Dass die Jinko-Zahlen nicht überragend aufsfallen werden wie in Q2 konnte man erwarten, da man ja die Zellproduktion für drei Wochen schließen musste. Rechnet man mal die nicht cashwirksamen Sondereffkte wie die Abschreibungen auf das Working Capital, die Neubewertung der Wandelanleihe und der Währungsderivate heraus, dann wäre die Jinko-Zahlen gar nicht so schlecht wie sie auf den 1.Blick aussehen. Jedoch hat es Jinko in Q3 nicht geschafft den Markt zu überraschen wie in den letzten 4 Quartale. Das ist die eigentliche Enttäuschung. Fast analog zu Solarworld. Interessant ist aber, dass Jinko das erste PV-Unternehmen auf Siliziumtechnologie ist, das Modulproduktionskosten von unter 1 $/W ausweist.
Auf Yingli müssen ja wir noch warten, denn die bringen nach meinem Wissensstand erst morgen ihre Zahlen.
Generell muss man aber zu allen Q3-Zahlen bei den PV-Unternehmen ganz genau hinschauen, denn sonst kann man die Zahlen überhaupt nicht vergleichen. Solarworld hatte beispielsweise in Q3 sogar positive Sondereffekte unterm Strich ausgewiesen, während z.B. Trina, Jinko oder Sunpower negative Sondereffekte ausgewiesen haben. Aber auch das zeigt, dass bei Solarworld noch einiges an Negativen in der Bilanz schlummert, nicht nur hohe Mio-Abschlagszahlungen an ihre Polylieferanten, sondern auch Abschbreibungen auf ihre Produktionslinien. Vor allem in den USA und auf die deutsche Waferproduktion. Den Buchwert als Maßstab bei Solarworld heranzuziehen bei diesen riesigen Problemen und Unsicherheiten ist meiner Ansicht nach überhaupt nicht zielführend.
Was auch recht interessant ist, dass Jinko ihre geplante Fertigungsexpansion auf 1,5 GW nicht mehr realiseren wird und ihre Fertigungskapazitäten bei 1,2 GW beibehalten wird. Trina Solar hat dagegen schon angekündigt hat, dass sie ihre Zell- und Modulkapazitäten bis Mitte 2012 von 1,9 auf 2,4 GW erhöhen wird. Totz aller Widrigkeiten baut auch die chinesische Sun Earth ihre Fertigungskapazitäten (Zellen und Module) weiter aus von 0,8 GW auf 2 GW aus.
Ich glaube ja, dass wir uns langsam aber sicher immer mehr einem ganz scharfen Marktbereinigungsprozess entgegen gehen und wer dann nicht genügend Liqudität in der Kasse hat, der wird untergehen oder geschluckt werden. Mit ganz großer Wahrscheinlichkeit wird die PV-Branche in 12 Monate anders aussehen wie heute und wer dann der Gewinner sein wird, das weiß aktuell ganz sicher keiner.