Neuer Markt Schluss: Sehr schwach


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Neuer Markt Schluss: Sehr schwach

 
20.07.01 21:06

Sehr schwach - "Weit und breit keine Käufer in Sicht"

 
Am Neuen Markt der Frankfurter Wertpapierbörse ist es nach den Kursgewinnen vom Vortag zum Wochenausklang erneut bergab gegangen. "Es geht weiter Richtung 1.000. Der Donnerstag war eine Ausnahme," sagte ein Händler. Der NEMAX 50 verlor 4,27 Prozent auf 1.118,93 Punkte, nachdem er zuvor ein neues Jahrestief bei 1.094 Punkten markiert hatte. Der NEMAX All Share gab 3,46 Prozent auf 1.186,07 Zähler nach. "Weit und breit keine Käufer in Sicht", kommentierte ein Marktteilnehmer das Geschehen. Die Kursausschläge seien deshalb so hoch, weil sich nur noch wenig Liquidität im Markt befinde. Es herrsche "extreme Nervosität". Wenig begeistert zeigten sich Händler vom neuen Regelwerk, mit dem die Deutsche Börse den Neuen Markt ausmisten will. "Ich hätte mehr erwartet", sagte ein Händler. "Die neuen Regeln greifen frühestens im April," sagte ein weiterer Marktteilnehmer. "Bis dahin wird der ganze Mist noch mitgeschleppt", fügte er hinzu. "Das heißt aber noch lange nicht, dass es dann auch bessere Kurse gibt," sagte ein anderer Händler, der die Informationspolitik der Börse mit "so ein Durcheinander" kommentierte. "Ich kaufe doch nicht wegen irgendeiner neuen Regel eine Aktie, sondern weil mir ein Unternehmen gefällt." "Die Penny Stocks haben zum Teil heute schon reagiert", sagte ein Händler. Zu den Verlierern aus diesem Segment zählten Lipro , die 27,27 Prozent auf 0,40 Euro verloren. Management Data gaben 23,81 Prozent auf 0,32 Euro nach. eJay verbilligten sich um 26,92 Prozent auf 0,38 Euro und Kabel New Media um 16,13 Prozent auf 0,26 Euro. Auch am Freitag gab es eine Unternehmenspleite zu vermelden: Nachdem mb Software am Vormittag mitgeteilt hatte, einen Insolvenzantrag wegen Zahlungsunfähigkeit gestellt zu haben, wurde die Aktie zeitweise vom Handel ausgesetzt. mb SoftwareSofting . Das auf Steuerungs- und Kommunikationstechnik spezialisierte Unternehmen hatte zuvor die Prognosen für das laufende Geschäftsjahr deutlich nach unten korrigiert. Softing verloren 27,73 Prozent auf 1,59 Euro. An die Spitze der Verliererliste im NEMAX 50 setzte sich die Aktie der ACG AG für Chipkarten und Informationssysteme . Der Chiphändler hatte am Donnerstag nach Handelsschluss mitgeteilt, dass Vorstandschef Peter Bohn mit sofortiger Wirkung sein Amt niederlegt. ACG verloren 21,35 Prozent auf 7,33 Euro. "Ob er zurückgetreten ist oder zurückgetreten wurde, das kommt nicht so ganz raus," sagte ein Händler. "Es könnte sein, dass es noch negative Hintergründe dazu gibt." T-Online verloren bei hohem Umsatz 4,96 Prozent auf 7,67 Euro. "Man sagt, im Vergleich zu Lycos EuropeT-Online teuer. Und weil Lycos EuropeT-Online," erklärte ein Händler. Am Morgen habe noch eine große Kauforder die Aktie auf Kurs gehalten, so dass die vom Wettbewerber AOL angebotene Flatrate noch nicht in den Kurs eingearbeitet werden konnte, sagte ein anderer. "Der Kurs fällt seither wie ein Stein." Lycos Europe gaben 1,25 Prozent auf 0,79 Euro ab./hi/av  
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