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Clearstream-Mitarbeiter im Verdacht Irreführung der Behörden wegen Steuerbetrugsskandals
Von Karin Matussek
2 September 2019, 10:24 CEST Updated on 12 September 2019, 12:03 CEST
Auszug:
Die Clearstream-Einheit der Deutschen Börse AG könnte eine größere Rolle gespielt haben als bisher in Deutschlands umstrittenstem Steuerskandal bekannt und die Behörden darüber in die Irre geführt haben.
Die Mitarbeiter und Führungskräfte von Clearstream wurden laut dem Gerichtsdokument von Bloomberg "ausführlich" darüber informiert, wie sogenannte Cum-Ex-Deals organisiert und Transaktionen "aktiv unterstützt" wurden. Sie trafen sich auch mit Kunden, um zu besprechen, wie Trades gehandhabt, gebucht und überprüft wurden.
Das Dokument genehmigte Razzien in den Büros des Unternehmens, die vor zwei Wochen von Staatsanwälten durchgeführt wurden. Die Behörden prüfen eine mögliche Beteiligung von Mitarbeitern und hochrangigen Managern, und das Dokument zeigt, dass Cum-Ex-Transaktionen und die Rolle von Clearstream in ihnen nach einer Gesetzesänderung im Jahr 2012 nicht beendet wurden, um dies zu stoppen, sondern dass die Strategie in einer modifizierten Form fortgesetzt wurde übrigens zumindest bis 2016.
Ein Sprecher der Deutschen Börse verwies eine Bitte um Stellungnahme an Clearstream, dessen Sprecherin sagte, die Razzien seien Teil der Ermittlungen gegen Kunden und Mitarbeiter gewesen. Die Deutsche Börse kooperiere mit den Behörden.
Der Cum-Ex-Skandal hat mehrere Finanzinstitute eingeholt, darunter die Deutsche Bank AG, die Bank of New York Mellon Corp. und Barclays Plc. Die umstrittenen Transaktionen nutzten eine inzwischen aufgegebene deutsche Praxis der Besteuerung von Dividenden, die es nach Angaben der Ermittler ermöglichte, eine Steuer, die nur einmal gezahlt wurde, mehrfach zu erstatten. Laut Gesetzgeber kostete die Praxis die Bundesregierung mehr als 10 Milliarden Euro an Einnahmeverlusten....
Der Cum-Ex-Skandal hat mehrere Finanzinstitute eingeholt, darunter die Deutsche Bank AG, die Bank of New York Mellon Corp. und Barclays Plc.
www.bloomberg.com/news/articles/...ding-authorities-on-cum-ex