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Kernschmelze beim Rettungsschirm/ Implosion des €


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KliP:

Mietmäuler in voller Aktion

2
31.08.12 21:02
Offenbar soll derzeit der deutschen Öffentlichkeit massiv Angst vor einem Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone eingejagt werden.

Da treten dann plötzlich Gestalten mit kuriosen Hochrechnungen auf,  die vor 7 oer 10 Jahren offenbar noch nicht mal die Prozentrechnung beherrschten.
Sonst hätten sie nämlich damals schon laut vor der rapiden Neuverschuldung Griechenlands  warnen müssen.
Beispiel:
www.welt.de/wirtschaft/article108878094/...n-zehn-Prozent.html

www.handelsblatt.com/politik/international/...xit/7077340.html

Also mal dumm gefragt:
Wenn die Griechen und  Spanier einen ca 15% Rückgang im BIP aushalten mussten und konnten in den letzten 3 Jahren (incl 2012) weil das kreditgepumpte Scheinwachstum bereinigt werden muss, wieso soll dann 10% BIP-Rückgang für das reiche Deutschland so eine Katastrophe sein?
Und eine Arbeitslosigkeit von 9% in Deutschland 2015 wird von der ILO als Horrorszenario an die Wand gemalt, das ist doch lächerlich.

Ist es sinnvoller, dass der deutsche Steuerzahler, Sparer , Rentner  weitere 20 Jahre über Targetsalden und Kredite  den nicht verdienten und erwirtschafteten Konsum in den Pleiteländern finanziert, damit Herr Winterkorn und  weitere Konzernlenker weiter ihre  obszönen Boni und Gehälter
einstreichen können?

Oder wäre das nicht endlich mal eine Chance, diese ganze Blase des Wahnsinns und Scheins zu beenden und wieder  zu nachhaltigen und gesunden Verhältnissen zurückzukehren?

Verkauft wird nur an Käufer die auch selber zahlen können und nicht an Leute, deren Konsum auf Pump unsere und die nachfolgenden Generationen ruiniert.

Und wenn es dann eben nicht immer 10% Gewinnwachstum p.a. in den Konzernen sind, dann gibt es eben auch wieder normale Vorstandsgehälter die in vernünftiger Relation zu denen der Mitarbeiter stehen.
Antworten
KliP:

Deutsche Banken reduzieren Risiken

 
01.09.12 11:54
http://www.faz.net/aktuell/finanzen/fonds-mehr/...siken-11872366.html

Entkopplung der transnationalen Kreditvergaben durch die neuen EZB-Refinanzierungsmaßnahmen (Banken erhielten 1 Bio gegen minderwertige Sicherheiten - Anleihen ihrer Regierung.

Besonders eindrucksvoll finde ich diese Grafik.
http://www.faz.net/polopoly_fs/1.1872602!/image/...ult/3684779956.jpg

Sie zeigt nämlich, wie drastisch die Kreditvergaben deutscher Banken seit Euro-Einführung angeschwollen sind, im Gesamtvolumen habe sie sich seit 2000 in nur einer Dekade bis zum Maximum verfünffacht!

Da kann kein vernünftiges Risikokontrolling dahintergestanden haben, es  führte grenzenlose Bonigier zur  Aufblähung eines nicht tragfähigen Geschäftes.  
Die BAfin hat sich leider auch hier wieder als zahnloser und ineffizienter Beamtenhaufen erwiesen.

Wenn man nun, wie von der EZB gefordert, der größten Bad-Bank der Welt (EZB) auch noch die Bankenaufsicht überträgt, kann es nur noch schlimmer werden.
Die EZB ist noch weiter weg vom Geschehen als die Bafin, außerdem gibt es übelste  personelle Verflechtungen mit den Verursachern und  Profiteuren der Finanzkrise.

Mir erzählt niemand, dass ehemalige Goldman Sachs Leute und andere Ex-Bankster
plötzlich als EZB-Mitarbeiter eine faire, seriöse und durchgreifende  Bankenaufsicht garantieren können.
Das hat sich in den USA ja hinlänglich gezeigt.  

Da wird dann per Bankenaufsicht wieder schön selektiert zwischen Freund und Feind.

(Ein Draghi kontrolliert dann einen Achleitner , haha, kleiner Freundschaftsdienst unter Spezln)

Schon gar nicht ist einzusehen, dass diese Groß-Bankster Kontrolle über unsere soliden Sparkassen und Genossenschaftsbanken bekommen dürfen.  (Das hätten sie nämlich sehr gerne, denn die Solidität der Regionalbanken machte sie bisher unabhängig von der Großfinanz und ihrer Herrschsucht .. )
 
Unsere Sparkassen und Genossenschaftsbanken   sind nämlich bei uns auch deswegen gut durch die Krise gekommen, weil ihre Aufsicht
direkt vor Ort sitzt  als bodenständige Genossen und in den Aufsichtsräten,  und so verhinderte,  dass man ruinös große Räder auf fremden Geschäftsfeldern drehte (wie es leider einige spanische cajas de ahorros taten, die nun teuer gerettet werden müssen).  
Und sich dafür auf das eigentliche Bankgeschäft konzentrierte.

Wenn die EZB  erst einmal  in unserer Regionalbanken reinfingern darf, ist klar wo das Spiel endet.
Antworten
KliP:

Catalunya, mi amor

 
01.09.12 12:18
a donde estan desaparecido todos los dineros
solo te queda: patiencia y esperar ..

(Natürlich hofft man, ohne Sparauflagen an die europäische Kohle zu kommen)
www.faz.net/aktuell/wirtschaft/...ro-finanzhilfe-11870767.html

19 Mrd kriegt die Bankia schon mal als Rettungsgeld von der Spanischen Regierung
economia.elpais.com/economia/2012/08/31/...6426683_499974.html

Nachtrag zu #302:   El Pais widmet sich ausführlich dem Streit über die europäische Bankenaufsicht.
economia.elpais.com/economia/2012/08/31/...6442716_231709.html
Antworten
KliP:

Barry Eichengreens Mietmaulpropaganda

 
02.09.12 22:24
www.faz.net/aktuell/wirtschaft/...tion-gut-leben-11875830.html

Da findet also der angebliche Top Ökonom eine Inflationsrate von 4% in einer gesättigten Volkswirtschaft wie Deutschland erträglich.

So einen gedanklichen Müll und implizite Aufforderung zur Enteignung und Altersarmut  in Deutschland  muss man erstmal verdauen.

Zur Erläuterung:
Eine junge, (von niedriger Ausgangsbasis) schnell wachsende Volkswirtschaft kann durchaus 4% Inflation vertragen.

Wenn das inflationsunbereinigte BIP Wachstum bei 8% liegt, dann bleiben nach Abzug von 4% Inflation immer noch 4% reales Wachstum.

Das sind so die Szenarien aus China, Indien, Türkei der letzten Jahre.
Auch wir hatten das in den Dekaden nach dem 2. Weltkrieg.
(Daten hänge ich unten an). Da gab es schon mal ein Jahr mit 7% Inflation (1973), aber über mehrere Jahre hinweg betrachtet war
das Wirtschaftswachstum so stark
dass dies überkompensiert wurde.

Inflationsraten Schaubild rechts im Link
de.wikipedia.org/wiki/Inflation
Um die Inflation bereinigtes BIP (quelle: Wikipedia)
upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/1/1e/BIPBRD5004.svg

Man sieht sehr schön die Phasen des rasanten Wachstums in den 3 Jahrzehnten nach dem Krieg und das gemächlichere Wachstum ab den 90ern.
Typisches Anzeichen einer gesättigten und reifen Volkswirtschaft, in der es schwer ist, noch große Steigerungen zu erzielen.
(wie bei einem austrainierten Sportler) ..

Außer durch "Doping" per unseriösen Pump-mit-krediten Aktionen a la Amiwirtschaft, die bei uns zum Glück außer in der überproportional verschuldeten
Altersgruppe der unter 30 Järigen  (was schon schlimm genug ist!)
bisher zum Glück nicht wirklich verfangen hat. Dank des traditionellen  Sparwillens unserer Bürger und zumindest im Hypobereich halbwegs konservativen
Kreditvergaben.


Die letzten Jahre :
www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/...mtwirtschaft.html?nn=50700

Inzwischen ist die Situation eine völlig andere.
Mittelt man über mehrere Jahre, so wird man über ein reales, inflationsbereinigtes  Wachstum von 2% kaum herauskommen, es liegt sogar drunter.
(letzter Link, 2005 ( Basis 100)  bis 2011 (110)) .
Bei einer durchschnittlichen Inflationsrate von ebenfalls 2%.

Eichengreens Vorschlag von 4% Inflation statt 2% bedeutet dann also real gerade mal eine schwarze Null für Arbeitnehmer,
aber das auch nur,  wenn das Wirtschaftswachstum so anhält wie bisher. Was  zweifelhaft ist, angesichts der Sparbemühungen in Europa.
Sparer haben leider schon jetzt negative Realzinsen, bei 4% Inflation hätten die dann noch mehr Verluste.

De facto kommt aber aber sogar weniger raus, da die kalte Progression nicht einberechnet ist.
Da hat bisher jeder deutsche Finanzminister nur drüber gelabert,
aber nichts geändert. In der Schweiz ist dies zum Beispiel schon lange im Steuerrecht berücksichtigt.

Eichengreen redet also einer schleichenden Enteignung der Deutschen das Wort. Besonders der Arbeitnehmer und Sparer.  

Und dies vor  dem Hintergrund der mangelnden Absicherung durch die Rentenkassen, die bekannteste Laienpolitikerin Deutschlands
schlägt gerade JETZT erst Alarm
www.welt.de/politik/deutschland/...e-Altersarmut-Prognose.html
(Diese Probleme sind seit JAHREN bekannt!) .

Bei der Beschäftigung mit Mietmaul Eichengreen bin ich auf interessante Fakten gestoßen.
Er hat nicht nur für den IWF gearbeitet (ein Lieblingswerkzeug der Amis um ihre Auffassung von "guter" Okonomie anderen Ländern
zwecks leichterer Ausbeutung und Beherrschung einzustanzen)

sondern  war auch fellow beim  CEPR (Centre for Economic and Policy Research, London).

Dieses CEPR war (ist noch?)  stark von Eu-Aufträgen abhängig, wie im Jahrebericht 2003 fast schon beklagt wird, neben dem angeblischen Mangel an europäischen Forschern, die
dort mitarbeiten.
www.cepr.org/AboutCEPR/annualreport/02_03_AR.pdf

Da heißt es auf Seite 3 unter "Message from the Chair"

They pointed out, however, two major
challenges for CEPR in the future: the high dependence on European Commission project funding
and the lower supply of excellent young European researchers to strengthen and repopulate the
CEPR research programmes.


Im selben Jahr 2003 hat der gute Professor Eichengreen dann dem Institut aus der personellen Patsche geholfen (vermutlich nicht für Gotteslohn)
und (mit Koautoren)eine brilliante Arbeit verfasst
mit dem knackigen  Titel:

mit Erik Berglöf, Gérard Roland, Guido Tabellini & Charles Wyplosz: Built to Last: A Political Architecture for Europe. CEPR, 2003, ISBN 1-898128-64-2

 Die Brocken dieser "Built to Last" Architecture for  Europe aus der Feder Eichengreens
fliegen uns nur 9 Jahre später gerade um die Ohren.

(Ob das vielleicht Absicht war?)

Aber vielleicht haben diese Hanswursten von Möchtegernarchitekten Europas sich auch nur leicht vertippt und es fehlt ein Buchstabe:

Built to blast.

Kommt den Amis ja nicht so ganz  ungelegen , dieser Blast, da kann man gut auf verschiedene Weise von den hausgemachten Problemem ablenken
(Euro-Krise ist schuld an der amerikanischen Arbeitslosigkeit - Obama) und der Hauptkonkurrent des Dollars verliert seinen Reiz als Fluchtwährung.

Ich erinnere mich, dass die arabischen Ölstaaten vor wenigen Jahren noch über Euro als Fakturierungswährung nachdachten - ein potentielle Katastrophe für die Amis, weil sie nicht exportstark wären, um genügend Euros zu verdienen.    Das ist jetzt vom Tisch.
Die für Amis beliebig vermehrbare Währung Dollar ist weiterhin Standardwährung auf dem Energiemarkt (von bilateralen Abkommen wie Panzerschrott gegen Rohöl mal abgesehen)
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KliP:

Rajoy plärrt wieder wie ein Baby nach Eurobonds

 
02.09.12 22:44
www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/...euro-bonds-a-853416.html

So geht das,  wenn man nicht wirklich reformieren will und die Zentralregierung sich gegenüber den Regionen nicht durchsetzen kann.  Früher hatte man die Kolonien zum ausplündern, heute hofft man auf Europa, respektive Deutschlands. Vielleicht sollte wir den Spaniern den neugefundenen Zinnschatz im Erzgebirge anbieten, bevor sie ihre Cortez und Konsorten schicken. Ist zwar kein Gold und kein Silber auch auch etwas wert ...  Tonne ca 19500$ damit   können dann die Regionalpolitiker ihre Ärsche an die Stühle löten, damit sie im Sturm der Krise nicht  runterfallen.


Immobilienkrise in Frankreich entfaltet sich jetzt auch
www.lemonde.fr/economie/article/2012/09/02/...754574_3234.html

Der Staat muss mit fast 5 Mrd einspringen um einen strauchelnden Immofinanzierer zu "retten". Wobei der ausscheidende Chefpfuscher des Ladens sich noch ganz schnell einen Scheck über 1,5 Mio zur Versüßung des Ruhestands  abgeholt hat. (steht am Ende des Aktikels) ..ach wie lange gehen solche Mätzchen noch, bevor das Volk sich wehrt?
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KliP:

Griechen: 261 Milliarden schwarz ins Ausland

 
02.09.12 23:53
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/...afft-haben-a-853425.html

wie schon vor Monaten im Tread geschrieben (damals hatte uns der damalige Finanzminiter Venizelos noch eine viel kleinere Summe vorgelogen) :
http://www.ariva.de/forum/...h=Venizelos%20KliP&page=8#jumppos205

Beschlagnahmen und die Auslandsschulden damit bezahlen.
Natürlich passierte bisher nichts.  Die reichen Griechen waren nicht dran interessiert,
weil ihre Politikermarionetten immer schön Geldnachschub aus Europas Steuerkassen  holten
und die anderen europäischen Politiker wie besonders  Junker und Cameron freuten sich, dass ihre Banken und Immobilienbesitzer so viel Geldzuflüsse aus Griechenland erhielten.
Die werden die Rückholung auch weiterhin verzögern.

Wäre mal interessant bei deutschen Katasterämter festzustellen, wieviele Griechen in den letzten 3 Jahren Immos gekauft haben - manches wird natürlich über Strohmänner gelaufen sein, aber auch das sind wohl meist Griechen ..
Antworten
KliP:

Draghis Späßchen (was raucht dieser Mann?)

 
03.09.12 21:16
www.handelsblatt.com/politik/konjunktur/...ufzeit/7089174.html


So habe Draghi gesagt, dass aus seiner Sicht ein Kauf von Staatsanleihen mit bis zu dreijähriger Laufzeit keine Staatsfinanzierung durch die Notenbank bedeute. Die Institution hat in der Vergangenheit allerdings bereits länger laufende Papiere gekauft, etwa als es galt, Griechenland zur Seite zu stehen.


Achso, wenn ich Kurzläufer unter 3 Jahren kaufe, dann finanziere ich niemanden damit?
Mario you made my day.  

Sicher wird dir, kreativ wie italienische Rosstäuscher nun mal sind, etwas einfallen
wie man die Papiere nach 3 Jahren aus der Bilanz kriegt wenn sie nicht bedient werden.


Vielleicht sollte unsere Bundesregierung nur noch Staatsanleihen unter 3 Jahren emittieren, es sind ja keine Schulden.  Die Gläubiger sollen bei Mario nachfragen, wenn sie es nicht glauben.

Ich habe grade auf dem PC ein paar Schuldverschreibungen mit Laufzeit 2,99 Jahre
entworfen. Die drucke ich morgen aus und verkaufe sie an die EZB. Ist ja keine Finanzierung.
Antworten
KliP:

EU Kommision will Bankenrisiken

 
03.09.12 21:40
auf die Gemeinschaft (sprich Deutschland) abwälzen.
www.faz.net/aktuell/wirtschaft/...gemeinschaften-11877944.html

Nebst gemeinsamer Einlagensicherung.

Steckt natürlich der Herr Barnier dahinter, hat vermutlich gerade einen Annruf aus Paris bekommen, dass die Hütte jetzt richtig brennt.
z.B. Das hier (siehe mein auch Post von gestern (#305)
www.welt.de/wirtschaft/article108951257/...iko-fuer-Paris.html
dürfte nämlich erst der Anfang der französischen Banken/ Immobilienkrise sein

Die französischen Großbanken haben sich ja auch nicht lumpen lassen in den letzten Jahren in  punkto Bilanzaufblähung per Immokrediten.

Ich erinnere nochmal an die Grafik in #302 die eine Verfünffachung der Kredite
deutscher Institute (also in Prozent ein Plus von 400%) in die Problemländer seit 2002 zeigte (von ca 100 Mrd 2002 auf ca 500 Mrd 2010, inzwischen etwas abgeschmolzen.

Ich würde unbesehen davon ausgehen, dass sich diese Zahl für französische Banken mindestens in ähnlicher Größenordnung bewegt. Vermutlich höher.
Französische Banken sind traditionell im Nachbarland Spanien stark engagiert.

In der Zukunft evtl. sinkende Immopreise in Frankreich selber  (bis jetzt hielten sie sich relativ stabil ) aufgrund der Wirtschaftsschwäche und Massenentlassungen, die sich bereits abzeichnen, werden einen weiteren Druck  auf die Banken aufbauen.
Antworten
KliP:

Kreditaufblähung am Beispiel BNP

 
03.09.12 22:53
ds hat mich jetzt doch mal genauer interessiert. Leider habe ich speziell zu Immokrediten/Hypotheken nichts gefunden in der Präsentation.
http://media-cms.bnpparibas.com/file/77/5/4q11-slides.19775.pdf

Nur die gesamten outstanding loans für die Group auf S. 88 (darüber S. 87nach Regionen )

2008: 479,9 Mrd Euro
2011 690 Mrd Euro.

Also in  3 Jahren hat man das Kreditvolumen um ca 210 Mrd (mehr als 40%!) erhöht.
Die Quote der "doubtful loans " wird auf S. 84 mit 4,3% beziffert, ohne Griechenland.
Ist natürlich die Frage, ob bei einer einbrechenden Wirtschaft und steigenden Arbeitslosenzahlen diese Quote gehalten werden kann in den nächsten 2 Jahren.

Auf Seite 86 ist auch eine interessante Tabelle zum Sovereign Debt Exposure worin man ablesen kann, von welchen Ländern wieviel  Staatsanleihen die Bank hält.

Hier fällt zum einen auf, dass man offenbar bemüht ist, einige Bestände schnell zu reduzieren, etwa italienische (in 6 Monaten von 20 Mrd auf 13 Mrd reduziert - da fragt man sich natürlich,  ob da nicht die EZB mit ihren Aufkäufen geholfen hat.

Es fällt aber auch auf, dass von einigen, nicht unproblematischen  Ländern noch dicke Bestände vorhanden sind,
nämlich Frankreich, Belgien, Italien und Niederlanden.
An Belgischen Staatsanleihen hält die Bank mehr als sechsmal soviel wie an Deutschen.

Das Leveraging wurde in den letzten Jahren etwas runtergefahren (S.85) auf einen 21 fachen Hebel.



Ich habe jetzt  nicht vor, die Bilanzen aller französischen Banken durchzuforsten.

Es sei aber noch bemerkt, dass  die  frz. Großbanken

zusammen eine ganz ordentliche Bilanzsumme haben
(BNP 1,9 Bio, Credit Agricole 1,7 Bio  Societe Generale 1,2 Bio , zusammen ca 4,8 Bio)
Quelle: Ariva fundamentaldaten , Stand 2011
http://www.ariva.de/credit_agricole-aktie/bilanz-guv
http://www.ariva.de/societe_generale-aktie/bilanz-guv

Zum Vergleich : Deutsche Bank; 2,16 Bio.
http://www.ariva.de/deutsche_bank-aktie/bilanz-guv

Da werden also noch ziemlich große Räder gedreht, die bei größeren Kreditausfällen
und folgenden "alternativlosen" Rettungsaktion den französischen Staatshaushalt
massiv ein Bedrängnis bringen können. Die haben bekanntlich jetzt schon Probleme, 2013 auch nur das Maastricht Defizit hinzukriegen. Da ist noch keine Bankenrettung eingerechnet.  

Vor diesem Hintergrund muss man das penetrante Gefasel von Barnier und Hollande von EU-weiter gemeinsamer Schuldenhaftung, Bankenhaftung, Einlagensicherung etc. sehen.
Die Franzosen haben definitiv ein Problem, das in den Zinsen für die frz. Staatsanleihen noch nicht eingepreist ist.
Antworten
KliP:

Noch zum Vergleich

 
03.09.12 23:14
Stand 31.12.  2011

Deutsche Bank
net Loans (ausstehende Kredite)   412 Mrd bei Bilanzsumme von 2,16 Bio

Quelle: www.deutsche-bank.de/ir/de/download/FDS_4Q2011_Mar_20_2012.pdf
Seite 16/Assets


BNP Paribas
Loans 690 Mrd bei Bilanzsumme von 1,9 Bio.   Quelle : Link zur Präsentation im vorigen Post.

Das Kreditvolumen in der Bilanz der BNP ist anteilmäßig also erheblich höher als bei der Deutschen Bank. Hoffen wir mal, dass die Franzosen ihre Kreditrisiken gut managen .. ;)
Antworten
KliP:

Worauf wir bei der Deutschen Bank hoffen müssen

 
03.09.12 23:36
Die haben ihre Bilanzsumme zwar nicht mit Kreditblähung aufgeblasen.
Dafür aber mit Derivaten.

geschaeftsbericht.deutsche-bank.de/2011/...konzernbilanz.html

Ersichtlich an dem Posten
Positive Marktwerte aus derivativen Finanzinstrumenten

31. 12. 2011:   859,582 Mrd
31.12.2010      657,78 Mrd.

Da stiegen also die "Marktwerte" der Derivate um mehr als 200 Mrd Euros  in nur einem Jahr.

(zum Vergleich: das ist zum Beispiel mehr als das gesamte Lohnsteueraufkommen in Deutschland 2011)

Irgendwie wird mir bei solchen Größenordnungen in doch recht undurchsichtigen Bewertungen komplizierter Finanzinstrumente, die ja immer einen etwas virtuellen Charakter haben,  immer etwas unwohl.

Hier muss man wohl sogar beten, dass der Herr nicht über Nacht nimmt, was er so schnell gegeben hat .. und dass der Computerinder seine Algotraderei auch  gut im Griff hat, wenn mal ein ganz unvorhergesehes und daher nichtprogrammiertes  Szenario  eintritt. Noch grinst er ja etwas verkniffen von der Homepage.

Aber vielleicht bin ich ja auch nur  ein schrecklich altmodisches Fossil, dass keine Ahnung von Risikobewertung und den Grenzen der zugehörigen Modelle und der zugrundeliegenden Stochastik  hat ..
Antworten
KliP:

Andalucia, mi amor

 
03.09.12 23:51
was wollt ihr denn eigentlich  mit all den dineros tontos, die ihr da anfordert.
www.faz.net/aktuell/wirtschaft/...illiardenhilfe-11877701.html

Ihr habt doch diese wunderbare Kunst
youtu.be/OQ-ie12Eqck

dabei stört doch die ganze Kohle nur, verdirbt sie.  

Und wir müssen jetzt leider auch den Gürtel enger schnallen.
www.welt.de/wirtschaft/article108943458/...rtal-seit-2009.html
Antworten
kurupic:

Prof. Dr. Thorsten Polleit

 
04.09.12 11:39
Prof. Dr. Thorsten Polleit: Papiergeldsystem in Auflösung

goo.gl/IxtLR
Antworten
KliP:

Jetzt bei Arte: Die Gotteswerker

 
04.09.12 20:30
www.thesun.co.uk/sol/homepage/news/3208993/...n-by-a-frog.html


ups ...das war nur die Vorschau der Verspeisung eines kleineren Landes .. .;.)
hier gehts zum Programm
www.arte.tv/de/programm/...yPeriod=evening.html#anchor_6866156

Martin Luther knüttelreimte einst:

die kirche hat einen großen Magen
     kann ungerechtes wohl vertragen

(es ging um den Ablasshandel)

Heute würde er wohl sagen:


Goldman hat einen Riesenmagen,
kann eure Kohle immer vertragen
egal ob groß , egal ob klein ,
es nimmt sie gerne der Herr Blankfein
Antworten
KliP:

Gut kopiert ist auch gut gecrasht

 
05.09.12 12:41
www.handelsblatt.com/unternehmen/banken/...ng-vor/7096038.html

Vor 200 Jahren konnten die Europäer nichts nach China exportieren. Die Chinesen konnten einfach alles besser: Möbel,  Pozellan, Stoffe, Schmiedewaren  - die chinesischen Handwerker und  Manufakturen arbeiteten mit einer unglaublichen Qualität und Präzision. Man muss - wenn man handwerlich interessiert ist - die Erzeugnisse der damaligen Zeit in Museen geradezu bewundern. Und die Wirtschaft und der Handel waren auf höchstem  Niveau, da konnten die Europäer nichts ausbeuten.

Dann kamen die Briten mit Opium und das hochentwickelte China degenerierte in wenigen Generationen und verdämmerte in Spielhöllen und Opiumhöhlen  die industrielle Revolution, wurde zum bettelarmen, abhängigen  Agrarland. Ideologische Großexperimente besorgten den Rest.  

Das Opium von heute heißt Kredit.  Erst macht es high, dann abhängig, dann führt es in die Knechtschaft.  Die Chinesen haben noch Glück, dass die Schuldner und Gläubiger im eigenen Land sitzen und sich gegenseitig be- und verzocken. Noch.  Wenn erst einmal der Bullfrog sein gnadenloses Gotteswerk beginnt,  das Land  wackelt und Hilfe von außern benötigt  ... ;)
Antworten
KliP:

Griechenland gehört teilweise zu Afrika :-)

 
05.09.12 12:45
- Schwarzafrika - in mancher Hinsicht- hatte ich im Thread auch schon ein paarmal geschrieben. Platz 96 im Ranking.

www.welt.de/wirtschaft/article108997296/...s-zur-Hoffnung.html

Überraschend weit hinten im Ranking  findet sich auch Irland.
Viele Milliarden an Eu-Subventionen, zeitweise Lehrergehälter 30% höher ale bei uns,
was hat es der Wettbewerbsfähigkeit gebracht?
Antworten
KliP:

Münchau plappert Goldman-Propaganda nach

 
05.09.12 19:36
www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/...bringen-a-854001.html


Aufkaufprogramme durch Zentralbanken können unter bestimmten Umständen durchaus Inflation schaffen. Aber diese Umstände sind nicht gegeben.  Laut Berechnungen der Citibank und Goldman Sachs hat die EZB einen Puffer von 1,5 bis 3 Billionen Euro, bevor man mit Kaufprogrammen von Anleihen Inflation kreiert. Der Grund ist technisch: Wenn man Papiergeld als ein zinsloses Notenbank-Papier auffasst, dann verdient die Notenbank mit jedem Euro-Schein Geld, denn die Banken zahlen immerhin einen Zinssatz an die EZB. Man nennt diesen Zentralbank-Profit auch Seigniorage. Die oben genannte Summe ist der abgezinste zukünftige Notenbank-Gewinn durch Seigniorage Mit anderen Worten: Die EZB kann einen gewissen Teil später anfallender Verluste aus der Portokasse bezahlen, bevor es inflationär wird.



Offenbar hat dieser Mensch so wenig Ahnung von Volkswirtschaft, dass er die dubiosen Propaganda- "Berechnungen"  von  Ami-Bankstern  unkritisch nachplappern muss .

Die tollen "Berechnungen" von Citi und Goldman sind bekanntlich spätestens seit der Immobilienkrise als das aufgeflogen, was sie sind: Opportunistische Propaganda  um die dummen Europäer zu verarschen  und so eigene Tasche zu füllen.
Was haben sie damals alles berechnet, wie hoch die Bonität der gebündelten Kredite ist,
was die abgezinst wert sind usw.  

Und da soll man denen glauben, dass der Seignorage effekt 1,5-3Bio Spielraum lässt?

Wenn die Banken mit ihren bereits aufgeblähten Bilanzen um solche Summen entlastet werden, weil die EZB ihnen die Schrottanleihen abkauft, dann ist klar, wohin die das neue leichte Geld pumpen. Nämlich dahin wo sie es bisher bei jedem Hoffnung auf neue Gelder der EZB in kleinerem Maßstab auch gepumpt haben: In die Rohstoffmärkte.

Man hat ja in den letzten Wochen genau gesehen wie schon Draghis Ankündigung wirkte.  Da haben sich schon einige freudig positioniert ..
Bei den fast Nullzinsen die wir haben ist das eine sichere Sache, das halten der Posis kostet ja keinen größeren Zinsverlust, wie es bei normalen Zinsszenarien der Fall wäre.  

Damit heizen sie die Inflation an und damit verteuern sich die Rohstoffe weiter, weil noch mehr Anleger Rohstoffe als Inflationsschutz kaufen.
wieder mal ein sicheres Spiel für die Großbankster auf Kosten von Verbrauchern und Sparern.  

Citi und Goldman sagen nichts anderes als: Lieber Kollege Draghi, du darfst den Banken 1,5 bis 3 Bio neues Spielgeld zuschustern, bevor man inflationäre Effekte sieht.  

Komischerweise  schreibt Münchau noch über seinen Artikel: Deutschland braucht die Inflation.
Und findet die 4% von Mietmaul  Eichengreen ok.
Der Artikel liest sich im Ganzen wie die typische Amipropaganda, deren Rezepte bisher
seit Jahren zu einer Verarmung und Verelendung der amerikanischen Mittelschicht und konstantem Abstieg der Wettbewerbsfähigkeit des Landes führt. Und andererseits zu obzönen Gehaltsexzessen auf der Bankenseite.
Die im Gegensatz zu den Bürgern völlig risikolos zocken kann.
Übrigens: Gerade haben sich Großzocker wie Paulson und Soros (die die Welt absolut nicht braucht) mit Gold-ETFs  vollgesogen. Zufall?
www.handelsblatt.com/finanzen/...ch-auf-krise-ein/7090668.html

Ich glaube nicht mehr an Zufälle, sehr wohl aber an Frontrunner mit guten Kontakten zum globalen Bankstertum mit den Goldenen Händchen.    

Dieser Münchau wird mir immer suspekter.  

Übrigens: Wir haben bereits Inflation - gerade in Ländern , deren Bürger wegen sinkender Einkommen das gar nicht gebrauchen können,  wie Italien liegt sie noch höher als in Deutschland.
Antworten
KliP:

Preisanstiege bei den Rohstoffen

 
05.09.12 20:11
Der langfristige chart des crb-index  de.wikipedia.org/wiki/CRB-Index  zeigt


Quelle:
futures.tradingcharts.com/chart/RC/M?anticache=1346867226

Bei allen Schwankungen in den 8 Jahren stieg der Index von 2004 bis 2012 von ca 250 auf ca 550.

Das entspricht nach Zinseszinsrechnung einem durchschnittlichen jährlichen
Anstieg von 10,3% seit 2004


Und das nennen diese  Mietmäuler "keine Inflation " ... nur weil sie auf getrickste Berechnung von Warenkörben setzen, in denen normale technische Verbesserungen  z.B. von Computern  als nichteingepreiste  Wertsteigerungen die Preisexplosion in den Rohstoffen wegtricksen.  (*)

Diejenigen auf der Welt, die täglich kämpfen müssen, um nur satt zu werden, werden das wohl etwas anders sehen.

Eine ähnliche (noch drastischere)  Entwicklung sieht man in der Bilanzsumme der EZB
www.querschuesse.de/...-eurosystem-bei-3029159-billionen-euro/
und die der Fed sieht auch ganz ähnlich aus.

Komische Zufälle.  


(*)  Das Tricklein geht so:
Der Computer aus dem Jahr X+1 ist schneller und hat mehr Speicher
als der Computer aus dem Jahr X. Also müsste er mehr kosten.  Wenn er aber gleichviel kostet, dann wird dies als Preisrückgang in die Statistik eingerechnet.
Dito Handy , Tablet usw.  
Und da wir vermehrt technische Geräte "verkonsumieren" wirkt sich das natürlich aus.
Antworten
KliP:

Draghis Tricks- die neue EZB Diktatur

 
06.09.12 19:48
Die Demokratie hat  sich ab heute endgültig ausgeschissen in Europa,
ab heute regiert die EZB durch, bzw. diejenigen Schattenmänner, die hinter Draghi und Konsorten stehen.

In gewisser Weise konsequent, denn die demokratisch gewählten Regierungen haben
bisher völlig versagt, sich gegenseitig und ihren Bürgen in die Tasche gelogen.
http://www.ftd.de/politik/europa/...child-fuer-den-euro/70087009.html

Draghi macht das jetzt ganz geschickt:
In  #280 http://www.ariva.de/forum/...-Implosion-des-442890?page=11#jumppos280
hatte ich die Erpressungsstrategie schon vor 5 Wochen auf den Punkt gebracht.
Entweder ESM oder oder EZB-Anleihekäufe.

Die EZB (es ist ja nicht Draghi alleine ) hat aber noch eins draufgesetzt.
Sie verzichtet auf ihre Vorrangstellung als Schuldner.

Das sieht  einerseits zwar vernünftig aus (und wird mit diesem Argument verkauft) , denn die Abschreckung anderer Anleihekäufer soll so sinken.
(Ob das dann auch zu den erhofften steigenden Käufen  außereuropäischen  Anleger  führt, wird sich   noch zeigen. Die orientieren sich doch eher an der Solidität der Haushaltszahlen des Landes ... und da stimmte bei den Pleitekandidaten selten was. )

Andererseits kann es natürlich passieren, dass die EZB dann ab und zu auch mal Anleihen abschreiben muss (konnte sie bei den Griechen noch verhindern)

und besonders hoch ist das Eigenkapital der EZB nicht - steht irgendwo im Thread
, aus der Einnerung, ca 50 Mrd.

Wenn die Verluste höher werden, als das EK , dann  müssen die Euro-Staaten  einspringen, damit die EZB nicht pleite geht.
Ein hervorragendes Drohpotential gegen die Regierungen.
Deutschland haftet mit 27% formal, de facto aber mehr, da viele klamme Länder nicht wirklich stützen können.

Die EZB kann also mit geschicktem Druck über das Geld der  Staaten verfügen, ohne dass die gewählten
Volks-Vertreter viel dagegen unternehmen können. Merkel muss nicht mehr ins Parlament und um Rettungsschirme betteln, es wird dann einfach heißen:
"Die EZB droht pleite zu gehen, wir brauchen 40 Mrd." alternativlos.

Der EZB als vorgebliche Hüterin des Euro gibt man doch  eher als einzelnen Ländern z.B. Spanien, obwohl es letztlich auf dasselbe rausläuft (EZB kauft z.B. spanische Staatsanleihen, muss die abwerten usw.)


Damit die dreisten Forderungsorgien der Südpleitiers (Monti, Rajoy in den letzten Tagen, Geld ohne Auflagen, das hätten sie so gerne - eventuell dachte man auch an den Clwon Silvio 2013)
die EZB nicht zu sehr unter Druck setzen, hat sie hier einen Riegel eingezogen.

Erst müssen Anträge bei ESM oder EFSF gestellt werden, wobei die letzteren nicht allzu ernst zu nehmen sind.

Ich vermute stark, dass die Weigerung von Monti und Rajoy zur Transparenz ihrer Haushalte gegeüber EU Kommission damit zu tun haben, dass dort jede Menge Leichen in Form absichtlich unrealistischer und schönfärberischer Annahmen im Griechenstil
getroffen wurden. Die ständigen Korrekturen der Defizite nach oben legen diesen Schluss nahe.  Bei den Griechen hat die Lügnerei in den Haushalten  ja lange Tradition.
Aber auch die Spanier hat man wieder einmal bei solchen Tricks erwischt (erzähl mir keiner , die hätten nicht genau gewusst, dass sie völligen Quatsch ansetzen)
http://www.ariva.de/forum/...ren-Thread-283343?page=3963#jumppos99078

So mit Phnatasieannahmen kann man natürlich auch die Vereinbarungen zu Sparzielen  unterlaufen.
Dürfte  die Troka in die Bücher gucken, wäre der Betrug zumindest erschwert.

Sterilisation
Einem Inflationsanstieg durch per Anleihekauf ins System gepumpte Gelder will die EZB
begegnen, indem sie durch andere Geschäfte dem Markt wieder Gelder entzieht.
Angeblich hat sie das bei den bisherigen 200 Mrd geschafft, die sie schon an Schrottanleihen gekauft hat. Ohne dass sie bisher Details verraten hat.

Nur gibt es leider auch Grenzen für solche Geschäfte.  Angeblich liegen die bei ca 300 Mrd.  Wie die EZB da noch weitere größere Anleihekäufe von mehreren hundert Mrd inflationshemmend neutralisieren will, sehe ich nicht.

Es wäre schön, wenn sich mal halbwegs neutrale Wissenschaftler mit dem Thema befassen und dazu Aussagen treffen könnten.   Dann wüsste man nämlich, ob die EZB
in diesem Punkt "Sterilisation" überhaupt glaubhaft ist oder uns bescheißt.
Antworten
KliP:

Volkskrankheit Schuldenmachen

 
06.09.12 20:44
der aus den  USA  per Bankenpropaganda importierte Virus des unkrontrollierten Schuldenmachens breitet sich auch in Deutschland schnell aus.

Zwei Indizien:
1) Immofinanzierung.
  Früher (so vor 15-20 Jahren) war es in Deutschland einmal üblich, dass man zum Hauskauf 40% Eigenkapital mitbrinegen musste, konnte also nur 60% des Kaufpreises incl. Nebenkosten finanzieren.
Eine Ausnahme wurde eventuell mal bei Beamten gemacht, die konnten manchmal bis 80% durch eine Hypothek finanzieren.  

Inwischen ist es aber die Regel geworden, dass man nur 20% Eigenkap, braucht. Besonders krass  wird es wieder im kranken und gierigen Moloch Berlin getrieben
(musste da nicht schon vor Jahren mal die Berliner Bank wegen zuviel faulen Immokrediten gerettet werden?)  
www.ftd.de/finanzen/immobilien/...-ins-verderben/70086656.html

Standard derzeit also nur noch 17% Eigenkapital, beim Hauskauf,  in Berlin gar nur 12%.

Besonders kritisch ist die schnelle Erosion der verlangten Eigenkapitalquote in nur 2 Jahren und
die kriminell leichtsinnige Gegenfinanzierung der Hypthekenkredite druch manche Banken
(zu kurzfristig - war genau der Grund für das teure Platzen der HRE)

Dieses noch kombiniert mit der Rezessionserwartung in D ... ;)
www.handelsblatt.com/politik/konjunktur/...chland/7101654.html

Man kann als Banker in Deutschland offenbar derzeit jede kurzfristig gehaltssteigernde Eselei begehen, im Vertrauen darauf, dass es der Steuerzahler im Problemfall richtet.
Dann gibts eben wieder ein paar Bad Banks für die der Steuerzahler  haftet.

2. Noch übler: Verführung junger Leute zum ständigen Schuldenmachen
Mangelnde Bildung in Finanzdingen, ständige Propaganda für supergünstige Ratenkredite, der duch aggressive Werbung befeuerte Gruppenzwang, jedem kurzlebigen Konsumtrend
hinterherhecheln zu müssen .. alles
färbt aus der angelsächischen Konsumdeppenwelt auf uns ab.

www.focus.de/finanzen/banken/kredit/...utschen_aid_680780.html

www.wsws.org/de/2011/nov2011/schu-n08.shtml

Passend dazu und in der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen, hat die Bundesregierung gerade das Privatinsolvenzrecht "reformiert"

Man ist jetzt schon nach 3 Jahren ais der Insolvenz, wenn man 25% der Schuld bedient hat. Wenn man 0% der Schulden bedient hat aber die Kosten des Verfahrens gezahlt hat, ist man nach 5 Jahren schuldenfrei.

Schöne neue Welt der nichtbedienten Kredite und des Scheinwohlstands.
Ach ja, Inso nach englischem Recht ist immer noch besser. Aber nicht weitersagen .. ;)
Antworten
KliP:

Solange sich die Spanische Regierung

 
07.09.12 00:08
in Jammern und Ausreden ergeht und die Augen vor ihren Problemen verschließt,
werden die potentiellen Investoren auch kein Vertrauen aufbauen.

www.welt.de/politik/ausland/...anische-Euro-Schicksalstag.html


Nach Rajoys Meinung muss sie dauerhaft sein, indem durch die EZB das Vertrauen in den Euro wiederhergestellt wird. Denn der Preis, zu dem sich Spanien seit Monaten finanzieren muss, gebe nicht der Realität der spanischen Wirtschaft wider – wie ein Mantra trägt die spanische Regierung diesen Vorwurf vor sich her.


Bei dieser Arbeitslosigkeit und besonders der Jugendarbeitslosigkeit in ESP so zu zun, als liefe
die  spanische Wirtschaft gut und die Zinsen seien so ungerecht, ist doch dümmlich.
Die jungen Arbeitslosen von heute sind die mittelalten Arbeitslosen von morgen, die noch weniger Chancen haben, weil es ihnen an beruflicher Praxis fehlt.
Und eine echte berufliche Bildung - um die stehts in Spanien ohnehin schlecht.
Versäumnis der Regierungen.

Wie die spanische Wirtschaft wirklich läuft , kann man hier sehen
de.statista.com/statistik/daten/studie/...sprodukt-in-spanien/
und nochmal: Spanien zahlte auch einmal viel höhere Zinsen.

Man kann allenfalls beklagen, dass einige gesunde spanische Unternehmen eventuell etwas zu hohe Zinsen auf ihre Unternehmensanleihen zahlen, weil sie mit dem maroden Staat in Sippenhaft genommen werden.  Und dass dies evtl das Wachstum hemmt.

Dann müsste man aber auch dazu sagen, dass die Spar-Zinsen und die Staatsanleihenrenditen in Deutschland eigentlich viel zu niedrig sind, und dass diese Verzerrung  auf auch auf der Geldpumperei und den Niedrigstzinsen  der EZB liegt , die es gerade wegen der Probleme in den Pleiteländern gibt.

Ich glaube nicht, dass Herr Rajoy einen EZB-Zins von 2.5%- 3% (der für Deutschland etwa angemessen wäre) besser fände als die billigen  0,75% mit denen sich seine Pleitebanken bei der EZB Geld holen könnten.
Das Geschrei wäre wohl riesengroß. Die Verzerrung ist also den Pleitiers geschuldet, nicht Deutschland.

Und es ist auch nicht so, dass ALLE Unternehmen in Deutschland sich niedriger Finanzierungskosten erfreuen können.

In den Babbelthreads  der Trader liest man oft so oberflächlich-pauschales  Zeug wie "Das Aktien KGV  in D ist so niedrig gegenüber Renten KGV" ..
dazu kommt man natürlich , wenn man Äpfel (Unternehmen)  mit Birnen (Deutscher Staat) vergleicht.  

Stärker verschuldete Unternehmen wie die Schäffler Gruppe (die beherrschen de facto Conti) müssen derzeit 6,8%  auf ihre Unternehmensanleihen zahlen (nominal hatten die sogar über 8%)
Das sind etwa spanische Verhältnisse und das RentenKGV von Schäffler ist auch nicht so weit weg vom Conti KGV, passt also ganz gut.

Bei den Mittelstandsanleihen verhält es sich ähnlich.
Man muss da schon ein bisschen differenzieren können.
Antworten
kurupic:

Joachim Steinhöfel

 
07.09.12 07:45
Joachim Steinhöfel: ESM, Euro und die Konsequenzen

goo.gl/Tkpe6
Antworten
KliP:

Aussage aus #190 bleibt gültig

 
10.09.12 10:23
bzw. wurde erbeut bestätigt  (vom 13. Februars des Jahres)  
http://www.ariva.de/forum/...search=Lira%20KliP&page=7#jumppos190

Die EZB wurde  uns bei der Euroeinführung als so stabilitätsorinentiert  und seriös  wie die Deutsche  Bundesbank versprochen.
Entwickelt hat sie sich nun zu einer üblen Kopie der italienischen Notenbank zu Lirazeiten ..oder der FED, ist auch kein Unterschied mehr. Eigentlich ist es noch schlimmer.


Man liest es jetzt auch zunehmend in der Presse (wie üblich mit 6 Monaten delay)
- Liraisierung des Euro.  EZB wie  Italienische Notenbank.
Die Frage ist allenfalls, ob der Euro auch derart drastisch abwerten wird wie die Lira,
vor allem gegen welche große Währung das noch geschehen könnte.
Dollar und Yen sind genauso ausgehöhlt wie der Euro durch jahrzehntelanges Geldpumpen für die
Scheinwohlstandsillusion.


Die Großfinanzzocker feiern Draghi als Retter unter ständiger Verletzung der EU-Veträge, klar, gibt wieder reichlich Spielgeld.
http://www.faz.net/aktuell/...he-macht-des-mario-draghi-11883603.html

Monti will eventuell Geld, aber auf keinen Fall Auflagen akzeptieren  : Klar , das geht jetzt leicht, denn der leibe  Kumpel Draghi hat jetzt den großen Hebel und die Weicheipolitiker in der Hand. (Ein Teil steht woieso hinter ihm, weil sie den Offenbarungseid so noch länger vermeiden können)

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/...kauf-programms-11884724.html
(Auflagen die keine Auflagen sind .. der Franzose Coeure macht handfeste Interessenspolitik)

 Italien kann also weitermachen wie bisher,  die EU wird folgen müssen.
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/...aben-ignoriert-11881685.html

Rajoy drückt sich noch das einzugestehen, was die Spatzen seit Monaten von den Dächern pfeifen:
Spanien ist pleite.  Geld will auch natürlich auch er, aber keine Kontrolle.

Die Troika drückt bei den Griechen und ihrem Showsparen nicht mehr beide Augen zu.
Das ist aber egal, weil  Merkel schon durch Gerüchte eingezwickt wird, sie wolle Griechenland auf alle Fälle in der Eurozone halten. Damit ist der Druck raus, die EU-Position gegenüber Greichenland geschwächt.
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/...ener-sparpaket-11885015.html

Samaras wird sich freuen: Show geht weiter. Man macht wie in den vergangenen Jahren tolle Pläne, aber setzt so gut wie  nichts um.
http://www.faz.net/aktuell/politik/...n-kuerzungen-sein-11884732.html

Wahllügner Hollande muss jetzt  die Hosen runterlassen und Einsparungen SOWIE Steuererhöhungen durchziehen.  Wahllügen haben kurze Beine.
http://www.ftd.de/politik/europa/...ern-massiv-erhoehen/70088291.html

Also kurz und schlecht:  Nichts neues von der EU und den Politikern.

Dieselbe korrupte,  verlogene und  ineffiziente Blase wie immer.
Nicht zu echten Refomen und Sanierungen fähig, aber gut darin, sich die Tasche zu füllen  
und fürs Alter früh auszusorgen.
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/...geschaefte-a-854760.html

Wahlen werden mit Lügen und Täuschungen  gewonnen, nötige Sanierungen dadurch
immer wieder verzögert, sodass die Großzocker in aller Ruhe weiter  ihre Geschäfte auf Kosten der seriösen und konservativen Sparer und Anleger machen können.


Vernichtendes Bundestags-Gutachten zum ESM (den fast alle Abgeordenten im Juni abgenickt haben - Abgeordnete übriegns die immer noch nicht das Antikorruptionsgesetz ratifiziert haben .. das ist ihnen ofenbar nicht so eilig)
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/...echt-verletzen-11884986.html
Antworten
KliP:

Spanien: Und wieder wars nix

 
10.09.12 17:17
mit einer  Geldquelle, die sich die Regierung erhofft hatte.
(Ging so aus, wie bei Hans Eichel damals ..)

www.handelsblatt.com/politik/international/...eld/7115408.html

50 statt 2500 Mio rausgeholt .... und dabei waren die Konditionen doch ganz günstig (8% Strafsteuer).

Wenn ich das mit den Sätzen vergleiche die Schäuble mit der Schweiz ausgehandelt hat ...

Es wird natürlich nicht so sein, dass die Spanier zu wenig Schwarzgeld gebunkert haben.
Die sind nur schlau genug, das ihren Bonzen nicht in den fetten Hintern zu schieben, damit die sich weiter dran bereichern ...
Antworten
KliP:

Deutschland: Absturz durch EZB

 
10.09.12 20:38
laut Commerzbank-Studie in ca 5 Jahren.    
www.wallstreetjournal.de/article/...404577642900707807994.html

Das übliche Blasenpump-System a la Spanien wird vorausgesagt.
Hier kann man sehen wie das ging:

de.statista.com/statistik/daten/studie/...sprodukt-in-spanien/

BIP von 688 Mrd in 2002 auf 1600 in 2008 - mehr als verdoppelt in nur 6 Jahren.

Dabei  haben sich Unzählige  bereichert - reparieren und die Zeche zahlen dürfen jetzt andere und leiden müssen die ärmeren Schichten und die Zahl der Armen nimmt zu.
www.welt.de/wirtschaft/article109116112/...quote-der-Welt.html

 Und nicht nur in Spanien.
www.welt.de/wirtschaft/article109132916/...-immer-weniger.html

Angela  Merkel, die offenbar  Draghis gefährlichen Italienisierungskurs der EZB   aus Entscheidungsschwäche und Machtkalkül unterstützt,  könnte in die Geschichte als Kanzlerin eingehen, die Deutschland so gründlich ruiniert hat wie Aznar  und seine Vorgänger Spanien .. vielleicht sollte man sich als Deutscher in Reaktion auf diese Aussichten ein Beispiel an den schlaueren Spaniern in #324 nehmen. Rausholen was geht und dann weg mit der Kohle.


In Italien wurde von 2002 bis 2008 auch ganz schön gepumpt.
de.statista.com/statistik/daten/studie/...sprodukt-in-italien/
Antworten
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