Kommt er nun oder kommt er nicht nach Europa, der i-mode-Standard? Eine genaue Antwort auf diese Frage kann derzeit nicht einmal der Erfinder des i-mode, der japanische Mobilfunkanbieter NTT DoCoMo, liefern. Und so beschränkt sich Takeshi Natsuno, der geschäftsführende Direktor in der Entwicklungsabteilung von DoCoMo auf ein vieldeutiges „bald“, das er am Dienstag auf der Technologiemesse Systems verkündet. Dabei warten viele Beobachter gespannt darauf, was er denn kann, der Pionier unter den schnellen Mobilfunkdiensten, der bereits heute, am Vorabend des UMTS-Zeitalters, Tausenden und Millionen von technikbegeisterten Japanern den Alltag mit der Übertragung von lustigen bunten Bildern versüßt. In Japan ist der i-mode ein voller Erfolg. Seit Februar 1999 ermöglicht NTT DoCoMo seinen Kunden überall und jederzeit auf Internetdienste zuzugreifen. Dank der hohen Übertragungsraten, die in Europa erst mit der Einführung von GPRS (general packet radio service) erreicht werden können, macht es der i-mode möglich, Bilder zu empfangen und zu versenden. Die eingebaute Digitalkamera im Mobiltelefon ist daher in Japan bereits Realität. Der i-mode hat DoCoMo in Japan einen Marktanteil von 60 Prozent beschert. Gut 28 Millionen Nutzer zählt i-mode bislang. Hinzu kommt eine Fülle von Angeboten, die perfekt auf den Service zugeschnitten sind. 1.088 Anbieter liefern nach Angaben Natsunos Inhalte, auf die der Kunde zugreifen kann und auch die Erstellung einer eigenen Internetseite ist mit i-mode möglich. Rund 49.000 solcher selbst erstellter Seiten soll es geben.
Die logische Folge dieser Erfolgsstory wäre die weltweite Expansion des i-mode. In den USA sicherte sich DoCoMo durch eine Beteiligung am drittgrößten landesweiten Anbieter AT&T Wireless ein Standbein für eine Markteinführung auf dem zweitgrößten Mobilfunkmarkt der Welt. In Europa soll die niederländische Telefongesellschaft KPN als Partner herhalten. Der Erfolg des i-mode wird sich nach Meinung der Unternehmensspitze in Europa wiederholen. Eine Nutzeranalyse zeige, dass niemand auf dem erreichten technologischen Stand stehen bleiben wolle. Außerdem sei der i-mode kein spezifisch japanisches Phänomen. Doch wo bleibt er dann, der i-mode? Außer einem „bald“ wissen die potenziellen Kunden in Europa wenig über den Zeitpunkt einer möglichen Markteinführung. Unbekannt ist auch, welche Dienste die europäische Variante des i-mode anbieten wird. Zudem ist fraglich, ob sich der Siegeszug des i-mode auch außerhalb Japans wiederholen kann. Einige Punkte sprechen dagegen. Zum einen hat DoCoMo in Japan erheblichen Einfluss auf Endgerät-Spezifikationen, die den i-mode unterstützen. In Europa oder den USA ist das nicht der Fall. Zum anderen verliert DoCoMo mehr und mehr seine Position als „first mover“, da europäische Anbieter in ihrer Servicevielfalt nachziehen. Der i-mode generiert einen hohen Anteil seines Umsatzes durch das herunterladen von Logos und Klingeltönen, einen Service, der in Europa auch ohne den i-mode nichts Neues mehr ist. Zudem steht auch bei uns die Einführung einer schnellen Datenübertragung durch UMTS bevor, wozu also brauchen wir dann noch den i-mode? Welche Mehrwerte also der japanische Verkaufsschlager für uns Europäer bringt, wird sich zeigen, wenn er vor der Tür steht. Und das wird „bald“ sein, wie wir seit heute wissen.
So long,
Calexa
Die logische Folge dieser Erfolgsstory wäre die weltweite Expansion des i-mode. In den USA sicherte sich DoCoMo durch eine Beteiligung am drittgrößten landesweiten Anbieter AT&T Wireless ein Standbein für eine Markteinführung auf dem zweitgrößten Mobilfunkmarkt der Welt. In Europa soll die niederländische Telefongesellschaft KPN als Partner herhalten. Der Erfolg des i-mode wird sich nach Meinung der Unternehmensspitze in Europa wiederholen. Eine Nutzeranalyse zeige, dass niemand auf dem erreichten technologischen Stand stehen bleiben wolle. Außerdem sei der i-mode kein spezifisch japanisches Phänomen. Doch wo bleibt er dann, der i-mode? Außer einem „bald“ wissen die potenziellen Kunden in Europa wenig über den Zeitpunkt einer möglichen Markteinführung. Unbekannt ist auch, welche Dienste die europäische Variante des i-mode anbieten wird. Zudem ist fraglich, ob sich der Siegeszug des i-mode auch außerhalb Japans wiederholen kann. Einige Punkte sprechen dagegen. Zum einen hat DoCoMo in Japan erheblichen Einfluss auf Endgerät-Spezifikationen, die den i-mode unterstützen. In Europa oder den USA ist das nicht der Fall. Zum anderen verliert DoCoMo mehr und mehr seine Position als „first mover“, da europäische Anbieter in ihrer Servicevielfalt nachziehen. Der i-mode generiert einen hohen Anteil seines Umsatzes durch das herunterladen von Logos und Klingeltönen, einen Service, der in Europa auch ohne den i-mode nichts Neues mehr ist. Zudem steht auch bei uns die Einführung einer schnellen Datenübertragung durch UMTS bevor, wozu also brauchen wir dann noch den i-mode? Welche Mehrwerte also der japanische Verkaufsschlager für uns Europäer bringt, wird sich zeigen, wenn er vor der Tür steht. Und das wird „bald“ sein, wie wir seit heute wissen.
So long,
Calexa