Kontron reduzieren
HSBC Trinkaus & Burkhardt
Ralf Muthmann, Wertpapieranalyst von HSBC Trinkaus & Burkhardt, empfiehlt Anlegern nach wie vor Kontron (WKN 523990) zu reduzieren.
Die Zahlen von Kontron für das erste Quartal 2001 hätten über seinen Erwartungen gelegen, so Muthmann. Insbesondere der Umsatz in Höhe von 110 Millionen DM sei positiv zu bewerten. Allerdings habe das Unternehmen seine selbst gesteckten EBIT-Ziele nicht erreichen können. Die EBIT-Marge sei zurückgegangen, was auf die Gewinnung von Marktanteilen zurückzuführen sei. Was überrasche, sei der Umstand, dass die Ausgaben für Forschung und Entwicklung unter den Erwartungen gelegen hätten.
Die Margenentwicklung bei den akquirierten Unternehmen bezeichnet Muthmann als positiv. Allerdings müsse man die weitere Entwicklung noch abwarten. PEP habe zwar schon im vierten Quartal 2001 positive EBIT-Margen ausweisen können, die nun noch einmal hätten verbessert werden können. Fieldworks habe davon profitieren können, dass die Kosten gesunken seien.
Kontron sei sehr stark von der Entwicklung im Telekommunikationssektor abhängig. Dieser Bereich sei an den Gesamtumsätzen mit 40 Prozent beteiligt gewesen. Der Anteil sei aufgrund der Flaute im Telekommunikationssektor geringer geworden. Im Verlauf des Jahres sollte die Abhängigkeit jedoch wieder größer werden.
Nach Ansicht von Muthmann weist die Geschäftsstrategie von Kontron Schwächen auf. Die Vielzahl an Akquisitionen berge die Gefahr, dass sich das Unternehmen bei der Integration verzettele. Wie sich der Analyst weiter äußerte, vermisse er zwischen den unterschiedlichen Produktkategorien daher auch ausreichende Synergieeffekte.
Muthmann rechnet auch in Zukunft mit weiteren Übernahmen. Diese dürften vor allem im asiatischen Raum getätigt werden.
Für das laufende Geschäftsjahr erwartet Muthmann Umsätze in Höhe von 250 Millionen Euro, die im kommenden Jahr auf 363 Millionen Euro steigen dürften. Das EBIT solle sich in diesem Jahr auf 22 Millionen Euro belaufen. Für 2002 würde mit einem EBIT von 35 Millionen Euro gerechnet.
Vor dem Hintergrund eines Kursziels von 55 Euro sollte man bestehende Positionen abbauen.