eine Art Qualitätstest für diese Titel und deren Markttechnik.

Die gestrige HV von Dt. Telekom erzwingt keine neue Einschätzung. Aber man hat schon manchmal den Eindruck, daß Aktionäre glauben, daß ein Riesenunternehmen, welches mitten in einem weltweiten Strukturprozeß steht, mit wenigen Entscheidungen des Vorstandes neu ausgerichtet werden kann. Das ist irgendwie naiv. Ich halte das, was Ron Sommer darlegte, für seriös und richtig und am Ende erfolgreich. Die gestrige Kursschwäche rührte allerdings von Vodafone her, deren Markttechnik unter allen Telekommunikationsaktien im Moment am schlechtesten aussieht.

Wahrscheinlich heute oder morgen: Der Verkauf der Agrochemie von Aventis geht in die Endphase. 4 Mrd $ wurden gestern abend genannt, was unter den bisherigen Schätzungen liegt. Ein Viertel davon geht an Schering, die ursprünglich an 2 Mrd E. dachten. Das wird sich nicht realisieren lassen, aber 1,2 - 1,4 Mrd E. polstern die Rechnung auf, die ich kürzlich für Schering aufgemacht hatte.

Die Börsenumsätze in MG Technologies klettern auf inzwischen 1/2 Mio Stück pro Tag. Das gab's lange nicht mehr. Bitte lesen Sie die letzte AB. Lange dürfen Sie nicht warten. Werden 14 E. nachhaltig übersprungen, geht es in Richtung 18/20 E. Diese Aktie ist eine der interessantesten Spekulationen dieses Jahres, wenn auch nicht ganz leicht zu verstehen.

In Zürich ging es gestern in meinen zwei Tagestips schon rund. Sulzer sprangen von 669 auf 721 Fr. Die Tochter Sulzer Medica von 167 auf 190/193 Fr. Bin ich schuld? Teilweise wohl schon, aber Sie sehen daran, wie schön es ist, mitten in eine psychologische Angstphase hinein zu kaufen. Dennoch: Operieren Sie weiter in der Bandbreite 170/180 Fr. für die Tochter und knapp unter 700 Fr. für die Mutter. Die weiteren Details in der nächsten AB. Ich wünsche Ihnen damit einen ebenso sonnigen wie insofern auch interessanten Börsentag, als Sie sich in einer weitergehenden Konsolidierung sorgfältig die besten Einkaufskurse auswählen können.

Herzlichst Ihr

Hans A. Bernecker
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KAWAMAN:

Woher stammt die Quelle ??? o.T.

 
30.05.01 10:29
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cap blaubär:

ich hoffe das klappt

 
30.05.01 10:30
sonne02.bern-stein.de/weblogin/...gin.cgi?BTN1=hp_aktuell1.htm
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Lalapo:

Cap B::: ja ja der Opa B.

 
30.05.01 13:19
Dank Dir , du kennst meine Meinung zu den Schweineanalysten ,ABER , den Bernecker leße ich immer wieder gerne , wird nicht direkt als Klooooopapier benutzt , ich weiß noch wie er vor vielen Monaten bei Nemax 9000 sagt in der TB: der n. Markt muß auf 5500 und dann 3500 runter , der Rest ist ja bekannt, aber was er sich für Schelte anhören müßen ......
Gottseidank war ich auch seiner Meinung ....
Und was habe ich kürzlich gelesen , MOMENTAN , kein Handlungsbedarf ,gehen sie in ne schöne Bierkneipe und schaun Sie sich die Mädels an ....... und da gebe ich Ihm auch Recht .... bis auf WET , da wird bald VIEL passieren .....

Gruß LALAPO

ACH JA . WAS MEINST ZU IFCO ,wieder  verschoben , DEINE EINSCHÄTZUNG ...
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cap blaubär:

Asche auf mein Haupt

 
30.05.01 13:35
als Er vorm abkacken der Telcos warnte hab ich ja auch gestänkert+dafür nett eins auf die blaubärnase bekommen,na ja man wird lernfähig,
IFCOS hab ich rausreingetan(2,20)und hoffe nun das Sie demnächst die Kurve bekommen und reichlich Reibach bringen sind wohl genau wie die ITs über das allesinvestieren und dann schaunwirmal gestolpert in der Hoffnung der Markt kennt nur ne Richtung,aber auch daa haben wir ja gelernt
blaubärgrüsse
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Marius:

Ich gehe auch' Bier Trinken.

 
30.05.01 13:35
Aber dann schaue ich mir noch Lucent und MG Tech an. Denke beide sind sehr sehr interesant. Bei Lucent könnte auch ein OS was werden. Was meint ihr ?

Prost
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cap blaubär:

brfd .WET

 
30.05.01 13:46
hab ich schon öfters als crd alternative empfohlen denn die haben nun wirklich VERTRÄGE mit Autoklitschen UMTS kann ihnen nix anhaben und ein warmer Po im Winter ist wichtiger alsn Wackelspiezeug aufm Armaturenbrett,wobei beide wohl fürn Arsch sind aber nur einer im übertragenen Sinn
blaubärgrüsse
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Marius:

Schaut euch MG Technologies an.

 
30.05.01 16:05
Da sind große Spekulationen in gang. Schaut mal auf XETRA.
Die großen Dinger nur bei steigendem Kurs. Opa Bernecker hat recht. Da geht bald was los.

Marius
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sfor:

nur zur erinnerung!

 
30.05.01 16:19
bernecker warnte schon 99 bei nemax-stand von 2800 und verpasste mal ebenso ne verdreifachung, so hat der nur die short-gewinne
ist eben kein kostolany!
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Marius:

Es ist mir so ziemlich egal was.....

 
30.05.01 17:32
.... Bernecker mal irgentwann sagte oder heute sagt. Wenn er aber einen guten Gedanken hat den ich nachvollziehen kann das ist es für mich kein Problem mit ihm die gleiche Meinung zu haben. Und die habe ich bei diesen beiden Werten nun mal.
Beides Sondersituationen die sich der Börsenlage entziehen könnten. Insbesondere MG T. wo drauf spekuliert wird das einige Großaktionäre MG T. in stücken verkloppen wollen.
Und die Umsätze auf XETRA (schau dir den Intradaychart an) zeigen das da gerade was in gang ist. Traden kann man nicht nur am NM.

Marius  
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Marius:

Zu MG Technologies

 
30.05.01 17:43
Hab Berneckers Gedanken zu MG T. in digitaler Form gefunden
und stelle sie mal rein. Wer Interesse hat und auch mal über den NM hinausschaut.


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MG Technologies und somit Neukirchen muß handeln.Die beibehaltung der Misch-Struktur von Anlagenbau und Chemie wird sich nicht durchhalten lassen.

Die Großaktionäre haben Blut geleckt.

Was würde de Verkauf der DYNAMIT NOBEL bringen? Darüber wird jetzt schon wild spekuliert. Der Umsatz ohne SOLVADIS dürfte in diesem Jahr bei 2,75 Mrd.€ liegen,der von SOLVADIS bei 1,4 bis 1,5 Mrd.€....Somit sind beide eigendlich zu eliminieren, wenn MG Tech eine Klare Fokussierung auf Technologie forciert,also Engineering und Großanlagenbau.
Das Chemisbein müßte gemessen an internationalen Maßstäben so etwa 3.5Mrd.€ erlösen können.
Der Börsenwert von MG Tech beträgt z.Z. etwa 2,5Mrd.€ Das Chemiebein würde also diesen Wert bei weitem überdecken und das restliche Geschäft ist gratis zu haben.
Der Verkauf und somit der Erlöß würden reichen um 8Mrd.€ Umsatz im Bereich Technologie hinzuzukaufen.

Das offene Eigenkapital von MG Tech beträgt ohnehin knapp 2Mrd.€ , repräsentiert also schon alleine gut 80% der Börsenkapitalisierung. Einziger wirklicher
Schänheitsfehler ist der mit 110Mio.€ sehr hohe negative Zinssaldo,der eine Aufstockung des Kapitals dringend nötig macht oder aber mit dem Verkauf der Chemis erledigt ist.Damit wird die Aktie zu einem interessanten Spekulationspapier auf die nächsten Monate.  
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Lalapo:

Marius// Cap B

 
30.05.01 18:03
Sehe ich auch so , unsere beiden Kutschen haben ne Sitzheizung , wobei das geniale die Rückenheizung ist ...in der Oberklasse eh schon Standart ,aber auch in Mittelklasse wird das bald Standart sein.... was ich genial finde sind die Renditen ,die die sogar noch steigern , in der Stimmung (Zulassungen gehen zurück )... wenn ich die Zahlen mal hochrechne wird mir richtig schummrig und ich muß mich von meinem Kleinen kneifen laßen ...
Marius : ich werde versuchen die WET bekannt machen .. auf WO , wie du schon sagst , kennt die NIEMAND ,kein Thread ,das muß man sich mal vorstellen .. bin sicher das die Schweineanalysten ,die eh nicht wießen was Sie noch an guten Sachen bringen können ,sich auf die Storry stürzen werden (lächts ), Bolko hat sie ja auch schno lange auf dem Kicker, hätte wetten können das er sie heute bringt , aber WIR MÜßEN GLAUBEICH WAS FÜR DIE AKTIE TUN ... wie gesagt ,ich such mal was raus , muß auch noch meinen Aktienclub rein kriegen , heute oder morgen ... hier haben wir ne Kiste die man mit einem GUTEN GEWISSEN den Leuten näher bringen kann,bei der Pankel hat sich auch keiner monatelang für das Ding interessiert und dann gings los, und wenn ich Sachsenring und Pankel KGV mäßig mit WET vergleiche dann könnte das sicherstes Geld sein ....also ,es geht los, anschnallen , wenn wir durch die 32/33 E gehen ist der Weg schnell frei , Kurse von 40 bis 50 E ( ja ) sehe ich bei Entdeckung mind ..



Ach ja , der Berni liegt natürlich nicht immer richtig , Japan oh oh ,TROTZDEM wenn ich mal was lese dann lege ich Berni zuletzt weg ...
Gruß LALAPO
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julian700:

Gutes Posting.!!! o.T.

 
30.05.01 18:21
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Marius:

W.E.T. ist DER Hammer. Beste Aktie am ...

 
30.05.01 19:09
...Neuen Markt und kein Mensch kennt sie. Bölkow hat sie hinten kurz erwähnt. Denke da kommt noch was. Aber da müssen wir wohl unterstüzen. Wenn man da kein gutes Gewissen haben kann dann nirgenz. Hab heute noch mal nachgekauft. Gestern haben die ordentlich zugelegt und heute nicht die Spur von Gewinnmitnahmen. Das kann nicht schiefgehen. Solider kann ein Wert nicht sein.

Was sagst Du zu MG T.   Kann sehr spannent werden.  
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cap blaubär:

wobei WET einiges zum richtigen NMwert fehlt

 
30.05.01 20:00
1)alsda sind ein halbseidener aber profilierungssüchtiger Ceo
2)ein Produkt das keiner kennt(am besten ne unerprobte neuartige Technik)
3)ausgewürfelte Geschäftszahlen
4)Vertragspartner die noch garnichts von ihrem Glück Vertragspartner zu sein wissen
5)das Gerücht Chinesen brauchen mindestens 2davon am Tag
6)die referenz Amiklitsche belegt 50%des S&P 500index
7)eine tiefreligiöse Fangemeinde mit WEThausaltar+Räucherkerzen drauf
daher wird der Wert wohl immer ein Schattendasein am Rand der NMgesellschaft fristen,seid stark wir müssen der Wahrheit ins Auge blicken selbstbetrug kostet Kohle
blaubärgrüsse
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Lalapo:

Cap

 
30.05.01 20:38
ja , da haste recht , Sitzheizungen und Klimasitze sind eh nur was für die Raumfahrt ,vom Chef der WET kenne ich noch nicht mal nen Bildchen , Verträge mit Klitschenfirmen aller Porsche ,VW , BMW , Mercedes und und ,ne Marktdurchdringung die VIEL zu hoch ist , Weltmarktfüher in ner Welt die viel zu klein ist ,Verträge  die man sogar nachweißen kann wenn man lesen kann , Partner die man ausprechen kann und schon mal gehört hat und Zahlen die viel zu gut sind als das sie wahr sind ....stimmt , nix für den n.Markt , aber auch nix für den Markt der Toten ...

Daher weiter den Mädels nachschauen ,,, NEIN ... ich werde es einfach mal versuchen , um den CR , Artnets, FCs etc dieser Welt das Fürchten zu lernen ........außerdem hab ich doch ne Frau die gerne den Knopf drückt im Auto und wenn die sagt , kaufen ...ja was bleibt mir den da übrig ... aber Bier trinke ich gerne , Kölsch , das Reisdorf ,wie jetzt , gelle Cap. ......... wenn ich mir meine Watchliste so anschaue fängt es mich an zu jucken mein Biergeld in AKtien bald wieder anzulegen ...

Nacht

LALAPO

PS : den Bolko Hoffmann finde ich auch nicht schlecht ..
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Marius:

Cap, wer sagt das ich keine Räucherstäbchen.....

 
30.05.01 20:52
... auf meinem Autositzheizungsförmigen Altar stehen habe.
Bei den anderen 6 Pluspunkten muß man leider verzicht üben.
Das kenne ich aber von meinem TeleAtlasTelematikaltar. Wenn man den richtigen Stoff in den Räucherkerzen hat, kann man aber gut damit leben. Und WET macht ja schon mehr Kohle als die Analysten begreifen können. Das verstehen sie besser als die überdimensionalen Gewinne die in wenigen jahren bei TA kommen werden. Im Moment kommen fast nur enttäuschende Zahlen. Man wird sich noch auf die wahren
Geldverdienerundüberplanliegenden Firmen stürzen. Und davon gibt am NM ja nicht ganz viele.


Was sagst Du zu Lucent ? Ist es ne Sünde Wert ?

Marius
Antworten
Lalapo:

Marius : WITZ

 
30.05.01 21:23
Kommt ein Analystenschwein zu W.E.T , sagt der Chef wir machen 1,5 E Gewinn nach Steuern in einem Q. ,,,, sagt der Analyst , so so ,sie arbeiten nur 3 Monate im Jahr ,ja das kann doch nix werden ,ich muß 12 Monate arbeiten ...HAAHAHAHAHHHHHHHHHHHHHAHAHAH........ sorry, ist nicht so witzig
Antworten
Marius:

....und schafft in 12 Monaten auch nur soviel....

 
30.05.01 22:18
....wie er auch hätte in 3 schaffen können.

Lalapo, ein Analystensch... ist das so ähnlich wie ein Meerschweinchen ? So eins will meine Tochter haben. Ich kann ihr ja mal vorschlagen es Förtsch zu nennen. Aber ich befürchte das Papi dann immer Füttern und ausmisten muß.

Gruß Marius
Antworten
Lalapo:

Marius

 
31.05.01 10:28
Die Analystenschweine gibts momentan überall billigst, Aldi verschenkt die wohl gerade , bei Norma gibts sogar noch nen Lutscher für die Kleinen dazu ,aber irgentwie will die trotzdem keiner haben .....

Gruß LALAPO
Antworten
cap blaubär:

vielleicht heißt artgerechte Haltung bei Analysten

 
31.05.01 10:38
Meerschweinchenkäfig??? allerdings muss man etwas drücken das Er da reingeht und der Geruch ist was strenger,sollte also nicht im Kinderzimmer stehen(Garage/Geräteschuppen/Keller)
blaubärgrüsse  
Antworten
cap blaubär:

nix spannendes Heute

 
31.05.01 10:44
Hans Bernecker: Wie weit geht das Risiko?
Mails/Nachrichten vom 31.05.2001, Bernecker & Cie.

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Guten Morgen, meine Damen und Herren,
vor Pfingsten wird noch schnell Kasse gemacht. Das war aus der überkauften Marktlage heraus leicht zu erkennen, und ich hatte Ihnen dies auch frühzeitig angesagt. Gestern verdarb Sun Microsystems die Stimmung und einige andere Technikaktien wurden gleich mitgezogen. Wie weit geht das Risiko? Gegenüber dem Topstand von rd. 11.350 im Dow Jones hatte ich 600 Punkte als Maßstab genannt. Das dürfte in etwa hinkommen. Auf der Daily-Basis ist ein weiterer schwacher Tag heute schon ein Kauf für Trader (nicht Investoren), spätestens morgen. Ein Beispiel: Intel fiel auf 27,25 $ zurück, 25 $ oder 25,50 $ sind möglich. Zur Erinnerung: Der Tiefstkurs lag bei 22,63 $, wie schon gestern erwähnt. Wer es noch heißer liebt, beschäftigt sich mit den zwei Superspekulationen in Broad Vision und CMGI, und zwar mit den
Limits 4,80 zu 5,20 $ für erstere und 3,90 $ für letztere. Das sind Abstauberlimits. Nach Lage der Dinge müßten sie aufgeben. Das ist ein Sphinx-Spiel und nicht mehr.

Wichtiger ist die relative Stärke der wirklichen Qualitätstitel. IBM verlor gestern nur 1 %, Microsoft praktisch gar nichts. Das sind die Meßlatten für den längeren Trend, wobei ich wiederhole: Es gibt noch eine ganze Reihe von Titeln, die wirklich teuer sind oder bereits mit der 40 %-Nasdaq-Rally schon am Rand der Überteuerung liegen/lagen. Das zeigt Ihnen, daß der ganze Markt für Technologieaktien einen sehr sehr komplizierten Trend in den nächsten Monaten vor sich hat.

Lustig, was Sie heute über die geplatzte Ehe Lucent/Alcatel in den Medien lesen. Man hat den Eindruck, daß es keine Statistik und keine Bilanzen gibt, die jederzeit einsehbar sind, selbst im Internet. Vergessen Sie die Kommentare zu beiden Titeln, denn beide sind ein Kauf. Lucent ohnehin, Alcatel bei 29/30 E. ebenfalls. Die gestrigen Ertragszahlen sind nur eine Neuauflage der längst avisierten. Sicher ist aber: Jetzt wird jeder mit jedem reden, weil die Überkapazitäten bei den Ausrüstern auf 25 - 30 % veranschlagt werden, was nun zu massiven Preiskämpfen führen wird. Darüber werde ich in einer der nächsten ABs näher berichten. Zur Zeit besteht kein
weiterer Handlungsbedarf.

Zum markttechnischen Hintergrund in New York: Die A-/D-Relationen haben sich leicht verschlechtert und fielen mit der technischen Korrektur ins Minus. Das Verhältnis new high zu new low bleibt dagegen erstaunlich positiv und bei jeweils 2:1 sowohl am Big Board als auch in der Nasdaq. Bis vorgestern nahmen die Umsätze ab, gestern lagen sie aber wieder deutlich über 1,1 Mrd Stück, so daß meine eingangs erwähnte Daily-Prognose für heute oder morgen schon Gültigkeit hat.

Auf der Europa-Schiene vermerken Sie bitte, also im Euro Stoxx 50: Alcatel ist wie erwähnt bei rd. 29/30 E. ein Kauf, siehe auch nächste AB. Aventis hat sich bei 88/89 E. festgelaufen. Geht der Verkauf der Tochter für Agrarchemie über die Bühne, kommt es darauf an: Entweder Doppelspitze, dann müssen Sie 50 % der Position glattstellen. Wahrscheinlich kommt es auf den Verkaufserlös an. Ich komme darauf in der AB noch zurück, wenn es soweit ist.

Deutschland macht eigentlich schon Ferien. Fallende Umsätze, aber auch akzeptable Volatilität mit 19,70 im VDAX. Das ist einigermaßen befriedigend, wenn auch nicht berauschend. Heute gibt es nähere Erläuterungen zur Hochzeit Allianz/Dresdner Bank. Strategisch wird das Ganze Sinn machen und logisch klingen. Eine Honorierung in den Kursen sehe ich noch nicht. Jedenfalls hat es keine Eile, wobei allerdings feststeht: Die Allianz macht ein wirklich gutes Geschäft. Denn sie erhält das Bankgeschäft der Dresdner zum Nulltarif. Doch auch dies kann sich im Allianz-Kurs jetzt noch nicht wirklich ausdrücken. Ich werde mich damit ausführlich in der
übernächsten AB beschäftigen.

Drei Hauptversammlungen sind interessant: Ergo mit der Perspektive der Abfindung. Damit ist leider die Musik raus. Pro Sieben wird einiges zur neuen Strategie inkl. der neuen Tochter darstellen, aber überzeugend klingt das nicht, was mir gestern in München angesagt wurde. Dennoch ist diese Aktie bei 15/17 E. ein Kauf, aktuell um 20 E. Ich hatte in der letzten AB darauf schon Bezug genommen. Vossloh ist trotz 80 % Kursgewinn noch immer sehr billig. Lesen Sie bitte genau, was der Vorstand heute in der HV zu sagen hat. Im übrigen: Beinahe neue Höchstkurse für Celanese und Südzucker, was ich in Erinnerung rufe.

Der Blick nach Zürich: Sulzer bleibt limitiert mit 660 zu 690 Fr und Sulzer Medica zwischen 160 und 180 Fr, nachdem ich gestern schon darauf hinwies, daß die Erholung ein bißchen zu schnell ging. Die gleichfalls gestern verkündeten Entlassungen bei Roche rechtfertigen Käufe zwischen 145 und 152 Fr für die Inhaber. Aber Finger weg von den Genüssen.

Herzlichst Ihr

Hans A. Bernecker

Antworten
cap blaubär:

Lucent Ericsson+Co Opa Bernecker riecht Kohle

 
05.06.01 09:22
Hans Bernecker: Feiertage sind schlecht für die Börsen!
Mails/Nachrichten vom 05.06.2001, Bernecker & Cie.

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Guten Morgen, meine Damen und Herren,
Feiertage sind schlecht für die Börsen. Das gilt hüben und drüben bzw. gegenseitig. Damit ist die laufende Korrektur schon zur Hälfte erledigt, aber eben nicht ganz. Ich kann damit gleichwohl sehr gut leben. Allerdings, und das gilt für die nächsten Wochen: Große Ereignisse werfen ihre Schatten nicht voraus, also sind gewaltige Rallies nach dem Muster von 1998 oder 1999 nicht zu erwarten. Das frustriert so manchen Neuling, aber kaum einen erfahrenen Börsianer. Die Entwicklung von damals wird es in den nächsten zwei Jahren ebenfalls nicht geben. Dafür können Sie solide rechnen. Wenn, dann nur billig kaufen. Sie merken dies auch an den Einschätzungen der Analysten der großen Investmenthäuser. Sie müssen ebenfalls umdenken und merken zusehends, daß die Story nichts bringt. Einfach deshalb, weil sie
nicht da ist.

Wall Street konkret: Der Gewinn von gestern im Dow entsprach mehr dem Zufall wie umgekehrt der leichte Verlust im Nasdaq. Erfreulich in beiden Märkten: Die Ihnen bekannten Relationen waren auch gestern eindrucksvoll positiv. Dahinter verbirgt sich die innere Stärke des Marktes, wobei ich überrascht bin, daß die amerikanische Arbeitslosenquote schon wieder gefallen ist. Ich hatte mit 4,7 % als Spitzenwert gerechnet, 4,5 % wurden es bisher. Inzwischen 4,4 %. Ich bezweifle, ob dies schon ganz aussagefähig ist, weil eine ganze Reihe von Entlassungen in der Verarbeitung angekündigt, aber in den Maizahlen noch nicht berücksichtigt waren. Im übrigen gilt aber:

FED-Funds-Rate von 3,5 % ist notwendig. Das alles ist nicht sensationell, und ich hatte es Ihnen schon vorgezeichnet.

Wo liegt der Boden von Sun Microsystems, die in der letzten Woche an einem Tag um 20 % abgesackt waren? Bei 12,50 - 13 $ gegen aktuell 16,25 $. Dies als Beispiel für alle Technikaktien in den nächsten Tagen. Halten Sie an meinen skizzierten Limits fest, da ich keinen Grund sehe, hier Wesentliches zu ändern. Ich werde die neuen Limits voraussichtlich erst zum Wochenende nennen. Bei Lucent gibt es einige Realisierungen enttäuschter Abfindungshoffnungen. Hier liegt meine Kaufbasis um rd. 8 $. Deutlich fester/stabiler sieht allerdings Xerox aus, nachdem die Vorwürfe bezüglich einer Bilanzfälschung nicht stimmen.

Deutschland probierte gestern eine Feiertagsbörse. Ob das Sinn macht, möchte ich bezweifeln. Das sieht eher gewollt, aber nicht gekonnt aus, und irritiert mehr als es erhellt. Sie merkten es an den Umsätzen. Haken Sie die gestrigen Kurse deshalb als nicht geschehen ab. Vor allem gilt dies für die Technikaktien, wo gerne gespielt wird, wie gestern bei SAP mit 193.500 Stück Umsatz und einem Kursplus von 3,3 %.
Strategisch darf über einige Dinge neu nachgedacht werden, nachdem wichtige Beschlüsse abgehakt sind. Wer verfügt über den besseren Ansatz, Allianz oder Münchener Rück, nachdem erstere die Fusion mit der Dresdner Bank in der HV bestätigt erhielt? Diese Frage beantworte ich in der nächsten AB, weil sie wegweisend ist. Ich halte das für Ihre Portfoliostrategie ebenfalls für sehr aussagefähig. Sie wissen: Ich hatte mich nach dem ursprünglichen Beschluß eher zurückgezogen und dafür die anderen drei Versicherungen im MDAX favorisiert. Das war richtig. Jetzt ist eine Neugewichtung notwendig.

Ohne Dt. Telekom gibt es keine DAX-Hausse. Das sollten Sie ganz klar sehen, auch wenn diese Aktie jeden Tag einer neuen Betrachtung unterliegt. Mit der definitiven Abwicklung des Voicestream-Geschäftes sind die Fronten immerhin so klar, daß mit wilden Spekulationen der ehemaligen Voicestream-Aktionäre wohl nicht mehr zu rechnen ist, allerdings mit einigen "Sammelklägern", die sich unter der Adresse eines Anwaltsbüros einen Nebenverdienst verschaffen wollen. Schon der Name des Anwaltsbüros sagt alles. Aber ich verzichte auf die Namensnennung, die Sie sicher in der Presse lasen.

Europäisch: Wenn Cisco für Marconi bietet oder bieten will, nachdem Alcatel bei Lucent nicht zum Zuge kam, zeigt Ihnen dies, was bevorsteht: Der große Konsolidierungsprozeß bei den Ausrüstern beginnt. Für Sie denkbar einfach: Nachdem alle Titel dieser Art kräftig gefallen waren, sind Marconi, Ericsson ebenso wie Lucent ein Kauf. Offen sind natürlich die Übernahmekurse bzw. Umtauschangebote. Sicher ist: Sie liegen höher, weil alle wissen: Diese Adressen hatten sich im Kurs übernommen, sind aber jetzt extrem preiswert. Ich würde mich nicht wundern, wenn in Kürze für Lucent ein weiterer Bieter auftritt. Am interessantesten ist zur Zeit aber eher Ericsson, wie ich Ihnen in der AB schon begründete. Gleiches gilt für die Europa-Telekom-Adressen. Dazu laufen noch einige Recherchen, aber hier kündigt sich ein weiterer Konsolidierungsbedarf an. Ich werde darüber in der AB berichten.

Das wär's für heute und ich wünsche Ihnen noch vier erfolgreiche Börsentage in dieser Woche.

Herzlichst Ihr

Hans A. Bernecker
Antworten
cap blaubär:

noch etwas nachkonsolidieren.........

 
06.06.01 10:44
Hans Bernecker: Konsolidierung noch nicht komplett zu Ende, Anfangspositionen müssen stehen
Mails/Nachrichten vom 06.06.2001, Bernecker & Cie.

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Guten Morgen, meine Damen und Herren,
heute morgen präsentiert sich die Lage etwas zweischneidig. War das die ganze Korrektur oder nur ein Teil davon? Nur 200 Punkte unter dem bisherigen Topwert für den Dow Jones in diesem Jahr ist das heikel. Denn: Im Weekly-Verlauf ist der Markt noch überkauft und mithin die Korrektur noch nicht zu Ende. Besser ist das Wort Konsolidierung. Im Daily-Verlauf zeigt er aber eine neue Stärke. Das würde sogar einen neuen Topwert für den Dow Jones über 11.350 anzeigen, ohne daß der beschriebene Weekly-Verlauf zu ändern ist. Die relativ niedrigen Umsätzen in den letzten vier Börsentagen zeigen eher an, daß die Konsolidierung noch nicht komplett zu Ende ist. Mein Urteil:

Das Ganze läuft wie am Zinsschnürchen aufgehängt. Meine einzige Sorge ist lediglich, wie Sie die tiefsten, sprich optimalsten Kaufkurse erwischen. Die Anfangspositionen müssen ohnehin stehen. Es geht also um die weiteren Käufe und da spielen 1 oder 2 $ tiefere Notierungen natürlich eine Rolle.
Interessant auch, daß nun auch die Brokeraktien erheblich fester aussehen. Sie sind ja bekanntlich so eine Art Optionsschein auf den Trend des
Gesamtmarktes. Alle waren gestern deutlich fester, so Bear Stearns, Merrill Lynch, Morgan Stanley, aber auch A.G. Edwards und Charles Schwab. Das ist
gewissermaßen eine Wette auf den Verlauf der kommenden zwei bis drei Monate. Ein interessantes Trading für 20 - 30 % in allen genannten Titeln.

Dauerthema Lucent: Es geht zur Sache und nun wird saniert. Damit ist das beliebte Thema "Pleitefall oder nicht" vom Tisch, was ich stets als Unsinn
bezeichnet habe. Meine Meinung kennen Sie: Je mehr überflüssige Mitarbeiter entlassen werden, um so eher sind die schwarzen Zahlen da. Nach den schon
avisierten 8.000 werden weitere 15.000 in die Frühpension gehen. Vor diesem Hintergrund wage ich gar nicht, ein langfristiges Kursziel für Lucent zu
geben. Es liegt erheblich höher als alle bisher glauben. Allerdings: Solche Dinge benötigen Zeit. Microsoft erreichte gestern 72 $. Damit ist mein
Abstauberlimit von 66/68 $ schon nicht mehr erreichbar. Ich wüßte nicht, welche Nachricht notwendig wäre. Bitte beachten Sie ferner:

Adaptec gestern erstmals über 9 $ und ADC Telecom über 8 $. Das waren einige der letzten Spezialitäten unter den sog. Midcaps, die ich herausgestrichen
hatte. PMC Sierra gestern knapp unter 35 $. Auch diese Aktie hatte ich letzthin als Spezialität herausgestellt. Dagegen noch immer im negativen
Bereich, aber guter Marktlage: Hewlett Packard unter 30 $, und ich vermute, daß ein Limit zwischen 26 und 28 $ noch eine Chance hat.

Deutschland hat ein sehr wichtiges Thema: UMTS-Kooperationen. Mich wundert, wie locker das weggesteckt wird. Denn es bedeutet, daß die Investitionen
sich beinahe halbieren werden, mithin die Rentabilität der UMTS-Technologie deutlich eher erreichbar wird. Das gilt für alle UMTS-Lizenznehmer. Die
gestrige Schwäche von Dt. Telekom ist deshalb schwer nachvollziehbar. Wahrscheinlich hängt dies mit der Pfingstwoche zusammen, macht aber deutlich, daß Sie den aktuellen Kursen nicht ganz trauen dürfen. In solchen Fällen reichen schon kleine Hinweise, um die Kurse um 2 - 3 % nach oben oder unten zu hebeln.

Infineon zeigt wenig Gespür für Markttechnik. Wie man in einer solchen Situation eine Aktienplazierung in New York durchziehen möchte, ist mir
schleierhaft. Als ob es nicht 4 oder 6 Wochen später wesentlich günstiger wäre. Schon ein Blick auf die amerikanische Markttechnik sollte den I-Bossen
genügen. Hier gilt: Die Basis 38/40 E. muß halten, sonst wird es sehr sehr knapp. Theoretisch sind auch 35 E. möglich. Das wäre allerdings eine neue
Kaufmöglichkeit.

Die Neueinstufung einiger Versicherungen ist richtig. Ich beschäftige mich mit dieser strategisch wichtigen Entscheidung in der nächsten AB. Vielleicht
haben Sie es bemerkt, was in der HV der Dresdner Bank alles unter den Tisch gefallen ist. Die ersten Analysten haben dies jetzt richtig erkannt. Der
etwas komplizierte Zusammenhang steht in der nächsten AB. Das hat eine wichtige Konsequenz: Alles, was mit Versicherung zu tun hat, müssen Sie
jetzt neu überdenken. Zumindest für die 5 wichtigsten Adressen im DAX oder MDAX, weil alle anderen mit einem Freefloat von 10 % oder weniger eigentlich
kein Investment mehr rechtfertigen.

Am Neuen Markt hat sich die Lage eher verschlechtert als verbessert. Wie ich befürchtet habe, nutzen einige Fonds und auch Altaktionäre die leicht
erholten Kurse für Positionslösungen. Bei einem kleinen Handelsvolumen ist dies sehr störend. Damit ist die gesamte Markterholung deutlich
differenzierter zu sehen. Ich nutze die Gelegenheit, diese Grundsatzfrage noch einmal zu berühren:

Es geht jetzt nicht darum, über die Fehler der Vergangenheit zu diskutieren, sondern um die Frage, welche Möglichkeiten überhaupt der Neue Markt in den
nächsten zwei Jahren hat. Da dies eine strategische Grundsatzfrage ist, diskutiere ich darüber sehr ausführlich am kommenden Mittwoch in Bonn/Königswinter (Hotel Petersberg) mit führenden Fondsmanagern. Ich meine, Sie sollten sich das anhören, weil es Argumente gibt, die ich im Börsenbrief in dieser Kürze unmöglich darstellen kann. Es wird m. E. eine weitreichende strategische Erkenntnis geben. Bitte anmelden über Drescher & Cie. GmbH, 53744 Sankt Augustin, Tel.: 02241/345592 zum Preis von 150,00 DM (inkl. MWSt.) pro Person. Ein Beispiel dafür ist EM.TV: Der Marktwert dieses ehemaligen Highflyers liegt noch immer bei 490 Mio E., vertretbar sind aber bestenfalls 150 oder 200 Mio E., wenn man dem jetzigen Infostand folgt. Warum das so ist und welche Folgen das weiterhin hat, ist einer der zentralen
Diskussionspunkte, der selbstverständlich für viele andere Unternehmen zutrifft, die aber ständig von der einen oder anderen Seite hochgelobt werden.

Die Termine von heute: Bilanzpressekonferenz bei CE Consumer Electronic und Lion Bioscience. HV bei MWG Biotech. Alle drei waren bekanntlich die Lieblinge im Neuen Markt des letzten Jahres. Das wird heute eine Art Anschauungsunterricht für das, was ich oben erwähnt habe.

Das wär's für heute.

Herzlichst Ihr

Hans A. Bernecker
 
Antworten
KAWAMAN:

@ cap

 
06.06.01 11:11
Hallo

Finde ich gut die Postings... Weiter so und Danke im voraus...

Zu Alcatel:
Kaufkurse KÖNNTEN eingetreten sein, aber die Indikatoren zeigen alle noch hinunter !!!
Nächste Unterstützung liegt bei ~ 25 €, dann erst wieder bei 15 € und dass wären unbedingt KAUFKURSE für mich !!

Ciao
KAWAMAN
Antworten
Marius:

Opa seine Lucent sind gestern schon gut gekommen.

 
06.06.01 11:17
Seine Ansicht dazu kann ich gut teilen. Kann ein guter turnaround werden.

Marius

Antworten
cap blaubär:

bleiben Sie Käufer(der ActienBörse)

 
07.06.01 16:59
Hans Bernecker: Bleiben Sie auf der Käuferseite.
Mails/Nachrichten vom 07.06.2001, Bernecker & Cie.

--------------------------------------------------
Guten Morgen, meine Damen und Herren,
die unterschiedliche Markttechnik (kurz und lang), die ich Ihnen gestern beschrieb, führte genau zu dem Ergebnis, was vorauszusehen war: Die ganze Konsolidierung ist ein schwieriger Vorgang, manchmal etwas schwer zu verstehen, aber in sich logisch. Sie konnten es gestern an einzelnen Kursen regelrecht ablesen. Es bleibt aber die enorme Empfindlichkeit gegenüber negativen Zahlen oder Prognosen, insbesondere seitens der Verwaltung (Gewinnwarnungen). Technisch gesehen bedeutet das:

Obwohl beide relevanten Indizes nur rd. 1 % verloren haben, sackte die Relation Advance/Decline sofort ins negative Gegenteil gegenüber den Vorgaben. Deutlich positiver liegt dagegen die andere Relation New high/New low mit unverändert 5/1.

Bleiben Sie auf der Käuferseite, so wie beschrieben und in der voraussichtlichen Orientierungsbreite zwischen 10.500 und 11.000 im Dow Jones. Das entspricht der gestern skizzierten Weekly-Analyse. In der morgigen AB zeige ich Ihnen vier hochinteressante und typische Situationen für Technikaktien in New York. Studieren Sie alle vier sorgfältig, weil Sie daran erkennen, wie das Marktbild insgesamt aussieht, wenn Sie berücksichtigen, was ich dazu an wenigen Fakten ergänze. Fest steht:

Die kommende Hausse wird keine Superhausse, aber ein durchweg freundliches Klima haben. Die Tiefstkurse des Frühjahrs (Ende März/Anfang April) werden Sie jedenfalls nicht wiedersehen.

Zu den bekanntesten Titeln: AMD hat die Konsolidierung am besten bewältigt. Von 13 bis 38, anschließend 27/28 und bis 30 $ unverändert ein Kauf. Intel wird heute etwas vorsichtiger treten, aber Kurse unter 30 $ akzeptiere ich ebenfalls als Kauf. Motorola fiel noch einmal unter 15 $, und mit Glück sind auch 13,50 $ als Limit machbar. Compaq baute inzwischen einen dritten Boden und das bedeutet Käufe um 14,50/15,50 $.

Problematisch bleibt es dagegen bei den großen Glasfaser-/Breitbandtiteln Nortel und Corning bzw. vor allem Cisco. Hier gilt: 7 bis 8fache Umsatzbewertung sind fundamental noch immer zu hoch. Daran kommen Sie nicht vorbei. Wer also jetzt in diese Titel trotz der enormen Kursverluste gegenüber den Spitzenwerten vor einem Jahr investiert, kauft sich stets ein Restrisiko von gut 20 - 25 %.

Gestern schlug wieder einmal ein amerikanischer Richter zu. Philip Morris wurde zu einem Schadensersatz von 3 Mrd $ verurteilt. Die Aktie gab deshalb auf rd. 50 $ nach. Das alte Spiel: 90 % dieser Summe gilt als Strafe und geht an den Bundesstaat, 10 % erhält der Kläger selbst. Es handelt sich hier um eine alte Klage. Neue Klagen dieser Art sind nicht mehr möglich, nachdem Washington Tabak aus dem Lebensmittelgesetz herausgenommen hatte und mithin Schäden auf Gesundheitsfälle in dieser Art nicht mehr einklagbar sind. Sollte der Kurs um 2 $ nachgeben, empfehle ich Nachkauf.

In Deutschland beeindrucken mich heute morgen weniger die großen DAX-Aktien als vielmehr die Neuemissionen, die eine wirkliche Rückkehr zur Vernunft bedeuten. Sie lesen dazu meine Einschätzung in der AB. Vorab läßt sich aber sagen: Bis auf einen, allerdings hochinteressanten Fall, handelt es sich um gestandene Unternehmen, die man ordentlich einschätzen kann. Andritz ist eine ehemalige Agiv-Perle und Lignum Tech ein Weltmarktführer für Holzverarbeitungsmaschinen. Alles nähere dazu in der AB. Hintergrund:
Bei den Banken wird offensichtlich solide recherchiert und gerechnet und keiner Story hinterhergelaufen. Wenn es dabei bleibt, halte ich dies für eine gute Unterstützung des Gesamtmarktes. Was dies für den einen oder anderen DAX-Wert bedeutet, zeigt der Fall Zentaris als spektakulärste Neuemission dieser Woche, wo die Mutter Degussa einen sagenhaften Betrag abkassiert. Mal sehen, wie es läuft. Auch dazu bitte die nächste AB abwarten.

Nachrichtlich: Meine Empfehlung für Depfa macht Freude. Inzwischen 82,50 E., und ich bleibe bei meinem Kursziel von zunächst 90/95 E. Das Splitting und seine Folgen hatte ich schon beschrieben. Diese Aktie ist auch jetzt noch ein Kauf. Bei Babcock Borsig das gleiche: 43,10 E. gestern, bei allerdings sehr kleinen Umsätzen von nur 16.000 Stück. Damit ist der Ansatz für Kurse über 50 E. und mehr realistisch, wie ich Ihnen kürzlich beschrieb. Wichtig insbesondere für diejenigen, die zu teuer gekauft haben und verbilligen müssen. Ich halte den alten Spitzenkurs von 66 E. für erreichbar. Siehe auch dazu die verschiedenen Kommentare in der AB. Schließlich erreichte Bilfinger & Berger gestern erneut 22 E. und damit Jahreshöchststand. Bei immerhin 78.000 Stück Tagesumsatz, und ich bleibe bei meinem Kursziel von 26/28 E.

Die wichtigsten Termine sind heute die HV von VW mit dem Versuch, die Wandlung von Vorzügen in Stämme zu erreichen, was natürlich nicht klappen wird. Aber der Trend dahin ist angestoßen. Die RWE-HV dürfte einige Erkenntnisse über die Einschätzung der amerikanischen Energiekrise aus der Sicht der deutschen Fachleute bringen, falls geschickt gefragt wird. Sie wissen, worum es geht: Die amerikanische Energiekrise verändert in den nächsten Jahren den Markt der Stromerzeugung, speziell in der Erzeugung und nicht in der Verteilung, also geht es um die Technologie.

Weniger wichtig, aber aufschlußreich: Die BHW-Holding wird ihr neues Konzept als Finanzkonzern präzisieren, und dies steht vor dem Hintergrund des seit Monaten unaufhörlich anziehenden Börsenkurses.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

Hans A. Bernecker
 

Antworten
cap blaubär:

Verlängerung...........

 
12.06.01 09:28
Guten Morgen, meine Damen und Herren,
es sieht so aus, daß sich die Konsolidierung doch etwas verlängern wird. Obwohl die technische Indikation positiv bleibt, gemessen an den bekannten Relationen, sieht das Ganze etwas zähflüssig aus. Begleitet wird dies von deutlich reduzierten Umsätzen, die sogar unter 800 Mio Stück pro Tag gefallen sind. Gegenüber dem Durchschnitt in der ersten Rally-Phase sind das täglich 40 % weniger. Betroffen sind mehr oder weniger alle Aktien. Sie konnten das gestern sowohl am Big board als auch an der Nasdaq sehen, als keine wirklich signifikanten Nachrichten die Runde machten, aber dennoch eine größere Zahl der Technik-Aktien zwischen 3 und 6 % verloren. So schnell wird es also nicht gelingen, über die Hürde 11 400 im Dow herauszukommen. Leicht möglich ist, daß darüber der ganze Juni hinweggeht. Entsprechendes gilt für Europa.

Wall Street konkret: Heute steht die wahrscheinlich größte Neu-Emission zur Diskussion: Kraft Food, die Tochter von Philip Morris, will voraussichtlich 8,2 - 8,4 Mrd $ aus dem Markt nehmen. Eine echte Belastung ist das nicht, aber es ist ein Qualitätstest für die Aufnahmefähigkeit, die ich für wichtig halte. Schön für die Mutter, Philip Morris, die gestern bereits den Rechtsfall Schadensersatz schon verkraftet hat. Ein Risiko bleibt für 2 $, also neue Kaufbasis um 46 $.

Eine Herabstufung von Ford halte ich für nicht sehr schlüssig, wie dies gestern teilweise geschah. Ohnehin gab der Kurs bereits von 29 auf 24 $ nach und hat seinen Boden bereits bei 21/22 $. Wird er erreicht, werde ich neue Käufe vorschlagen. Darüber später mehr.

Die Technik-Aktien bleiben auf der Limit-Basis interessant, wie schon genannt. Als Richtlinie für Sie: AMD fiel wieder leicht unter 30 $, und 28 $ sind möglich. Für Agilent bleibt es bei rd. 30/31 $ und für Compaq zwischen 15 und 16 $. Apple dürfte knapp unter 20 $ fallen, 18,50 sind intraday möglich. Palm fiel unter 6 $ und ist bei 5 - 5,50 $ unverändert limitiert. Schließlich Intel, die bei 27/28,50 $ ebenfalls unverändert limitiert bleiben. Sie sehen daraus: Es ist weiterhin Geduld notwendig, aber ich bin
mit diesem Verlauf insgesamt zufrieden.

Deutschland zeigt einen leicht verschlechterten VDAX, was bedeutet, daß die Volatilität zunimmt. Das ist ein Indiz für die oben erwähnte verzögerte Konsolidierung. Erfreulich ist jedoch dabei die Stabilisierung der Titel, die bislang die größten Sorgen machten, speziell Dt. Telekom. Das Ganze ist nicht witzig, aber Sie wissen, daß die erhöhte Gewichtung dieser Aktie im DAX automatisch Anschaffungen der Fonds nach sich zieht, und das wiederum stabilisiert den Index.

Beachtenswert ist, was sich bei Nokia tut. Das ist zwar kein deutscher Titel, aber er liegt in fast jedem deutschen Depot. Der Rückfall auf 34,60 E. erweitert das Risikopotential nach unten bis auf 28 oder sogar 27 E. Der Tiefstkurs lag bei 23,40 E. Meine Meinung zu Nokia kennen Sie: Der Weltmarktführer ist ein exzellenter Handy-Hersteller, aber mit einem Börsenwert von 163 Mrd E., für einen Umsatz von voraussichtlich 34 Mrd E., noch immer extrem teuer. Darin liegt das Risiko. Ich setze auf die
Gegenseite und beschreibe dies in der nächsten AB auf S. 8.

Im MDAX beobachte ich erfreut die weitere Erholung von Babcock Borsig, die inzwischen auf 46 E. anzogen. Ich hatte kürzlich darauf aufmerksam gemacht. Beachten Sie jedoch, daß die Börsenumsätze relativ klein sind. Zur Zeit um 20 - 30 000 Stück pro Tag. Damit ist dieser Kurs stets anfällig für technische Rückschläge. Karstadt Quelle marschiert klammheimlich in Richtung 40 E. Werden 41,70 E. überwunden, sind auch 48 E. als Spitze denkbar. Die Begründung lasen Sie in einer der letzten AB's.

In Zürich steigt die Nervosität wegen Swissair und der Sulzer-Gruppe. Das sind echte Gelegenheiten, wofür Sie allerdings gute Nerven mitbringen müssen. Zürich ist nicht für jedermann, aber wer die erste Aktie bei 100 - 105 Fr. abstaubt, kauft sich eine Riesen-Chance. Für Sulzer liegen diese Kurse bei rd. 600 Fr. und für die Tochter Sulzer Medica bei 120/130 Fr. Hier kommt es auf 5 oder 10 Fr. nicht genau an. Es gibt auch andere Gelegenheiten an anderen Märkten:

Welche Euros fallen nicht, sondern steigen? Euro Disneyland und Eurotunnel werden von einigen Investment-Adresen forciert. Euro Disney hat aber schon 100 % hinter sich, nämlich von 0,5 - 1,1 E., und dürfte eine Pause einlegen mit Rückgang auf 0,9 E. Die alten Spitzenkurse lagen zwar 800 % höher, aber die sind kein Maßstab. Da Euro Disneyland aber mit schwarzen Zahlen arbeitet (erstmals seit 6 Jahren), ist das eine Spiel-Aktie, die sich nochmals verdoppeln kann. Selbst große Investment-Adressen schauen nun auf Euro Tunnel. Sie wissen, daß dahinter die halbwegs sanierte Kanal-Tunnel-Aktie steht. Ich halte diese Empfehlung zwar für ebenfalls riskant, aber mit Perspektive, und optisch natürlich extrem preiswert. Also: Nicht auf den Euro schauen, sondern auf die 2 Euro-Aktien, wenn Sie mir dieses Wortspiel bitte
erlauben.

In der gebrochenen Woche wird Deutschland ein paar Probleme haben, so daß ich eine signifikante Verbesserung des Gesamteindruckes nicht erwarte. Dafür beachten Sie aber einige Termine: AVA hat Bilanzpressekonferenz. Gleiches gilt für Fabasoft im Neuen Markt. Die Hauptversammlungen von Schnigge, Jungheinrich und Kolbenschmid Pierburg sowie Pfeiffer Vacuum und SER Systeme sind genauer zu verfolgen. Bei Kolbenschmid vor allem deshalb, weil mir Hr. Dr. Germann von Rheinmetall unter dem 08. Juni schrieb, daß die 3 Geschäftsfelder Automotive, Electronics und Defence weiterhin als Kerngeschäftsfelder gelten, die vom Großaktionär Röchling nachhaltig unterstützt werden. Etwas anderes verlangt bekanntlich der neue amerikanische Paket-Besitzer, der rd. 5 % hält. Vielleicht verlautet heute
etwas in der HV, wenn geschickt gefragt wird.

Ich wünsche Ihnen einen erfolgreichen Börsentag und verbleibe herzlichst

Ihr Hans A. Bernecker
Antworten
KAWAMAN:

7000 Sterne für diese Beiträge !!! Danke !! o.T.

 
12.06.01 10:01
Antworten
Lalapo:

Cap :Könnte STANDART werden ,dank dir ,weißt

 
12.06.01 10:13
ja ich halte NIX von Analysten aber den Berni leße ich gerne ...

Gruß LALAPO

Schau Dir mal die Euromicron an , stehst doch auch auf Substanz und unbekannte Perlen aller WET ...
Antworten
cap blaubär:

Opa Bernecker Noka+Bröckelbrokat

 
13.06.01 09:56
Hans Bernecker: Nokia
Mails/Nachrichten vom 13.06.2001, Bernecker & Cie.

--------------------------------------------------
Guten Morgen, meine Damen und Herren,
einer der letzten Paradiesvögel der Technologie bzw. TMT-Branche findet in die Realitäten zurück. Das war für viele gestern ein Schock, aber ich bin sicher, nicht für Sie. Wie oft habe ich es vorgerechnet, was mir nicht gerade nur Freunde einbrachte: Wenn die Wachtumsraten abnehmen, sind die überzogenen Bewertungen nicht haltbar. Ergänzend zu gestern: Börsenwert noch immer 150 Mrd E. für einen Umsatz um vermutlich 34 - 35 Mrd E., und damit noch gute 30 - 40 % zu teuer. Das bedeutet ein Risiko von weiteren 10 E. im Kurs. Diese "Modellrechnung" können Sie mehr oder weniger für alle hochkapitalisierten Technologie-Aktien anwenden. Hören Sie in diesen Fällen nicht auf die vielfältigen Empfehlungen oder sonstigen Geschichten, sondern darauf, was die Zahlen sagen. Das erlaubt eine generelle Beurteilung: Bis nicht sämtliche Aktien dieser Art auf dem Boden der Tatsachen gelandet sind, wird es immer wieder Überraschungen dieser Art geben. Das bedeutet auch:

Sowohl an der Wall Street als auch in Deutschland verlängert sich die Konsolidierungsphase, ändert aber nicht ihre Strukturen. So gefällt mir die Markttechnik in New York weiterhin gut, aber - wie gesagt - das Ganze kann sich noch um einige Wochen verzögern. Andererseits bin ich der Meinung: Es steckt jetzt genügend Angst im Markt, um jede positive Nachricht über Gebühr zu honorieren. Deshalb sind Verkäufe kein Thema, aber die Käufe noch günstiger geworden. Wo?

Lucent fiel knapp unter 8 $, nachdem eine erneute Abstufung vorgenommen wurde. Xerox hat Mühe, sich über 8 $ zu halten. Das sind alles reine Kaufkurse bzw. für die, die engagiert sind, reine Orientierungskurse, die lediglich die Markttechnik beschreiben. 7 % Rückfall von Motorola unter 14 $ ist aber ein akuter Kauf, weil dies mit den Nokia-Zahlen in Verbinung gebracht wurde. Motorola ist immerhin die Nr. 2 in der Handy-Welt, aber längst normal bewertet. Apple fiel erwartungsgemäß unter 20 $ und
erreichte damit meine ursprüngliche Limit-Spanne, an die ich kaum noch glauben wollte. Schwieriger ist die Markttechnik bei Oracle und Sun, die den Tiefstkurs vom März wohl noch einmal testen müssen. Gleiches gilt für Cisco und die anderen "Lieblinge" , siehe oben.

Philip Morris fing sich gestern bereits mit Schlußkurs über 49 $. Haben meine Abstauberlimits 46/48 $ noch eine Chance? Es wird knapp. Der erfolgreiche Börsengang der Tochter Kraft Food spült immerhin netto 8 Mrd $ in die Kasse, und dennoch behält die Mutter über 80 % der Tochter. So macht man das. Philip Morris hält jetzt voraussichtlich über 30 - 32 Mrd $ in der Kriegskasse.

Mein Rat für heute: Fallen Dow Jones und Nasdaq nochmals deutlicher zurück, wird es ein Kauftag. Der Dreh kam gestern schon während des Tages, war aber noch nicht überzeugend. Positiv sind die niedrigen Börsen-Umsätze.

Deutschland fehlt der Anschub von New York. Also wird sich auch heute nicht allzuviel tun, von Nokia natürlich abgesehen, wo einige Analysten Probleme haben werden, die Favoriten-Rolle von Nokia zu relativieren. Meine Meinung: Siehe oben. Ansonsten nichts Neues und am Vortag zum halben Feiertag in Deutschland erwarte ich auch ein gewisses Maß an Nichtaktivität.

Konkreter: Babcock erreichte gestern 48,50 E. Das sind schon +35 % gegenüber dem Einstieg vor 10 Tagen. Börsenumsätze aber nach wie vor dünn mit rd. 20 - 25 000 Stück pro Tag. Also bitte aufpassen und wie gestern beschrieben: Ich laufe steigenden Kursen sehr ungern hinterher.

Auf einige Spezialitäten mache ich in der nächsten AB aufmerksam, und zwar aus besonderem Grund. Merck und Fresenius, aber dazu müssen Sie die Begründung lesen. Ich bezeichne dies einmal als "Degussa-Effekt". Schwieriger wird es für die Technik-Aktien SAP, Infineon und Epcos. Im Nokia-Strudel wurden sie allseits zurückgenommen. Ganz wichtig ist das für Infineon, die nicht unter 34 E. fallen dürfen. Dagegen ist die Schwankungsspanne für SAP locker bis zu 30 E. zu sehen. Bei Epcos liegt das Risiko bei etwa 65 E., was ungefähr 4 E. betrifft.

Die massive Schwäche des Nemax bleibt ein Problem. Gestern war Brokat dran. Der nächste Pleite-Kandidat? So weit gehe ich nicht und hatte in der AB diese Frage schon kürzlich gestellt. Technologisch gut, finanztechnisch ein Problemfall. Bei einem Börsenwert von rd. 200 Mio E., aber einem Umsatz, den ich bei etwa 100 Mio E. veranschlage, wobei allerdings erhebliche Unsicherheiten bestehen, wäre dies eine an sich schon vertretbare Größenordnung. Die Gefahr droht von der Liquiditätsseite, wenn die roten Zahlen nicht kurzfristig beseitigt werden. Schauen Sie sich in den nächsten Tagen die Logistiker an, aber lesen Sie dazu vorher, was ich in der
nächsten AB schreibe. Die Termine von heute sind nicht furchtbar spannend. Die HV von Stinnes halte ich aber für sicherlich interessant, weil dies mit dem Thema Logistik zu verbinden ist. In diesem Falle erhalten Sie einmal vorgeführt, wie falsche Bewertungsansätze des letzten Jahres zu richtigen in diesem Jahr führen. Das lesen Sie in der nächsten AB auf S. 5. Ich wünsche Ihnen damit einen erfolgreichen Börsentag.

Herzlichst Ihr

Hans A. Bernecker

Antworten
cap blaubär:

Opas Hexen+schönes Wetter o.T.

 
15.06.01 09:41
Antworten
cap blaubär:

hier der Text dazu

 
15.06.01 09:42
Hans Bernecker: Hexen-Sabbat
Mails/Nachrichten vom 15.06.2001, Bernecker & Cie.

--------------------------------------------------
Guten Morgen, meine Damen und Herren,
dies ist die Ergänzung zur heutigen AB, aber vor dem Hintergrund des heutigen Hexen-Sabbats, nämlich Verfalltermin für die Termin-Kontrakte. Ich halte mich daher sehr kurz. Eine Markttechnik läßt sich heute aus genanntem Grund nicht definieren. Die letzte ist soz. falsch, die heutige nicht vorauszusagen, und mithin ist erst ab Montag eine Detail-Einschätzung wieder möglich. Ich vermute jedoch, daß wir uns dem Ende der Konsolidierung in einigen Bereichen schon sehr stark genähert haben.

Wall Street konkret: Die erneute Schwäche der Technik-Aktien sehen Sie vor dem Hintergrund von 2 Dingen: Die Tiefstkurse des Frühjahres werden offensichtlich in vielen Fällen noch einmal getestet. Das gilt für jene, deren Bewertung einigermaßen stimmt. Die anderen haben noch eine Rutschpartie vor sich. Das sind die, die ich permanent als noch immer zu hoch bewertet bezeichnet habe. Aktien wie Cisco haben ihren vertretbaren Kurs erst bei 10 - 12 $, egal, ob der nun erreicht wird oder nicht. Das sind gegenüber aktuellen Kursen aber noch gut 30 - 35 %. Nortel hatte ich schon früher bei 8 - 9 $ vermutet. Hier fehlen noch 2 - 3 $. Schließlich Nokia:
Ich kann schwer verstehen, wie das Ganze nicht vorauszusehen war. Der Liebling der "Hausfrauen-Spekulation " ist auch jetzt noch viel zu teuer. Der faire Wert liegt deutlich unter 20 E. Das hören die meisten nicht gerne, ist aber nun einmal die reale Größe. Das bedeutet:

Legen Sie sich auf die Lauer. Bei den genannten Kursen wird vermutlich auch nach unten übertrieben. Das liegt im Zuge der Verhaltensformen der Fondsmanager und Analysten gewissermaßen in der Luft. Ich erlaube mir dazu eine Anmerkung besonderer Art:

Ich hatte Sie mehrfach dazu eingeladen, der Diskussion zwischen einigen Fonds des Neuen Marktes und mir am 13.06. auf dem Petersberg zu folgen. Wer da war, konnte es nachvollziehen: Wie Fonds-Manager denken, argumentieren und handeln, konnten Sie hautnah nachvollziehen. Manchem Zuhörer konnte das Gruseln kommen. Allerdings muß ich auch sagen, daß zur Ehrenrettung der Minderheit ein bekannter Manager auch den Mut hatte, Fehlleistungen einzugestehen, um daraus richtige Schlüsse für die Zukunft zu ziehen. Überträgt man diese Argumente auf das, was sich in den neuen Märkten tut, so können Sie nachvollziehen, was hinter der Schwäche dieser Titel insgesamt steht.

Zurück zum Marktgeschehen: Heute tun Sie gar nichts und schauen zu. Machen Sie dabei folgendes: Schauen Sie sich die Kurse der Aktien an und stellen Sie
sie in Vergleich zu den o.g. Tiefstkursen vom März. In den meisten Fällen rechne ich mit einem sog. zweiten Boden. Mehr ist heute nicht zu sagen.

Zu Lucent Tech., einer meiner berüchtigten Turn arounds: Die Abstufung im Rating führte zu erneutem Rückschlag auf 6,60 $, womit sich meine langfristige Einschätzung in keiner Form ändert. Weitere Details in der nächsten Woche.

In Deutschland ist das fragwürdige Segment der Technologie-Aktien das bleibende Problem. Ich muß dazu nicht mehr sehr viel sagen, obwohl nur ein Titel wirklich zu teuer ist, aber der Liebling der Analysten bleibt: SAP, wofür gilt: Siehe oben.

Angesichts des Verfalltermins besteht heute für keine Aktie echter Handlungsbedarf, zumal ich wegen der gebrochenen Woche keine neuen Infos von Bedeutung erwarte. Ich verzichte daher ausdrücklich auf eine Kommentierung. Die Lektüre der AB ist heute jedoch aus folgendem Grund wichtig: Aktien wie Merck, Degussa oder Fresenius liefern zwar keine Schlagzeilen, zeigen aber eine bemerkenswerte mittelfristige Tendenz für eine überzeugende Entwicklung in den nächsten Monaten. Bitte lesen Sie dazu S. 3.

Ich wünsche Ihnen damit ein schönes Wochenende, schönes Wetter und eine gute Laune.

Herzlichst Ihr

Hans A. Bernecker
Antworten
kkinvestor:

Opa Bernecker

 
15.06.01 10:01
Glückwunsch !
Endlich mal einer, der nicht nur den Kopf in den Sand steckt, sondern versucht, die gesamte Lage nüchtern zu analysieren. Und das nicht nur mit Charts, sondern auch mit der in diesem Börsenumfeld nötigen Psychologie.
Gerne würde ich näheres über oben beschriebene Psychologie der Fondsmanager erfahren.
Mit dieser Form der Markteinschätzung gewinnt nicht nur unser Bernecker, sondern alle.
Weiter so !
Antworten
Lalapo:

Also ,wie immer

 
15.06.01 10:10
In den Biergarten gehen ,Bier trinken ,lachen ,und den Mädels nachschaun ........( hatte er heute vergeßen )

Danke Cap.

Gruß LALAPO
Antworten
sfor:

Berneckers Einschätzung

 
15.06.01 10:32
hat was, keine Frage. Aber seine Strategie wäre mir etwas zu heiss. Viel zu teure Aktien nicht zu empfehlen ist unumstritten gut, aber dafür Pleite-Werte zu empfehlen ist doch etwas zu spekulativ. Lucent und Xerox haben nur noch sehr wenig Cash, sicherlich wenn sie überleben sollten, dann wird sich das stärker im Kurs bemerkbar machen als bei gesunden Werten (a la Kostolany). Nur ging das bei seiner Dauerempfehlung Baan schonmal schief.
Antworten
cap blaubär:

zu dem Petersberger dingsbums

 
15.06.01 10:37
NEUER MARKT –
COMEBACK ODER EXITUS ?


Schon im Oktober 1999 waren die Chancen
und Risiken des Neuen Marktes Thema des Petersberger Treffens. Mit Fondsmanager
Karl Fickel und Börsenbrief-Herausgeber Hans A. Bernecker prallten damals unterschiedliche Einschätzungen aufeinander.
Die Spekulationsblase am Neuen Markt hatte
ihren Höhepunkt längst noch nicht erreicht. Nach einem weiteren
halben Jahr überschäumender Euphorie begann im März 2000
ein Absturz, der in der Börsengeschichte seines gleichen sucht. Nicht
nur Milliardenwerte, auch das Renommee des Neuen Marktes wurde vernichtet.
Die Aktienkultur hat großen Schaden genommen. Um so mehr stellt sich heute die Frage, wie es weitergeht.
Versinkt der Neue Markt in der Bedeutungslosigkeit
oder steht er vor einem glorreichen Comeback? Bieten sich jetzt endlich
wieder gute Investment-Chancen?
Zu den aktuellen Perspektiven werden sich
die Fondsmanager Karl Fickel (Lupus alpha), Michael Fraikin (Invesco) und
Guido Schickentanz (Julius Baer) äußern.
Ferner konnten wir Hans A. Bernecker als
Diskussionspartner gewinnen.
Nachlese:
1999: Neuer Markt – neue Regeln?
Schon im Oktober 1999 beschäftigte
sich das Petersberger Treffen mit dem Thema „Neuer Markt“ und fragte „Gelten
dort neue Regeln?“. Zu diesem Zeitpunkt hatte die rasante Kursrallye schon
eingesetzt, die schließlich ein halbes Jahr später ihren Zenit
erreichte. Die Standpunkte der beiden Gastreferenten damals, dem Fondsmanager
Karl Fickel (siehe dazu Seite 36) und dem Börsenbrief-Verleger Hans
A. Bernecker, konnten kaum unterschiedlicher sein. Während Bernecker
auf die Spekulationsblase hinwies, die sich deutlich an der übertriebenen

Marktkapitalisierung zeige und Kurshalbierungen voraussagte, lobte Fickel
die Qualitäten vieler einzelner Unternehmen und ihrer Führung.
Vor diesem Hintergrund erwartete er weitere Kurssteigerungen und prophezeite
diesen Unternehmen und dem Neuen Markt langfristig Erfolg. An Aktien wie
Aixtron und Qiagen schieden sich die Geister. Wer hat nun Recht behalten?
Beispiel Aixtron: Das Aachener Unternehmen brachte es damals auf eine Marktkapitalisierung
von 1,6 Mrd. Euro, Qiagen auf fast ebensoviel, nämlich 1,58 Mrd. Euro.
Schon viel zu viel, in den Augen des einen; für den anderen dagegen
Aktien, die er in seinem Fonds übergewichtet hatte. Ein halbes Jahr
später, der erste Rutsch am Neuen Markt hatte bereits stattgefunden,
lag die Marktkapitalisierung von Qiagen um 280% höher, nämlich
bei 6,0 Mrd. Euro. Bis März 2001 Jahres halbierte sich der Wert von
Qiagen tatsächlich auf 2,9 Mrd. Euro, was aber immer noch fast das Doppelte vom Wert im Oktober 1999 ist. Jetzt, bei Redaktionsschluß,
ist Qiagen sogar schon wieder über 4 Mrd. Euro wert. Und Aixtron wird
von der Börse aktuell mit 2,7 Mrd. Euro bewertet, also gut zwei Drittel
mehr als zum Zeitpunkt des Petersberger Treffens 1999. Wenn man fragt,
wer Recht behalten hat, muss man wohl antworten: Beide, denn einerseits
stand man erst am Beginn des Höhenfluges am Neuen Markt, andererseits
baute sich tatsächlich eine Spekulationsblase auf, deren Ausmaß
in der Börsengeschichte wenig Parallelen findet. Wer dem Rat Fickels
folgte und qualitativ gute Werte am Neuen Markt oder den von ihm gemanagten
Fonds kaufte, konnte das eingesetzte Kapital binnen weniger Monate tatsächlich
verdoppeln. Wer den Rat Berneckers beherzigte, ersparte sich den anschließenden
Absturz. Chancen und Risiken, das hat das Petersberger Treffen 1999 gezeigt,
liegen am Neuen Markt dicht beieinander. Die Realität hat die Prognosen
beider Experten bestätigt.
Seminar-Höhepunkt des Jahres 2001
Auch in diesem Jahr, am 13. Juni (Einlaß
18.00 Uhr, Beginn 18.30 Uhr), wird der Neue Markt das Thema des Petersberger
Treffens sein. Unter den Gastreferenten hat das Lager der Fondsmanager Verstärkung bekommen. Neben Karl Fickel, der inzwischen den „Lupus
alpha Neue Märkte Plus“ managt, werden sein früherer Invesco-Kollege
und Nachfolger als Fondsmanager des „Invesco Neue Märkte“, Michael
Fraikin, und Guido Schickentanz von der Julius Bär Kapitalanlagegesellschaft
sitzen, Fondsmanager u.a. des „Nestor Europa Neue Märkte“. Unter ihrem
ehemaligen Star-Fondsmanager Kurt Ochner hat gerade der Frankfurter Ableger
der Schweizer Privatbank Julius Bär zahlreiche Mandate zum Management
für Neue-Markt-Fonds erhalten (siehe Seite 36). Den drei erfolgreichen Fondsmanagern tritt erneut Hans A. Bernecker entgegen. Wer den Börsen-Altmeister
kennt, weiß, daß das Kräfteverhältnis damit wohl
ausgeglichen ist. Geballte Kompetenz also, die sich nicht lange mit der Vergangenheit aufhalten wird, sondern den Blick in die Zukunft richtet.
Das lässt einen sehr interessanten Abend erwarten, mit Sicherheit
ein Seminar-Höhepunk dieses Jahres, zudem in dem eindrucksvollem Ambiente
des Gästehaus Petersberg.

Gästehaus des Bundes auf
dem Petersberg
13.06.2001
Programm:
18.00 Uhr Einlaß, Empfang
18.30 Uhr Neuer Markt:
Rückblick
Aktuelle Bewertung
Referenten sind die Neue-Märkte-Fondsmanager
Karl Fickel, Lupus alpha,
Michael Fraikin, Invesco,
Guido Schickentanz, Julius Baer
und Hans A. Bernecker,
Börsenbrief-Herausgeber


20.00 Uhr Pause, Imbiß
20.30 Uhr Podiumsdiskussion




Zu diesem hochaktuellen Thema werden Sie
zur Zeit keine vergleichbare Veranstaltung finden. Wer sich
Antworten
cap blaubär:

Opa Berneckers Blasenrally

 
18.06.01 10:11
Hans Bernecker: Wird die Sommer-Rally abgeblasen?
Mails/Nachrichten vom 18.06.2001, Bernecker & Cie.

--------------------------------------------------
Guten Morgen, meine Damen und Herren,
noch 2 oder 3 "Nortel-Tage" und wir sind unten bzw. am Ende der Konsolidierung, die nach wie vor die Antwort auf die Rally seit März ist. Denn das versteht natürlich so mancher nicht: Nortel erreicht im 1. Quartal 4,5 Mrd Dollar Umsatz, aber machte 19,2 Mrd Dollar Verlust. Gründe, Hintergründe und wie das Ganze zusammenhängt, erläutere ich in der nächsten AB. Für andere High-Flyer der Technologie gilt ähnliches und damit sind Titel wie Cisco, Corning, aber auch EMC oder JDS Uniphase, trotz der enormen Kursrückgänge noch immer ein Risiko. Ganz zu schweigen von einigen kleineren Unternehmen gleicher Art. Irgendwann wird diese Redimensionierung auch
einige der Lieblinge der Bio-Gen-Wirtschaft treffen. Bis nicht alle unten sind, hat der Markt also weiterhin Probleme. Das gilt übrigens auch für den Neuen Markt.

Wird die Sommer-Rally abgeblasen? Keineswegs, aber so, wie sich manche das denken, nämlich V- oder W-Rally, läuft es natürlich nicht. Übrigens auch nicht für die Konjunktur. Wahrscheinlich haben Sie beide Begriffe kürzlich als Modewort in den Medien gehört/gelesen.

Die Wall Street muß die "gewarnten" Gewinne nun in den Fakten wirklich neu einschätzen. Wo z. B. liegt der richtige Nortel-Kurs? Bei 6 bis 8 Dollar müßte es gehen. Der Poker um die tiefsten Kurse ist also noch nicht zu Ende. Ich hatte Ihnen für die o. g. Titel einen sogenannten fairen Kaufkurs genannt. Die Differenz bis dahin beträgt teilweise noch 40 %. Für heute verzichte ich dagegen auf solche Angaben. Beachten Sie gleichwohl die nächste AB.

Solidere Böden und Bewertungen bilden sich hingegen schon für die großen Titel der PC-Hersteller wie Compaq und Gateway, aber noch nicht komplett für Dell. Nachrichtlich: Für Hewlett Packard nehmen Sie eventuelle Käufe auf 24/25 Dollar zurück.

Deutschland hängt am Technologieband der Amerikaner. Das trifft natürlich auch SAP, wobei Sie beachten, daß die neuen Meldungen über Kooperationen mit IBM und anderen vom Markt nicht mehr honoriert wird. Das ist stets ein Warnzeichen. Wenn Siemens klammheimlich Infineon-Aktien für 1 Mrd Euro im Markt plaziert, so ist dies wenig hilfreich. Siemens polstert sein mageres Ergebnis aus dem operativen Geschäft auf, verschlechtert aber die Markttechnik von Infineon. Ich vermute den neuen Infineon-Boden deshalb eher bei 33 als bei 38 Euro. Dazu ebenfalls die nächsten AB abwarten. Eine Zurückstufung von Lufthansa wegen der Kosten des Pilotenstreiks bzw. der folgenden Gehaltserhöhungen ist sachlich nicht geboten, wird aber von einigen Analysten zu Abstufungen verwendet. Rückzug aus LH ist daher aus rein technischen Erwägungen nicht unlogisch.

Bringen die Termine dieser Woche was Neues? Wirklich wichtige Termine stehen heute nicht an. Beim Biotech-Unternehmen Evotec und dem Medienunternehmen Kinowelt wird heute die Hauptversammlung abgehalten. Sensationelles ist hier nicht zu erwarten. Für erstere ist der heutige Tag gewissermaßen der charttechnische Elch-Test. Fällt der Kurs nämlich unter 15 E., so sind auch 10 E. möglich, was dann etwa dem Allzeittief entsprechen würde. Sie kennen meine kritischen Anmerkungen zur Branchenbewertung. Bei Kinowelt befindet sich der Kurs bereits im Niemandsland.

Wichtiger ist heute die Erstnotiz der Degussa-Tochter Zentaris. Dies gilt weniger für den Kurs des Börsendebütanten als viel mehr dafür, daß sich hiermit zeigt, welche Schätze in den Bilanzen einiger "Oldies" (wie z.B. auch Bayer) liegen, die jederzeit gehoben werden könnten, mit entsprechender Dynamisierung für den Kurs.

Die Termine dieser Woche konzentrieren sich eher auf Nebenwerte. Einzig Metro "feiert" aus der DAX-Liga am Mittwoch die Hauptversammlung, woraus aber kein nennenswerter Impuls abzuleiten ist. Am Dienstag ist HV beim Autovermieter Sixt, dessen Kurs eine Stabilisierung erkennen läßt. Bereits in der letzten Actienbörse stellte ich Ihnen den Wert vor, was Sie bitte noch einmal zur Hand nehmen. Bitte berücksichtigen Sie auch die Alternative, die ich nenne. Wenig Kurs-Auswirkung ist von den Hauptversammlungen von Heidelberger Zement und Krones (ebenfalls am Dienstag) zu erwarten. Beide sind tendenziell Käufe, wobei letztere sich bereits hervorragend entwickelt und damit nur noch eingeschränktes Potential hat.

Am Mittwoch schließlich HV bei Depfa Bank, die sich bekanntlich in eine Staats- und eine Immobilienfinanzierungsbank aufspaltet und weiterhin ein Kauf ist. Am Donnerstag schauen Sie bitte auf die HV bei Rheinmetall. Sehr interessant ist die Frage, inwieweit sich der US-Investor Wyser Pratt mit seiner Unternehmens-Vorstellung durchsetzen kann. Bitte in dem Zusammenhang auch die Tochter Kolbenschmidt beachten, die damit ein eindeutiges Objekt ist. Am Freitag schließlich HV beim ostdeutschen Computerbauer Lintec, der übrigens für 2002 ein KGV von lediglich 6,5 aufweist und damit ein hervorragender Kauf ist. Allerdings mit Zeithorizont 12 Monate.

Zürich hat Schüttelfrost, doch das liegt nicht an der Temperatur von 12 1/2 Grad in Zürich, sondern am Nachrichtenstand: 250 Mio Fr Bestechungsgelder wurden am Freitag beschlagnahmt. Roche und Ascom entlassen bis zu 10 % der Mitarbeiter. Für die Schweiz eine Sensation. Zwei Swissair-Töchter gehen Pleite, über eine Dritte wird in dieser Woche entschieden. Das Konzept der sogenannten Wahrnehmungsdefizite, die ein Trust speziell nutzte, ist zusammengebrochen, und eine 1/2 Mrd Fr. Börsenwert ist zunächst einmal versenkt worden. Das Ganze ist nicht lustig, zeigt aber, wie die Redimensionierung in Zürich funktioniert.

Ich wünsche Ihnen dennoch einen freundlichen Wochenstart, weil mit ziemlicher Sicherheit die Tendenz am Wochenende beachtlich besser aussieht.

Herzlichst Ihr

Hans A. Bernecker
 


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Dr.UdoBroem.:

Lucentspruch des Tages...

 
18.06.01 19:07
"Lucent getting an upgrade is like getting a first-class stateroom on the Titanic!"

Gruß Dr. Broemme
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Digedag:

Das Bernecker- Wort-der-Woche: "Redimensionierung"

 
18.06.01 19:34
"Irgendwann wird diese Redimensionierung auch
 einige der Lieblinge der Bio-Gen-Wirtschaft treffen."

"Das Ganze ist nicht lustig, zeigt aber, wie die
 Redimensionierung in Zürich funktioniert."

Opa Bernecker konsolidiert die Märkte, indem er die Aktien redimensioniert.
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cap blaubär:

DEM ENDE

 
19.06.01 09:53
Hans Bernecker: Info-Pause
Mails/Nachrichten vom 19.06.2001, Bernecker & Cie.
Guten Morgen, meine Damen und Herren,
die Konsolidierungsphase nähert sich dem Ende. Nach dem gestrigen Tag zeigt sich: Der Gesamtmarkt, gemessen im Dow Jones, hat sein Korrekturrisiko bis auf etwa 200 Punkte ausgeschöpft. Ich hatte 10400/10600 genannt, im Tief waren es bis jetzt 10580 (intraday). Wie nicht anders zu erwarten, tragen die Technologie-Aktien diese Konstellation. Gleiches gilt auch für die deutsche Lage, wenn auch nicht so eindeutig. Der technische Stand in New York: Die Relationen A/D sind negativ, diejenigen für new high/new low am big board knapp positiv, an der Nasdaq ebenso knapp negativ. Entsprechend nahm die Volatilität zu, was wiederum nicht ungewöhnlich ist. Nach dem Ausverkauf am Freitag mit immerhin 1,57 Mrd Stück Umsatz lief es gestern schon wieder moderater mit etwa 1,2 Mrd Stück. Damit ist auch der Verfalltermin an den Terminmärkten verkraftet worden.
Große Frage: Wo landen die alten Lieblinge Cisco, Oracle, Sun etc., nachdem Nortel seinen fairen Wert bei rd. 8 1/2 $ gefunden haben dürfte? Nimmt man es ganz genau und rechnet man vom Tiefstkurs 1998 an, sind es 6,75 zu 7 $. Denn nun ist Nortel rd. 24 Mrd $ wert. Vor einem Jahr waren es noch über 280 Mrd $, was glatte Utopie war. Für Cisco liegen diese fairen Preise bei ebenfalls 9 - 10 $, für Sun auf der gleichen Ebene, und das gilt auch für Oracle. JDS Uniphase müßte wohl bei 7 - 8 $ zu haben sein. In diesem Umfeld fiel auch Lucent noch unter 6 $ zurück, und Corning hat ein Ziel um ebenfalls 8 - 9 $. Dann dürften alle relevanten Titel wieder da gelandet
sein, wo sie hingehören.

Am Big Board: Der schlechte Abschluß von Procter & Gamble beinhaltet die eingeleiteten Strukturmaßnahmen. Eine neue Einschätzung resultiert daraus nicht und Sie nutzen eine evtl. Schwäche bei ca. 60 $ für neue Käufe. Der verbale Schlagabtausch zwischen Airbus und Boeing auf der Pariser Luftfahrtshow ist ein schöner Theater-Donner, aber substantiell steckt nichts drin. Dennoch ist die Berichterstattung näher zu verfolgen: Boeing verkauft zwar weniger Jumbos, verdient aber mehr Geld. 4,70 bis knapp 5 $ Gewinn je Aktie gelten als Taxen für den Mittelwert in 2001/2002. Damit rückt die Rüstungsspekulation der Amerikaner wieder ins Blickfeld. Lesen Sie
dazu S. 7 der nächsten AB. Diese Spekulation habe ich sehr früh begonnen, sie lief bis jetzt auch blendend, die Konsolidierung wurde ebenfalls sehr gut überstanden, und alle relevanten Titel notieren nur noch wenige Dollar unter den bisherigen Höchstkursen, bei einem KGV zwischen 8 und 12. Das erscheint mir sehr reizvoll und ich schreibe darüber in der nächsten AB.
Bei den Blue Chips der Technologie wurde es gestern teilweise eng. Compaq  darf nicht nachhaltig unter 14 $ fallen. Gestern waren es 13,76 $. Gateway ist genauso knapp dran und darf ebenfalls 14 $ nicht unt
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cap blaubär:

das Oracel der Steinstrasse

 
20.06.01 09:48
Hans Bernecker: Oracle
Mails/Nachrichten vom 20.06.2001, Bernecker & Cie.
Guten Morgen, meine Damen und Herren,
Oracle schlug gestern den großen Befreiungspaß, soz. aus der Tiefe des Raumes, wie die Fußballer sagen würden. Die nackten Zahlen sind zwar äußerst mager, aber wenigstens keine echte Gewinnwarnung. Damit ist den Märkten für die Technologie-Aktien mind. ein großer Teil der Ängste genommen worden. Ob's reicht, wird sich in den nächsten Tagen zeigen. Die Limits, die ich in den vergangenen 2 Tagen genannt hatte, bleiben gleichwohl bestehen. Fest steht auch: Bei rd. 10560 sind wir dem sog. Korrekturboden sehr sehr nahe gekommen. Das muß sich nun in den nächsten 2 - 3 Tagen noch bestätigen. Infolgedessen besteht kein akuter Handlungsbedarf, aber "Habacht-Stellung".
Wall Street konkret: Deutlich verbesserte Markttechnik am Big board mit erstmals positiven Relationen in den zwei bekannten Indikationen, aber umgekehrt leicht verschlechterte Markttechnik an der Nasdaq. Das wiederum steht mit obigem Oracle-Eindruck im Widerspruch und läßt mich vorsichtig bleiben. Positiv wiederum: Kein höherer Verkaufsdruck, aber erhöhter Gesamtumsatz von etwas über 1,2 Mrd Stück. Für Ihre Dispositionen:

Meiden Sie kleine Werte, die Zufallskurse haben. Bis zur Vorlage der Zahlen für das II. Quartal bzw. I. Halbjahr traut sich keiner aus der Deckung. Alle warten ab, und das sollten auch Sie tun. Es sei denn, Sie stauben ab. Die Limits dafür habe ich genannt. Am wichtigsten unter den Großen: IBM hält sich enorm stabil bei 114/116 $. Fast wie ein Fels in der Brandung. General Electric hält sich ebenfalls um 49 $ sehr stabil, wobei die Ablehnung der Übernahme von Honeywell noch nicht vom Tisch ist. Das ist Stand von gestern abend in Brüssel. Texas Instruments müßte nach technischer Analyse den Dreh ebenfalls geschafft haben. Lucent fiel dagegen nochmals leichter zurück, aber es bleibt bei der bisherigen Einschätzung. Hier wirkten die Nortel-Zahlen in den letzten 2 Tagen noch mit. Für indikativ halte ich auch: AT&T hat sich
oberhalb von 20 $ gefangen, Sprint oberhalb von 19 $, und diese beiden Werte sind eine Art Barometer für alle anderen Telekom-Titel, sogar für die Europäer.
In Deutschland schlug der Oracle-Bericht auf die Technik-Aktien durch. SAP waren zeitweise um 10 % fester. Hört man die Kommentare dazu, muß man freilich lächeln. Hilfreich ist es aber dennoch. Operieren Sie hier ganz stur: Für Epcos sind 57 E. die kritische Linie, für Infineon 33 E. und für Siemens 69 E. So lange diese Kurse nicht unterboten werden, besteht für Nervosität kein Anlaß. SAP ist allerdings eine Jojo-Aktie in der Bandbreite 130/180 E., was natürlich im Tagestrading jederzeit zu nutzen ist. Das sagt Ihnen übrigens auch unser Daily-Brief, wenn die Markttechnik stimmt.
Kann VW wirklich übernommen werden, wie es gestern gerüchtete? Vom Betrag her ja, von der politischen Konstellation her nein. Ohne die Zustimmung des Landes Niedersachsen läuft nichts. So ganz ohne Grund zogen gestern die Kurse aber nicht an. Mit dieser akt. Bewertung von VW ist und bleibt die Aktie die preiswerteste Alternative, die es überhaupt im Automarkt gibt. Die Sixt-Zahlen klingen schlechter als sie sind. Die anziehenden Kurse im gestrigen Handel sind eine Bestätigung für diesen Turn around, der allerdings eine Nebenerscheinung bleiben wird.
Im Oracle-Sog war gestern Broadvision am Neuen Markt ein Spitzenreiter. Hier können Sie gemeinsam mit CMGI wieder mal ein Spielchen wagen, wie schon vor einigen Wochen. Bei letzterer müßten Käufe unter 3 $ richtig liegen, bei Broadvision unter 5 E. bzw. 4,20 $ in New York.
Auf der Terminliste steht heute nichts besonderes bis auf die HV von  Lufthansa mit einem Ausblick der Verwaltung nach dem Pilotenstreik. Am interessantesten werden die Ausführungen des Vorstandes der Depfa-Bank zu der geplanten Aufteilung in zwei Institute. Die Analystenschätzungen kommen auf Kursziele von 90 - 95 E., bezogen auf den jetzigen Depfa-Kurs, akt. 78 E. Das rechtfertigt eine erneute Kaufempfehlung, wie schon kürzlich begründet. Ich wünsche Ihnen damit einen erfolgreichen Börsentag und verbleibe
herzlichst Ihr
Hans A. Bernecker
Antworten
TimT:

Timmy fragt!

 
20.06.01 10:12
zu DER bERECHNUNG ZU nOKIA STURZ: *oops*
Bin neu und will von euch lernen *grins*
da schieb der capitän:
einer der letzten Paradiesvögel der Technologie bzw. TMT-Branche findet in die
              Realitäten zurück. Das war für viele gestern ein Schock, aber ich bin sicher, nicht für
              Sie. Wie oft habe ich es vorgerechnet, was mir nicht gerade nur Freunde einbrachte:

Wie errechnet man denn so eine Überbewertung?

UNd was ist "gemessen an den Bekannten Relationen" verbleibt die Konsolidierung?

Liebe Grüße,
Timmy
Antworten
cap blaubär:

ich nix Opa Bernecker aber

 
20.06.01 10:36
dieser rechnet nach guter alter Kaufmannssitte Steigerungen in 2015interessieren Ihn nicht,ist natürlich für Biotech+Co tödlich,Seine Sichtweise iss aber bei Bankern/Vermögensverwaltern IN sodas man ob man will oder nicht sich damit auseinandersetzten muss,Bewertungen sind nunmal auch Modesache und Nostalgie iss zur Zeit angesagt,stell Dir einfach vor Helden der New Economistocks sind nun wieder am Kopierer am arbeiten und die Opas mit ihren Valuestocks haben das Sagen in den Fonds(und damit auch deren Sicht der Dinge)
blaubärgrüsse
Antworten
cap blaubär:

Siemens verkauft rechtzeitig(Infinionintuition??)

 
21.06.01 09:16
Hans Bernecker: Infineon
Mails/Nachrichten vom 21.06.2001, Bernecker & Cie.

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Guten Morgen, meine Damen und Herren,
gestern haben die Deutschen mal gezeigt, was eine Gewinnwarnung ist. Die größte Unverschämtheit ist allerdings der Hergang. Wenn ich es richtig verstanden habe, was Herr von Pierer in einem kürzlichen Interview gesagt hat, daß nämlich Siemens Infineon-Aktien für 1 Mrd E. im Markt plaziert hat, und diese Mehrheitstochter ein paar Wochen später einen Umsatzrückgang von 30 % und rote Zahlen prognostiziert, ist das ein so ungeheuerlicher Vorgang, daß rechtliche Schritte notwendig werden. Es verschlägt einem den Atem, wenn man als Marktbeobachter/Analyst mit derartigen Fakten konfrontriert wird. Weiterer Kommentar überflüssig.

Wall Street direkt: Wenn Sie sich die Markttechnik von gestern abend anschauen, insbesondere auf der Daily-Basis, so müßte das Ende der Korrektur, die ich mehrfach beschrieben habe, kürzerfristig bevorstehen. Das kann sogar heute schon sein, nachdem gestern während des Tages der Ansatz zu erkennen war. Auf der Weekly-Basis ist es wiederum so, daß auch noch 8 Tage ins Land gehen können, was sich insgesamt nicht widerspricht. Jedenfalls läuft es nach Plan: Die Konsolidierung, wie mehrfach beschrieben, endet vor dem 30.06. Die bekannten technischen Indikatoren bestätigen dies. Am Big Board, aber noch nicht an der Nasdaq. Ich bleibe daher für die bekannten hochkapitalisierten Titel noch immer sehr vorsichtig. Einen Aufschrei des Entsetzens registriere ich auf dem Board und im Kreise meiner Leser per E-Mail, nachdem ich in den letzten Tagen für einige der bekannten Titel deutlich reduzierte Böden avisiert hatte. Sehen Sie klar:

Markttechnik und fundamentale Einschätzung sind in einem Umfeld wie zur Zeit zwei Seiten einer Medaille. Immer wieder habe ich auf die Volatilität dieser Titel hingewiesen, womit wir alle nun einmal leben müssen. Mir geht es darum, daß Sie die möglichst tiefsten Kurse abstauben können.

Es bleibt also bei diesen Kursen, wie vorgestern angegeben. Werden Sie nicht erreicht, ist es auch nicht schlimm.

Deutschland steht in der gleichen markttechnischen Konstellation und Sie schauen dazu bitte auf die Seite 1 der nächsten AB, die Sie morgen früh in den Händen halten. Das gilt sowohl auf der Daily- wie auf der Weekly- Basis. Ergänzend zum obigen Sachverhalt: Vorfälle wie bei Infineon wird es möglicherweise noch für die einen oder anderen geben. Für die Technik-Aktien geht es vor allem um die bisherigen Böden, wie ich schon geschrieben habe. Halten diese nicht, wird's brenzlig, und Sie kennen meine Einschätzungen aller dieser Titel seit langem.

Bezogen auf die kurzfristige Markttechnik von DAX und MDAX wird eine Erholung im Zuge der Wall Street mehr oder minder alle Titel begünstigen. Dies geht nach dem bekannten Prinzip, welches Sie schon kennen. Die weiterhin sehr geringen täglichen Börsenumsätze von weniger als 10 000 Stück für Aktien wie Babcock, Dürr, Escada, Fielmann, Jungheinrich, Krones, Puma, Rhön Klinik etc. sind ein bleibendes Problem. Bei solchen Mini-Umsätzen ist eine echte Preisbildung unmöglich. Wer in diesen Titeln operiert, muß also sorgfältig limitieren, anders geht es nicht.

Auf der Info-Schiene läuft heute nicht sehr viel. Für aufschlußreich halte ich die Hauptversammlung von Rheinmetall. Es wäre logisch zu erwarten, daß der amerikanische Groß-Aktionär sich etwas scharfer artikuliert. Auf der HV von Brokat erwarte ich erstmals eine brauchbare Perspektive nach 95 % (!) Kursabsturz, aber einer Technologie, die in Fachkreisen nach wie vor sehr hoch eingeschätzt wird. Die Gewinnwarnung von BASF heute morgen werte ich dagegen als kein so signifikantes Thema, hilfreich ist es allerdings nicht.

Leitlinie für heute: Schauen Sie sich bitte die Markttechnik der Indizes an, egal auf welchem System Sie diese finden. Am wichtigsten ist die ganz kurzfristige Einschätzung (Daily) in der Korrespondenz Dow und DAX.

Das wär's für heute und ich wünsche Ihnen einen erfolgreichen Börsentag, aber bitte schauen Sie sich die nächste AB etwas sorgfältiger an.

Herzlichst Ihr

Hans A. Bernecker
 
Antworten
KAWAMAN:

Konsolidierung am 30.6.01 vorbei !!! Da bin ich ..

 
21.06.01 09:27
..aber gespannt !!! Dow Jones !!

Die Konsolidierung, wie mehrfach beschrieben, endet vor dem 30.06. Die bekannten technischen Indikatoren bestätigen dies.

PS: Hoffe, das Opa recht behält !!!

Ciao
KAWAMAN

Antworten
cap blaubär:

das mit Siemens iss der dickste Hammer

 
21.06.01 09:30
was bilden sich diese Blödmänner eigentlich ein in USA gäb sowas Knast
blaubärgrüsse
Antworten
KAWAMAN:

@ cap

 
21.06.01 09:44
Hallo

Ja, derzeit geht an den D-Börsen einiges drunter und drüber.
Gewinnwarnungen werden jetzt noch schnell ausgesprochen, damit man in der Zukunft wieder die alten Schätzungen übertreffen kann.
Wer liest nicht gerne: xxx Aktie hat Schätzungen um xxx% übertroffen.
Futter für die Aktionäre, denen man die billig eingekauften Aktien dann teuer verkaufen kann.

Ciao
KAWAMAN
Antworten
Lalapo:

Wieder ne sog. Volksaktie als Klooooopapier

 
21.06.01 09:44
Stimmt, Knast wäre das Mindeste ....eigentlich unfaßbar ... und wieder wird die AKtienkultur auch im sogenannten VOLKSBEREICH mit Füßen getreten ..... wie soll sich hier eine NEUE Kultur entwickeln ... da werden gutgläubige konservative Langfristanleger in ein Pseudosiemenspapier getrieben und nach Strich und Faden abgezockt ......

Manchmal kann ich hier die Leute immer mehr verstehen wenn sie Meta, LBC etc kaufen ........


LALAPO
Antworten
cap blaubär:

Opa Berneckers Gefühlsleben

 
25.06.01 09:52
Hans Bernecker: Gemischte Gefühle
Mails/Nachrichten vom 25.06.2001, Bernecker & Cie.

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Guten Morgen, meine Damen und Herren,
Diese Woche beginne ich mit gemischten Gefühlen. Der Verlauf der letzten Woche ist nicht ermutigend gewesen, die Markttechnik der Indizes hatte sich nicht verschlechtert, aber die einer ganzen Reihe von Aktien bis an den Rand des Vertretbaren. Auf den ersten Blick ist das ein Widerspruch, aber er zeigt, wie differenziert nach wie vor die Bewertungen zu sehen sind. Wenn Nortel einen Riesenverlust meldet und daraufhin 1/3 des Wertes verliert, war dies nachvollziehbar. Wenn Micron Tech eine ähnliche Zahl (in Relation natürlich) bekanntgab, reagierte der Markt sogar positiv. Warum? Nortel war haushoch überteuert, Micron dagegen nicht. Ich empfehle Ihnen, dies in der nächsten AB nachzulesen. Es ist wichtig zu verstehen, wo man investiert sein darf, sogar muß, und wo nach wie vor auf keinen Fall. Daß dies zu manchen Überraschungen führt, liegt auf der Hand. Ferner:

Meine kürzliche Zurückhaltung gegenüber den großen Pharmaaktien wurde eindrucksvoll bestätigt. Merck sackte am Freitag um 9 % ab, Pfizer um knapp 5 % und Schering Plough um 6,5 %. Ich hatte in der AB vor zwei Wochen die Situation beschrieben, die eine Erweiterung zuläßt: Seien Sie sehr vorsichtig, wenn Ihnen in diesen Tagen nach wie vor Bio- und Genaktien "ans Herz" gelegt werden, wie dies in fast allen Medien der Fall ist, speziell in den Anlagemagazinen. Finger weg. Auch dazu die nächste AB bitte sorgfältig lesen.

Die Ersten machen positive Stimmung. Nach Intel nun auch Oracle, was nicht so ganz falsch ist, sich aber aus der Markttechnik der Aktien heraus noch nicht abzeichnet. Alle Titel dieser Art werden in den nächsten 10 Tagen bis zum Jahresmedio einem ganz harten Test unterworfen. Wehe dem, Oracle oder Sun schaffen neue Tiefstkurse! Dann wird es erneut kritisch, mindestens in der Stimmung.

Für diese Woche: Bei leicht rückläufigen Umsätzen läuft die ganze Korrektur aus, enthält aber noch ein Restrisiko von höchstens 200 Punkten im Dow Jones und 2 - 2,5 % im Nasdaq. Das ist nicht mehr gravierend. In der nächsten AB lesen Sie dazu die aktuellen Gewinnschätzungen für alle Dow-Titel, was zwei Wochen vor dem genannten Termin und den anschließenden Halbjahresberichten eine erste Orientierung zuläßt, weil darin alle Gewinnwarnungen "verarbeitet" sind.

In Deutschland wirkt der Infineon-Schock noch einige Zeit nach. Nach meinen Informationen werden auch einige andere Technikunternehmen die Situation nutzen, Warnungen abzugeben. Das ist zwar eher vorsichtig gemeint, aber im Börsengeschäft wirksam. Deshalb die oben beschriebene gemischte Haltung für diese Woche. Wirkt sich die Pharma-Frage der Amerikaner auch auf Deutschland aus?

Was Merck und Pfizer meinen, trifft die Deutschen nicht. Vielleicht noch Schering, aber nicht die anderen. Auch das hatte ich vor zwei Wochen schon begründet. Nicht zu übersehen: Bayer steht in diesem Umfeld am besten da. Es zeichnet sich nun das ab, was ich schon im letzten Herbst nach einem Gespräch in Leverkusen ankündigen durfte und nun konkret wird: Die Story von der lupenreinen Großpharmazeutik ist nur noch bedingt fortzusetzen. In der Qualität des Ertrages steht ein Konzern wie Bayer besser da, wenn er auch wenig Spektakuläres zu bieten hat. Dennoch kann sich Bayer der augenblicklichen Schwäche nicht entziehen, weil Chemie und Pharma in einen Topf geworfen werden.

Die Termine von heute sind in einigen Dingen indikativ: Escada nennt die Zahlen für das erste Halbjahr. Daran wird zu messen sein, ob der 50 %-Kursgewinn, der inzwischen wieder etwas relativiert wurde, trägt. SAP wird heute in Basel auf dem mySAP Financials Kongreß 2001 Ergänzungen zur Firmenstrategie präsentieren. Das wird sicherlich ebenfalls wegweisend. In Hamburg hat Beate Uhse Hauptversammlung, aber ich kann mich zu einem positiven Bewertungsurteil nach wie vor nicht durchringen, obwohl die Daten insgesamt gut aussehen. Ein Börsenwert von 550 Mio E. oder über 1 Mrd DM bei einem KGV von 36 bereitet mir für diese Branche Probleme.

Am Neuen Markt schauen Sie mehr hin, aber müssen nicht handeln. Die hohe Volatilität ist natürlich eine Belastung, aber wer unten einigermaßen geschickt abstaubt, wenn man auch dabei Kursveränderungen von 15 % und mehr an einem Tag hinnehmen muß, dürfte per Saldo richtig liegen. Alle meine Techniktitel dieser Art haben es in den letzten 8 Tagen schon bewiesen. Keine Empfehlung wird zurückgezogen. Dagegen verweise ich erneut auf die noch immer sehr hohen Börsenwerte einiger Titel, die auf den Empfehlungslisten von Banken und anderen notieren. Am besten, Sie nehmen sich die Kurszettel vor und schauen sich die Börsenwerte an. Diese setzen Sie in Bezug zum Umsatz und natürlich zum KGV. Dann wissen Sie, wo Sie auf keinen Fall kaufen dürfen und gegebenenfalls noch verkaufen.

Bei strahlendem Wetter wünsche ich Ihnen auch eine strahlende Laune, denn zum Pessimismus gibt es keinen Anlaß. Daß Greenspan die Zinsen weiter zurücknehmen muß, war von Anfang an klar und ist keineswegs ein Zeichen einer Rezession. Das war schon im Februar vorauszusagen, als der zweite Zinsschritt fällig war. Ich ging sogar weiter und hatte 3 % am kurzen Ende für den Sommer avisiert. Die Gründe nannte ich in den letzten zwei Briefen. In der nächsten AB lesen Sie, wie die amerikanischen Firmengewinne nun zinsgerecht eingeordnet werden müssen. Bis dahin

herzlichst Ihr

Hans A. Bernecker

Antworten
klecks1:

up

 
25.06.01 18:15
Interessanter als das Gesülze in manchen Threads
Antworten
cap blaubär:

die Sonne scheint heute weiterhin...........

 
26.06.01 09:42
Hans Bernecker: Mühsame Konsolidierung!
Mails/Nachrichten vom 26.06.2001, Bernecker & Cie.

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Guten Morgen, meine Damen und Herren,
eine solch mühsame Konsolidierung nach dem ersten Rallyansatz im Frühjahr habe ich selten erlebt. Bereits in der 6. Woche und die Markttechnik verbessert sich nur in kleinsten Schritten, sowohl auf der Daily- als auch auf der Weekly-Basis. Verständlich, daß die Nervosität wächst. Meine jedoch nicht, denn wenn ich mir die Kurse von gestern in New York anschaue, bin ich sehr zufrieden. Das wiederum dürfte Sie überraschen. Es bleibt aber dabei: 10.300/10.600 im Dow Jones sind die Basis für das Ende. Im Tief waren es gestern 10.468 mit Schluß 10.500. Dabei haben sich die bekannten Relationen etwas verschlechtert, doch nicht signifikant. Deutlich verbessert sogar gegenüber den letzten Tagen im Nasdaq! Wie jedoch angekündigt: Nach den Pharmatiteln geht es nun den Bio- und Gentiteln an den Kragen. Biogen mit minus 10 % war der "Spitzenreiter" gestern. Minus 3,8 % schafften Medimmune und minus 5,6 % Protein Design Labs. Meine Mahnungen/Warnungen kann ich nur
wiederholen.

Wall Street noch konkreter: Ergänzend zur Allgemeintechnik achten Sie auf Compaq. Der Rückzug aus der Chipproduktion (Abgabe an Intel) und Konzentration auf Software, Service neben PC ist richtig. Eigentlich längst überfällig. Apple Computer zog bereits wieder auf 23,50 $ an. Hier lagen meine Limits mit rd. 19 $ recht optimal. Micron Tech hat den Gewinneinbruch sehr gut verdaut. Gestern rd. 39 $. Dazu müssen Sie allerdings die nächste AB lesen. Philip Morris und Procter & Gamble setzen zum nächsten Aufschwung an. Bei ersterer ist der Prozeß verkraftet, bei P&G die folgende Umstrukturierung. Eindrucksvolle relative Stärke demonstriert weiterhin IBM.
Lucent kroch wieder mühsam über die 6 $-Marke und Nortel schaffte immerhin 9 $. Ich hatte auf diese Aktie nach dem Absturz im letzten Brief Bezug genommen und bitte um Lektüre in Nr. 25.

Erfreulich auch: Hewlett Packard konnte die Marke 25 $ verteidigen. Inzwischen 27 $. Also müßte dieser Boden für weitere Käufe geeignet sein. Gleiches gilt für Motorola, die gestern allerdings noch einmal schwächer waren. Schließlich Xerox: Je breiter dieser Boden, desto sicherer das kommende Potential. Ich bin jedenfalls auf die 6-Monatszahlen einigermaßen gespannt.

Neubörsianer tun sich mit solchen Extremsituationen immer schwer. Dafür habe ich Verständnis. Wenige wissen aber: Weltkonzerne dieser Art sind für die, die warten können, zu 95 % ein Supergeschäft. Ich wüßte im Moment noch nicht einmal ein Beispiel, für die restlichen 5 % als Gegenbeweis zu nennen. Daran knüpfe ich eine Ermahnung: Ich werde immer wieder - vor allem in den letzten Wochen - dafür gerügt, daß ich eine Aktie z. B. bei 12 - 14 $ als Kauf einschätze, dieser Titel aber dennoch auf 10 $ zurückfällt. Flugs wird dann der Prozentsatz für den Verlust genannt und mithin die Schieflage. Weit gefehlt, wer in einer solchen Situation wie jetzt so rechnet. Das Finden des Tiefstkurses ist am Ende einer Baisse immer stets sehr schwierig.

Für die reinen Spieler: Broadvision hatte ich bei rd. 4 - 4,50 $ als Trading bezeichnet. Für CMGI sind es rd. 3 $. Wer also spielen möchte, tut dies und 3 - 4 $ bzw. 2 $ höher wird wieder verkauft. Aber bitte: Kleines Geld und schnelle Kasse machen.

In Deutschland wird ebenfalls über die Pharmaaktien nachgedacht. Das ist nach dem Merck-Schock in den USA verständlich, aber nicht ganz richtig. Dennoch: Ich rate zur Vorsicht und Reduzierung der Positionen. Der Grund: Die supernervösen Analysten werden jede Gelegenheit nutzen, ihre bisherigen Urteile zu revidieren. Dem folgen automatisch die Fondsmanager. Ende offen. Wohl gemerkt: Mit dem Wert der Unternehmen hat das nichts zu tun, aber mit der Verteilung der Engagements in diesen Werten.

Vielleicht ist es Ihnen noch nicht aufgefallen, aber ich hatte kürzlich ausführlich dazu Stellung genommen: Die amerikanische Energiekrise und ihre Perspektiven können Sie jeden Tag an den Kursen von RWE und E.ON ablesen. Hier bildet sich ein neuer Trend, weil dahinter gravierende Entscheidungen der Amerikaner stehen, die im Moment aber noch nicht konkret greifbar sind. Schließlich handelt es sich um eine politische Entscheidung.

Am Neuen Markt schaffte der größte Verlierer gestern 60 %. Das ist doch schon mal was. Wie oft habe ich auf diese Überbewertungen hingewiesen. Extron ist ebenfalls gerade dabei, seine faire Bewertung zu suchen. Ich schätze sie deutlich unter 20, vermutlich um 15 E. Hier genügte eine kompetente Bankenwarnung, bevor es losging. Effekt siehe oben. Schauen Sie sich die Liste für den Nemax 50 in aller Ruhe an. Gut 10 Titel haben den gleichen Stukaflug noch vor sich. Für die beiden Logistiker nehme ich die Limits leicht zurück, nämlich für D.Logistic auf 10 E. und für Thiel ebenfalls auf 10 E. Näheres in der AB.

Die Termine von heute: Jenoptik feiert heute 10-jährigen Geburtstag, aber die gestrige Abstufung um 5,6 % ist kein Geburtstagsgeschenk. Mal sehen, was Herr Späth heute zu sagen hat. Schließlich schaut ihm der Bundeskanzler in die Augen. Der Bilanzpressekonferenz von Beru sehe ich mit Erwartung entgegen. Hier ist eine Aufstockung sehr wahrscheinlich richtig. Gleiches gilt für Kässbohrer, die allerdings eine Konsolidierung vertragen. Schließlich muß Gesco nach langem Schweigen erklären, wie der Einstieg in die Technologie des Mittelstandes bislang gelaufen ist. Die an sich gut geführte Mittelstandsholding wagte sich bekanntlich im Boom des Neuen Marktes auf dieses gefährliche Terrain. Ich bin gespannt.

Die Sonne scheint heute weiterhin, bleiben Sie durchaus zuversichtlich, aber bitte denken Sie daran: Was zu teuer ist, stürzt weiter ab. Was billig geworden ist, ist bereits ein klarer Kauf. Auf diese Differenz kommt es an und nicht auf den Tagesindex oder so manche Obskurität in den Medien.

Herzlichst Ihr

Hans A. Bernecker
 


Antworten
cap blaubär:

Wetter mies Stimmung mies

 
27.06.01 09:50
Hans Bernecker: Miese Stimmung!
Mails/Nachrichten vom 27.06.2001, Bernecker & Cie.

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Guten Morgen, meine Damen und Herren,
wenn Merrill Lynch eine Gewinnwarnung gibt, fallen alle Banken- und Brokeraktien rund um den Globus. Es regiert also die Nervosität und nicht der Verstand. Nervöse Börsen sind aber keine Trendbörsen, sondern stets das Ende gewisser Rhythmen, wie ich beschrieben habe und wobei es bleibt. Eines ist allerdings zu berücksichtigen:

Was Ihnen täglich über die Medien als mehr oder weniger sensationelle Meldung verkauft wird, ist eigentlich die Meldung nicht wert. Ich rufe dies aus gutem Grund ins Gedächtnis: Der Wert von Aktien orientiert sich am Originalgeschäft des Unternehmens und nicht am Stimmungsbild der "Zuschauer". Das soll auch kein Trost sein, aber eine Erklärung. Beispiel:
Wenn Philips als zweiter Großer aus dem Handygeschäft aussteigt und nach Ericsson ebenfalls einen Asien-Partner aufnimmt, zeigt es Ihnen, wie Supertrends auslaufen, über die Sie vor wenigen Monaten noch wahre Wunderdinge lasen, obwohl es jedem simpel klar sein mußte, daß die Wachstumsraten, die diesen Aktien unterstellt wurden, nicht stimmen konnten. Meine vehemente Kritik am Beispiel Nokia kennen Sie. Auch diese Aktie ist leider noch nicht unten. Gestern allein minus 8%. Kommentar überflüssig.

Wall Street aktuell: Nach wie vor gute Markttechnik, aber miese Stimmung. Die bekannten technischen Daten A/D sind in beiden Segmenten (Big Board und Nasdaq) unverändert positiv. Etwa im Verhältnis 1 zu 3. Bei new high/new low sogar 113:46 am Big Board und 114:86 an der Nasdaq. Besser geht's nicht.

Das Umsatzvolumen ist dagegen leicht rückläufig, aber natürlich warten alle auf die nächsten Zinssignale. Ich weiß gar nicht warum. Denn daß der kurze Dollarzins bei mind. 3,5 % landen muß, habe ich Ihnen mehrfach begründet. 3,0 % sind möglich, aber das ist erst im August/September zu entscheiden. Orientieren Sie sich also nicht an solchen Wetten.

Bei den Technologieaktien halten Sie bitte daran fest: Meine in der letzten Woche gegebenen Limits bleiben gültig, obwohl einige Leser auf meinem Board mir den Vorwurf machen, daß ich leichtfertig mit 3 - 4 $-Schwankungen umgehe, wenn der Originalkurs z. B. 12 oder 14 $ beträgt. Denn das seien immerhin Differenzen bis zu 40 %. Dazu gilt nur ein Wort: Tennisballeffekt bzw. Volatilität. Wer damit nicht umgehen kann, läßt jetzt die Finger ganz davon. Zwei Sorgenkinder werden mir immer wieder vorgetragen: Silicon Graphics, die auf 1,02 $ abgestürzt sind, und Iomega. Zu Silicon: Dieser Weltmarktführer für CAE-Workstations erreicht etwa 2,2 Mrd $ Umsatz, bei ca. 400 Mio $ langfristigen Schulden. Er leidet aber unter den hohen Preisen seiner Produkte, die im Moment von den Kunden, die alle schwach geworden sind, nicht akzeptiert werden. Zudem ist der Markt für CAE-Workstations zur Zeit kein Wachstumsmarkt. Angesichts dieser Finanzsituation sehe ich keinen Grund für echte Sorgen, aber aufmerksam müssen wir die Halbjahreszahlen studieren. Börsenwert 195 Mio $ oder 8 % des Umsatzes. Iomega ist weitaus besser positioniert. Praktisch keine langfristigen Schulden, Börsenwert 670 Mio $ für 1,3 Mrd $ Umsatz im Sektor Disc Drives. Auch hier warte ich auf die 6-Monatszahlen und werde darüber in der AB berichten.

In Deutschland schlug der Infineon-Schreck mit 24 Stunden Verspätung durch. Das sehe ich mit großem Mißvergnügen, weil ich seit vielen Wochen immer wieder die Markttechnik der 4 Technologieaktien mit größtem Mißtrauen verfolge. Ich bin dazu ebenfalls heftig kritisiert worden, bleibe aber dabei: Was hier für Unsinn geschrieben worden ist, mit Hoch- und Runterstufungen nebst sonstigen Perspektiven, grenzt teilweise an Lächerlichkeiten. Kommt aber ein solches Gebäude ins Rutschen, wird es eng. Der unverändert schwierigste Titel ist dabei SAP, aber es gilt ebenfalls: Siemens darf 63 E. nicht unterschreiten. Dazu lesen Sie bitte die nächste AB. Fest steht schließlich: Die Kurse dieser Titel werden zu 90 % von den Fonds bzw. den Eigenhändlern der großen Banken bestimmt. Und hier wird kräftig gespielt.

Heute ein Blick auf den Dow Jones Euro Stoxx 50 aus wichtigem Grund: Alcatel verlor gestern noch einmal 5 %. Damit war ich etwas zu früh, wie so oft, aber richtig. Die Kaufbasis bleibt um 20/23 E. Ericsson hat sich dagegen bereits gefangen, nämlich um rd. 50/52 skr oder knapp unter 6 E. Zu Nokia siehe oben, und ich halte 15/16 E. für durchaus machbar. Dann ist diese Aktie genau so ein Kauf wie Nortel bei 8 E. Bitte prägen Sie sich diese Systematik ein. Ich habe zu diesen Aktien in der AB mehrfach Stellung genommen.

Der Tarifkonflikt bei VW ist unschön, aber nicht substantiell. 1 - 2 E. Risiko mögen im Kurs stecken, mehr nicht. Was im übrigen für fast alle großen DAX-Papiere gilt: Sie haben heute keinen Handlungsbedarf.

Herzlichst Ihr

Hans A. Bernecker
Antworten
cap blaubär:

alsoo ääähhh

 
28.06.01 09:47
Hans Bernecker: FED
Mails/Nachrichten vom 28.06.2001, Bernecker & Cie.

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Guten Morgen, meine Damen und Herren,
die amerikanische Zinssenkung um nur 25 Basispunkte bedeutet zweierlei: Die FED geht davon aus, daß sie zunächst nicht mehr als nur diesen kleinen Schritt machen müsse. Folglich sind die Zahlen der Konjunktur vermutlich besser als erwartet. Sie bedeuten andererseits aber auch, daß sie sehr vorsichtig auf das Inflationspotential schielt. Das Ganze gefällt mir nicht bzw. ist nicht befriedigend. Es wird also auf die Halbjahreszahlen ankommen. Die Wackel-Reaktion der Börse zeigt es. Insgesamt jedoch:
Die Konjunkturerholung wird damit sicherer. Die vielen Gewinnwarnungen der Unternehmen, in denen zum Schluß bzw. bis heute eine Menge "Prophylaxe" steckte, werden sich nicht mehr fortsetzen. Die darin übervorsichtigen Manager dürften ihre Prognosen sehr schnell wieder nach oben drehen. Das muß nicht dramatisch sein, aber im Grundzug.

Wall Street konkret: Beide Indizes sagten gestern nichts aus. Das trifft auch meinen persönlichen Eindruck. Erneut eindrucksvoll positiv blieben die bisher bekannten technischen Daten. Zu einzelnen Titeln:
Meine bisherigen Limits halte ich aufrecht. Da weder Stochastik noch MACD für beide Indizes schon ein Kaufsignal geben, verändere ich sie nicht. Ich zahle lieber 1 $ mehr, wenn ich jetzt abwarte, um anschließend sicher zu gehen, daß es 5 oder 10 $ Gewinn gibt.

Bei den Technologiewerten ist Verschlankung weiter "en vogue": Alcatel will zum "fabriklosen Unternehmen" werden. Von fast allen der 100 Fertigungsstätten will man sich trennen. Lediglich die Produktion von besonders anspruchsvollen Produktgruppen wie Unterseekabel, Satelliten und optischen Elementen will man in eigener Hand behalten. Damit folgt nun auch Alcatel dem Trend, den zuletzt Ericsson und Philips vorgemacht hatten. Der Aktienkurs indes konnte sich bisher nur leicht erholen. Palm
will nach dreistelligen Millionenverlusten bereits in 6 Monaten schon wieder schwarze Zahlen schreiben. Die Quittung: + 16 %. Seit April ist die Bodenbildung nun im Gange. Spätestens das Überwinden der 10 $-Marke wäre ein technisches Kaufsignal. Die Gewinn- und Umsatzwarnung von Xilinx hingegen dürfte nun niemanden mehr überraschen. Die Runde der Gewinnwarnungen im Halbleitersektor dürfte damit nun fast komplett sein.

Deutschland wird dem amerikanischen Trend im Wesentlichen folgen. Ob der Dreh in den Indizes noch vor dem 30.06. erfolgt, bleibt offen. Ein wesentliches Risiko ist jetzt nicht mehr drin. Skeptisch bleibe ich nach wie vor für die Markthaltung der Technologie-Aktien, für die ich kürzerfristig keine Prognose wage. Die sehr differenzierte Einschätzung dieser Aktien durch Fonds und Analysten (und umgekehrt) führt zu einer Volatilität, die sich auch im VDAX ausdrückt, der zeitweise immerhin auf über 22
angestiegen ist. Das ist in der Regel ein Zeichen der Unsicherheit.

Bei den Unternehmen gibt es heute nicht sehr viel zu berichten:
Die Deutsche Bank senkt ihre Gewinnschätzung für Siemens auf 1,88 Euro für 2001 und 2,45 Euro für 2002 und liegt damit unter den Erwartungen der meisten Analysten. Dieser Schritt kommt indes nicht unerwartet und dürfte in den Kursen bereits abgearbeitet sein. BHW Group kündigt Zusammenarbeit mit der Citigroup im Bereich Eigenheimfinanzierung und im "saving and loan market" an. Große Fantasie sehe ich deshalb jedoch nicht. Auch die Kooperation der Direkt Anlage Bank mit der Victoria-Versicherung bringt für beide nur kleine Vorteile, die den Kurs nicht bewegen. Die Nordsee hat ihr Börsendebüt vorerst verschoben. Das zeigt, daß der Markt aktuell nicht gerade aufnahmefähig ist.

Nach Merck und BASF folgte nun auch Bayer mit einer Gewinnwarnung. Statt 3,3 Mrd. E. nur noch 3 Mrd. E. operativer Gewinn in diesem Jahr. Auslöser für die Gewinnrevision für das Gesamtjahr war das schwache 2. Quartal, das "deutlich unter Vorjahr" gelegen hat. Die Gewinnwarnung kam für den Markt nicht ganz unerwartet. Der Kurs hat in den letzten Tagen schon einiges vorweggenommen. Zuletzt konnte sich der Kurs gar schon wieder etwas erholen. Ein Verkauf kommt nun nicht mehr in Frage. Südzucker will offensichtlich Schöller Eiskrem an Nestlé verkaufen. Das wäre zum ersten eine Stärkung von Nestlé auf dem deutschen Eiskremmarkt, konnte man doch bisher mit der Marke Motta nur den dritten Platz hinter Unilever und Schöller einnehmen. Im Gegenzug könnte Schöller durch den Verkauf seine Profitabilität erhöhen. Die Rendite des gesamten Nahrungsmittelgeschäftes lag bei Südzucker im 1. Halbjahr lediglich bei 2,6 %. Die Rendite im Gesamtkonzern lag dagegen bei 8,2 %. Ein Verkauf von Schöller dürfte Südzucker über 200 Mio E. in die Kasse spülen. Damit bleibt die Aktie ein Kauf. Auch Balda am Neuen Markt gibt Produktionskapazitäten ab: Der Verkauf des Stammwerks wird zum 30. September über die Bühne gehen. Damit folgt man dem Trend der großen Handyhersteller, die gleichzeitig die Hauptkunden von Balda sind. Der Erlös für das Werk wird bei 5 Mio. E. liegen. Darüber hinaus soll ein Teil der verbleibenden Produktionskapazitäten an den kostengünstigeren chinesischen Standort verlegt werden. Notwendige Maßnahmen, die richtig sind, aber noch keinen Kauf begründen.

Herzlichst Ihr

Hans A. Bernecker
 
Antworten
cap blaubär:

Opa Bernecker der Dreher(Zerspanungstechniker Heut

 
29.06.01 09:31
Hans Bernecker: Technisch ist der Dreh perfekt.
Mails/Nachrichten vom 29.06.2001, Bernecker & Cie.

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Guten Morgen, meine Damen und Herren,
technisch ist der Dreh perfekt. Es gibt noch kleine Unsicherheiten, aber das Halbjahresergebnis wird sich, in den Indizes gerechnet, deutlich verbessern. Sehr interessant ist, wie der gesamte Verlauf der Konsolidierung verlaufen ist. Ich hatte 10 300/10 400 im Dow Jones als untere Basis beschrieben. 10 398 waren es intraday. Schaut man auf die Daily- und Weekly-Basis, ist der nächste Anlauf des Dow Jones zum Break 1000 Punkte höher eigentlich vorgeschrieben. Was läßt sich daraus machen? Wer schnell handelt, springt kurzfristig auf. Für Tradings ist das geeignet, und Sie konnten es schon gestern nachvollziehen: Extrem überverkaufte Märkte reagieren sehr hektisch, schnell und überproportional. Dann springen engere Titel locker um 10 - 20 % pro Tag. Das gilt nicht nur für New York, sondern auch für Frankfurt. Betroffen sind alle, die in den letzten 4 - 5 Wochen die großen Verlierer waren. Andererseits halte ich es für sehr indikativ, wie Microsoft laufen wird. Die Nicht-Zerschlagung wurde gestern mit einem Gewinn bis knapp 74 $ honoriert. Schauen Sie also auf das, was ich in der vorletzten AB schrieb. IBM und Microsoft sind die Leitbullen im "Großformat".

Wall Street konkret: Die bekannten technischen Indikatoren haben sich deutlich verbessert: Advance/Decline gestern 1850:1217 am big board und 2224:1436 an der Nasdaq. Die Relation new high/new low erreichte 150:43 bzw. 140:45. Das deckt sich mit obiger Einschätzung. Alle Technik-Aktien sind so ein Kauf, wie in den letzten Briefen beschrieben. Wer also in der schwachen Phase den Mut nicht hatte, in fallende Kurse hinein zu kaufen, muß jetzt handeln oder gar nicht. Dafür gibt es heute morgen kein Limit. Konzentrieren Sie sich darauf, was Sie schon haben, also zu verbilligen haben. Es macht deshalb keinen Sinn, wenn ich Ihnen jetzt an dieser Stelle 25 Aktien nenne. Nehmen Sie sofort die letzten 4 - 5 AB's zur Hand, schauen sich die Charts an, dazu meine Begründung, komplettieren die Charts, und dann ist die Order fertig.

Wie weit das Ganze tragen wird, ist im Moment noch offen.Über die Zinspolitik muß man jetzt nicht diskutieren. Mich interessiert nicht mehr, ob, wann und wie noch weitere 25 Basispunkte drin sind, oder die EZB hinterherläuft. Wichtig ist der Trend.

In Frankfurt sieht es genauso aus: Der Vola-Index ist wieder unter 20 gefallen und damit ist Entspannung angesagt. Auch hier: Wer am meisten gefallen ist, wird am stärksten steigen. Wenn Dt. Telekom gestern beinahe 6 % zulegte, sehe ich darin ebenfalls nur die Bestätigung dessen, was auch in New York gilt: Extrem überkaufte Märkte reagieren auch extrem. Das steht völlig im Gegensatz zu so mancher "Analyse" oder Rückstufung, wie in den letzten Tagen praktiziert. Der DAX hing zwar wirklich am seidenen Faden, aber es bleibt bei der Einschätzung: 6400/6500 sind auf jeden Fall drin. Die anschließende Ziellinie liegt bei 7400, aber darüber ist im Moment noch nicht zu diskutieren. Im Moment geht es auch nicht um Fundamentales, sondern um reine Markttechnik. Ergo:

Bei den Technologie-Aktien besteht zwar auch ein Erholungspotential, aber ein wackeliges. Sie werden in den anderen Titeln mehr verdienen. Ein Kursziel von 30 - 31 oder sogar 34 E. für den schwersten Titel, nämlich Dt. Telekom, halte ich für wahrscheinlicher. Das sind schon satte 20 % und mehr.

Mein Vorschlag für heute: Wer schnell handelt, handelt sofort und verstärkt die Positionen, die er schon hat. Auch hier gilt, was ich in den letzten 3- 5 AB's geschrieben habe.

Ein wichtiger Hinweis schließlich: Jetzt können Sie testen, was die Termin-Börse Daily aus dieser Konstellation macht. Gegebenenfalls können Sie sich per E-Mail sofort unter info@bern-stein.de oder Telefon: 0211 / 8 64 17 - 0 ein aktuelles Probeexemplar anfordern. Das können Sie heute morgen noch tun. Das dürfte aktuell der interessanteste Tip sein. Ich wünsche Ihnen damit ein schönes Wochenende.

Herzlichst Ihr

Hans A. Bernecker

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