Ob es gleich morgen weiter abwärts geht, kann niemand sagen. Höchstens die, die es vorher immer gewusst haben, aber nie ihre Kaufkurse und Verkaufskurse posten. ;)
Ich rechne aber in den nächsten Tagen und Wochen auch mit einem Rückgang des Nikkei auf 8900-9000 Punkten, also den Tiefs von 2010. Ob es dann nochmals von dort aus 30% abwäörts geht, wie Gundel unterstellt, ist arg spekulativ. Aus meiner Sicht passiert das nur dann, wenn der atomare Gau auch noch kommt und dadurch Tokio relativ stark in Mitleidenschaft gezogen wird.
Sollte alles bei den aktuell (eh schon sehr schlimmen) Verwüstungen und dem Leid bleiben, dann gehe ich nicht von großen Folgen für die Weltwirtschaft aus. Die betroffenen Regionen machen 8% des japanischen BIP aus, und die Verschuldung Japans erscheint zwar mt 200% des BIPs als sehr hoch, aber der Staat ist nicht bei Notenbanken, ausländischen Banken und Staaten verschuldet, sondern zu 95% bei den eigenen Bürgern über Staatsanleihen etc.! Solange also der normalerweise eher ruhige und diszplinierte Japaner nicht in totale Panik ausbricht und seine Staatsanleihen zu Geld macht, kann der Staat diese Katastrophe überstehen, in dem er sich weiter verschuldet, um nach dem logischerweise folgerichtigen BIP-Einbruch über 1-2 Quartale danach zu einem Wirtschaftsaufschwung zu finden, da man das Land ja wieder aufbauen muss. Es wird also nicht nur beim Nikkei volatil, sondern auch in der Wirtschaft. Das kann schnell und stark kurzfristig abwärts gehen, aber auch sehr stark mittelfristig aufwärts. Was der Nikkei von beiden Szenarien eingepreist hat oder in den nächsten Tagen einpreisen wird, weiß ich nicht. Fakt ist, kein Mensch kann behaupten, das Geld läge auf der Straße, weil ja der Nikkei angeblich ganz sicher noch weit abstürzen wird. Bis rund 9000 sicherlich. Alles weitere ist schlichtweg unmöglich vorausszusagen. Mich würde es nicht wundern, wenn der Nikkei in 18 Monaten sogar 25-30% höher steht als heute.
Zukunft ist gut für alle (Dr.Udo Broemme)