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Wacker Chemie rutscht tief in die Verlustzone

Der Spezialchemiekonzern Wacker Chemie kämpft mit schwacher Nachfrage, hohen Energiekosten und Wertberichtigungen in dreistelliger Millionenhöhe.
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Der Münchner Spezialchemiekonzern Wacker Chemie hat im Geschäftsjahr 2025 seine eigene Jahresprognose verfehlt und einen hohen Konzernverlust eingefahren. Nach vorläufigen Zahlen fiel der Umsatz, die Profitabilität brach deutlich ein, und unter dem Strich rutschte das Unternehmen tief in die roten Zahlen.

Belastend wirkten vor allem eine schwache Nachfrage, eine geringe Auslastung der Produktionsanlagen, niedrigere Preise, negative Währungseffekte sowie hohe Abschreibungen.

Umsatz bricht ein

Der Umsatz sank 2025 um rund vier Prozent auf etwa 5,49 Milliarden Euro. Damit lag das Erlösniveau unter der zuletzt in Aussicht gestellten Spanne von 5,5 bis 5,9 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) brach um 42 Prozent auf rund 430 Millionen Euro ein. Die EBITDA-Marge schrumpfte deutlich von 13,0 auf 7,8 Prozent.

Analysten hatten im Vorfeld im Schnitt mit einem Umsatz von 5,48 Milliarden Euro und einem EBITDA von 558 Millionen Euro gerechnet. Während der Umsatz die Markterwartungen knapp erfüllte, blieb das operative Ergebnis hinter den Schätzungen zurück.

Abschreibungen und Rückstellungen drücken Ergebnis

Besonders stark schlugen im vergangenen Jahr die Abschreibungen zu Buche. Diese stiegen auf 605 Millionen Euro, nach 473 Millionen Euro im Vorjahr. Zusätzlich belastete eine Rückstellung von rund 100 Millionen Euro im vierten Quartal im Zusammenhang mit dem laufenden Sparprogramm das operative Ergebnis.

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) war mit rund minus 180 Millionen Euro klar negativ, nachdem im Vorjahr noch ein EBIT von 271 Millionen Euro erzielt worden war. Unter dem Strich erwartet Wacker Chemie für 2025 einen Konzernverlust von rund 800 Millionen Euro. Im Jahr zuvor hatte der Konzern noch einen Gewinn von 261 Millionen Euro ausgewiesen.

Ein wesentlicher Treiber des hohen Verlusts waren umfangreiche Wertberichtigungen in Höhe von insgesamt rund 600 Millionen Euro. Davon entfallen etwa 310 Millionen Euro auf eine Wertminderung der Beteiligung an Siltronic (Siltronic Aktie) AG, deren Börsenkurs dauerhaft unter dem Buchwert lag. Weitere 195 Millionen Euro betreffen aktive latente Steuern in Deutschland, deren Werthaltigkeit nicht mehr gegeben ist. Rund 90 Millionen Euro resultieren aus einer Sonderabschreibung auf einen Geschäfts- oder Firmenwert im Zusammenhang mit der Akquisition von ADL Biopharma.

Cashflow stabilisiert, Verschuldung steigt

Trotz des hohen Verlusts konnte Wacker Chemie den Netto-Cashflow deutlich verbessern. Dieser lag 2025 mit minus fünf Millionen Euro nahezu ausgeglichen, nach minus 326 Millionen Euro im Vorjahr. Ausschlaggebend war vor allem eine gezielte Reduzierung des Vorratsvermögens. Die Investitionen wurden im Jahresverlauf um 30 Prozent auf rund 465 Millionen Euro zurückgefahren.

Gleichzeitig stiegen die Nettofinanzschulden zum Jahresende auf rund 885 Millionen Euro, nach 691 Millionen Euro ein Jahr zuvor. Der Konzern reagierte damit auf das schwache Marktumfeld und priorisierte Liquidität und Kostendisziplin.

Sparprogramm "PACE" soll Wende bringen

"2025 ist die chemische Industrie insbesondere in Deutschland und Europa massiv unter Druck geraten", erklärte Vorstandschef Christian Hartel. "Darauf müssen wir reagieren. Wir konzentrieren uns auf Wachstum, Cash und Kosten." Mit dem im Oktober gestarteten Programm "PACE" will der Konzern seine Kosten im Produktionsumfeld und in der Verwaltung weltweit um mehr als 300 Millionen Euro pro Jahr senken.

Autor: Ariva-Redaktion/pg


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