Warren Buffett über Zeitbomben für die Wirtschaft
Seit 1965 schreibt Warren Buffett jährlich einen Brief an die Aktionäre seines Unternehmens Berkshire Hathaway. Neben Aussagen zum abgelaufenen Geschäftsjahr spricht das vielgepriesene "Orakel von Omaha" in dem Brief auch allgemeine Wirtschafts- und Börsenthemen an. In diesem Jahr hat das Magazin Forbes vorab Auszüge aus dem Schreiben veröffentlicht, dass den Anteilseignern am 8. März zugesandt wird.
Warren Buffett berichtet unter anderem über seine Erfahrungen im Derivategeschäft. Durch den Kauf von General Re im Jahre 1998 kam Berkshire Hathaway automatisch mit Futures in Kontakt, weil die Tochter General Re Securities ein Derivatehändler ist. Buffett wollte sich von dem Bereich trennen, konnte jedoch keinen Käufer finden. Ein anderer Ausstieg sei praktisch ausgeschlossen. "Das ist ungefähr wie mit der Hölle. Man kommt relativ leicht herein, aber niemals mehr raus", so Buffett.
Dem Berkshire-Management gefällt das Derivategeschäft nicht, weil es schwer berechenbar ist und Bilanzen manipulierbar macht. Auf jeden Blödsinn ließen sich Wetten für die Zukunft abschließen. Sie werden sogar einen Vertragspartner finden, der darauf spekuliert, wie viele Zwillinge in Nebraska im Jahr 2020 geboren werden." Beide Parteien, die Wetten auf Entwicklungen in der Zukunft eingingen, hätten die Möglichkeit, Gewinne aus den Geschäften in der Zukunft zu verbuchen, indem unrealistische Annahmen über die Entwicklung des jeweiligen Basiswertes getroffen werden.
Gefahr für die Wirtschaft
Zwar kontrolliere die SEC Termingeschäfte, doch sei es kaum möglich in dem Wust an Derivaten den Durchblick zu behalten. Buffett nennt als Beispiel die eigene General Re Securities: "Wir hielten am Jahresende 2002 genau 14.384 offene Kontrakte mit 672 verschiedenen Handelspartnern. Und das obwohl Berkshire Hathaway alles Menschenmögliche getan hat, um die Zahl an offenen Kontrakten zu reduzieren."
In dem Geschäft komme es immer wieder zu Schieflagen, wie beispielsweise in der amerikanischen Energiebranche mit Enron als dem prominentesten Fall. Buffett nennt Derivate deshalb Zeitbomben, welche die jeweiligen Vertragspartner aber auch die gesamte Wirtschaft gefährden könnten.
Für besser berechenbar hält der Investmentguru die sogenannten Junk Bonds (Anleihen niedriger Bonität). Im vergangenen Jahr hat Berkshire Hathaway die Engagements in diesem Bereich auf 8,3 Milliarden Dollar versechsfacht. "Investitionen in Junk Bonds lassen sich mit Investitionen in Aktien vergleichen. "Es gilt, eine Vielzahl an Bonds zu durchleuchten, um die wenigen Papiere zu finden, die ein attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis aufweisen."
Der Unterschied zu Aktienkäufen: "Junk Bonds werden häufig von Unternehmen mit hohen Schulden und zweifelhaftem Management emittiert. Deshalb kalkulieren wir eine höhere Ausfallrate bei den Investitionen ein." Bisher habe Berkshire aber mit den gekauften Bonds gut gelegen.
Aktien nicht attraktiv bewertet
Die zunehmende Beschäftigung mit Anleihen hängt auch mit den mangelnden Alternativen bei Aktien zusammen. "Wir sind zwar zufrieden mit den Beteiligungen die wir halten, stocken jedoch nicht auf und kaufen am Aktienmarkt auch sonst kaum etwas. Die Bewertungen sind zwar gesunken, aber nicht verlockend."
Was für die Beteiligungen von Berkshire gelte, lasse sich auf den gesamten Markt übertragen. "Dass Aktien auch nach drei Jahren Baisse noch nicht unterbewertet sind, ist ein Beleg dafür, wie verrückt der Kursanstieg bis zum Jahr 2000 war."
Warren Buffett hält seine derzeitige Aversion gegen Aktien keinesfalls für einen Dauerzustand. "In den 61 Jahren, die ich am Markt handle, habe ich bestimmt in 50 Jahren Chancen aktiv genutzt. Wenn Käufe aber keinen ordentlichen Ertrag versprechen, muss ein Investor eben an der Seitenlinie warten."
Seit 1965 schreibt Warren Buffett jährlich einen Brief an die Aktionäre seines Unternehmens Berkshire Hathaway. Neben Aussagen zum abgelaufenen Geschäftsjahr spricht das vielgepriesene "Orakel von Omaha" in dem Brief auch allgemeine Wirtschafts- und Börsenthemen an. In diesem Jahr hat das Magazin Forbes vorab Auszüge aus dem Schreiben veröffentlicht, dass den Anteilseignern am 8. März zugesandt wird.
Warren Buffett berichtet unter anderem über seine Erfahrungen im Derivategeschäft. Durch den Kauf von General Re im Jahre 1998 kam Berkshire Hathaway automatisch mit Futures in Kontakt, weil die Tochter General Re Securities ein Derivatehändler ist. Buffett wollte sich von dem Bereich trennen, konnte jedoch keinen Käufer finden. Ein anderer Ausstieg sei praktisch ausgeschlossen. "Das ist ungefähr wie mit der Hölle. Man kommt relativ leicht herein, aber niemals mehr raus", so Buffett.
Dem Berkshire-Management gefällt das Derivategeschäft nicht, weil es schwer berechenbar ist und Bilanzen manipulierbar macht. Auf jeden Blödsinn ließen sich Wetten für die Zukunft abschließen. Sie werden sogar einen Vertragspartner finden, der darauf spekuliert, wie viele Zwillinge in Nebraska im Jahr 2020 geboren werden." Beide Parteien, die Wetten auf Entwicklungen in der Zukunft eingingen, hätten die Möglichkeit, Gewinne aus den Geschäften in der Zukunft zu verbuchen, indem unrealistische Annahmen über die Entwicklung des jeweiligen Basiswertes getroffen werden.
Gefahr für die Wirtschaft
Zwar kontrolliere die SEC Termingeschäfte, doch sei es kaum möglich in dem Wust an Derivaten den Durchblick zu behalten. Buffett nennt als Beispiel die eigene General Re Securities: "Wir hielten am Jahresende 2002 genau 14.384 offene Kontrakte mit 672 verschiedenen Handelspartnern. Und das obwohl Berkshire Hathaway alles Menschenmögliche getan hat, um die Zahl an offenen Kontrakten zu reduzieren."
In dem Geschäft komme es immer wieder zu Schieflagen, wie beispielsweise in der amerikanischen Energiebranche mit Enron als dem prominentesten Fall. Buffett nennt Derivate deshalb Zeitbomben, welche die jeweiligen Vertragspartner aber auch die gesamte Wirtschaft gefährden könnten.
Für besser berechenbar hält der Investmentguru die sogenannten Junk Bonds (Anleihen niedriger Bonität). Im vergangenen Jahr hat Berkshire Hathaway die Engagements in diesem Bereich auf 8,3 Milliarden Dollar versechsfacht. "Investitionen in Junk Bonds lassen sich mit Investitionen in Aktien vergleichen. "Es gilt, eine Vielzahl an Bonds zu durchleuchten, um die wenigen Papiere zu finden, die ein attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis aufweisen."
Der Unterschied zu Aktienkäufen: "Junk Bonds werden häufig von Unternehmen mit hohen Schulden und zweifelhaftem Management emittiert. Deshalb kalkulieren wir eine höhere Ausfallrate bei den Investitionen ein." Bisher habe Berkshire aber mit den gekauften Bonds gut gelegen.
Aktien nicht attraktiv bewertet
Die zunehmende Beschäftigung mit Anleihen hängt auch mit den mangelnden Alternativen bei Aktien zusammen. "Wir sind zwar zufrieden mit den Beteiligungen die wir halten, stocken jedoch nicht auf und kaufen am Aktienmarkt auch sonst kaum etwas. Die Bewertungen sind zwar gesunken, aber nicht verlockend."
Was für die Beteiligungen von Berkshire gelte, lasse sich auf den gesamten Markt übertragen. "Dass Aktien auch nach drei Jahren Baisse noch nicht unterbewertet sind, ist ein Beleg dafür, wie verrückt der Kursanstieg bis zum Jahr 2000 war."
Warren Buffett hält seine derzeitige Aversion gegen Aktien keinesfalls für einen Dauerzustand. "In den 61 Jahren, die ich am Markt handle, habe ich bestimmt in 50 Jahren Chancen aktiv genutzt. Wenn Käufe aber keinen ordentlichen Ertrag versprechen, muss ein Investor eben an der Seitenlinie warten."