Milton Friedman: Stabilitätspakt aufheben - Deutschland braucht Deflation
FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Stabilitätspakt der Euro-Staaten hat nach Einschätzung des Wirtschafts-Nobelpreisträgers Milton Friedman seinen Sinn nach der Einführung des Euro verloren. Die Länder sollten "bei Steuern und Staatsausgaben frei konkurrieren können", sagte der US-Amerikaner der "Süddeutschen Zeitung" (Mittwochausgabe).
Seit der Währungsunion könne kein Land mehr "seine Ausgaben finanzieren, indem es Geld druckt", sagte Friedman. "Der Markt wird den Ländern Disziplin auferlegen und er wird das besser tun als Brüssel."
REZESSION IN DEUTSCHLAND
Die Wirtschaftslage sei in Deutschland viel schlechter als in den USA, sagte Friedman. "Deutschland steckt wirklich in einer tiefen Rezession. Es ist offensichtlich, dass es eine Dosis Deflation braucht. Die Preise und Löhne sind dort im Vergleich zu den Handelspartnern zu hoch." Weil es die D-Mark nicht mehr gebe, könne Deutschland dies nicht mit einer Abwertung korrigieren.
Ohne eine Flexibilisierung der Preise und Löhne kämen "große Probleme auf Deutschland zu", sagte der Nobelpreisträger. "Das geht ja alles noch auf die Wiedervereinigung zurück. Der große Fehler war, das ostdeutsche Geld eins zu eins auf die DM umzustellen." Die EZB sei als Helfer in einer schwierigen Lage. Ihre Geldpolitik sei "für Deutschland vermutlich zu strikt", aber wahrscheinlich "für Irland sogar zu locker"./hn/hi
FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Stabilitätspakt der Euro-Staaten hat nach Einschätzung des Wirtschafts-Nobelpreisträgers Milton Friedman seinen Sinn nach der Einführung des Euro verloren. Die Länder sollten "bei Steuern und Staatsausgaben frei konkurrieren können", sagte der US-Amerikaner der "Süddeutschen Zeitung" (Mittwochausgabe).
Seit der Währungsunion könne kein Land mehr "seine Ausgaben finanzieren, indem es Geld druckt", sagte Friedman. "Der Markt wird den Ländern Disziplin auferlegen und er wird das besser tun als Brüssel."
REZESSION IN DEUTSCHLAND
Die Wirtschaftslage sei in Deutschland viel schlechter als in den USA, sagte Friedman. "Deutschland steckt wirklich in einer tiefen Rezession. Es ist offensichtlich, dass es eine Dosis Deflation braucht. Die Preise und Löhne sind dort im Vergleich zu den Handelspartnern zu hoch." Weil es die D-Mark nicht mehr gebe, könne Deutschland dies nicht mit einer Abwertung korrigieren.
Ohne eine Flexibilisierung der Preise und Löhne kämen "große Probleme auf Deutschland zu", sagte der Nobelpreisträger. "Das geht ja alles noch auf die Wiedervereinigung zurück. Der große Fehler war, das ostdeutsche Geld eins zu eins auf die DM umzustellen." Die EZB sei als Helfer in einer schwierigen Lage. Ihre Geldpolitik sei "für Deutschland vermutlich zu strikt", aber wahrscheinlich "für Irland sogar zu locker"./hn/hi