sondern schlicht deshalb, weil sie fundamental betrachtet zu hoch waren. Analysten hatten 2007, wie üblich, mit dem Geodreieck am Chart die Gewinne der Vorjahre linear in die Zukunft "hoch-extrapoliert". Dabei hatten sie geflissentlich übersehen, dass die vermeintliche Wirtschaftsblüte in USA - vor allem bei den Investmentbanken - ein kreditbasiertes Schneeball-System war, das schnelle Gewinne (für die Banker) generierte, aber genauso wenig nachhaltig ist wie andere Schneeballsysteme.
Als der Mitte 2007 einsetzende Credit Freeze die Verschuldungswirtschaft auszubremsen begann, wurde die Blase sukzessive aus den Kursen "ausgepreist". Das hat rein fundamentale Gründe. Shortseller mögen die Abwärtsbewegung beschleunigt haben, aber sie hätten damit keinen Erfolg gehabt, wenn nicht de facto "etwas faul im Staate USA" gewesen wäre.
In USA notieren inzwischen viele wichtige Wirtschaftsindikatoren auf 20-Jahrestiefs. Kommentatoren werten die Krise als die schlimmste seit der Großen Depression. Die Fed versucht verzweifelt, durch Tiefstzinsen, die nun schon rund 4 % unter der realen Inflation liegen, und immer neue Bailout-Pakete den Karren aus dem Schuldenloch zu zerren - bislang vergebens. Der irrsinnige Versuch, Überschuldung durch weitere Schuldenaufnahme zu "bekämpfen", gleicht dem alten Sponti-Spruch: "Fighting for peace is like fucking for virginity."
Derweil stößt die Flut an zur Finanzierung der zig Bailouts herausgegebenen neuen US-Staatsanleihen auf immer weniger Interessenten. Mit dem "Bailout for everybody" wird die Fed die US-Staatsanleihen sukzessive entwerten, sie könnten schon bald ihr AAA-Rating verlieren. Zudem droht der Dollar weiter abzuwerten. Wenn US-Staatsanleihen nicht mehr gefragt sind, werden auch die Kapitalströme in die USA ausdünnen - was mittelfristig zum Kollaps der US-Verschuldungswirtschaft führen könnte.
Die aktuelle Baisse ist noch längst nicht ausgestanden und könnte sich bis 2010 oder weiter hinziehen. Die Tiefstkurse aus 2003 - aus der vergleichsweise harmlosen Dot.com-Krise - dürften dabei noch unterboten werden. Selbst einige Amis (keine Schwarzmaler) rechnen inzwischen am Ende der Baisse mit mit SP-500-Ständen unter 500. DOW, Nasdaq und SPX dürften daher vom jetzigen Stand ab gerechnet um mindestens ein weiteres Drittel, wenn nicht gar um die Hälfte, sinken.
Daran würde auch ein Verbot von Shortverkäufen (inkl. indirekter über Shorts auf Futures) nichts ändern. Sie sind nicht ursächlich für die Krise, wenngleich sie in Einzelfällen (Bear Stearns, Lehman) die Krise forciert haben mögen.